{"Signatur": "BE_OG_007", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-08-09", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_007_ABS-2018-180_2018-08-09.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/ABS_2018_180_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77892f0389632471a4bf39200bfe8aa6c9dc2fde74ca7c15a9cb86c26667fc1edab9a196ffe6608bcca37827d017dbd7022?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77892f0389632471a4bf39200bfe8aa6c9dc2fde74ca7c15a9cb86c26667fc1edab9a196ffe6608bcca37827d017dbd7022&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ABS_2018_180", "Checksum": "0c0ffb9246c35fb3fa9ecb0455420712"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ABS 2018 180"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 09.08.2018 ABS 2018 180"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite 09.08.2018 ABS 2018 180"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Einkommenspfändung; Eingriffsprivileg bei in Betreibung gesetzten Unterhaltsforderungen | BA EO, DS Emmental"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 05:57:48", "Checksum": "d2f016f8f7d5ac987216696c9e1385a8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 09.08.2018 ABS 2018 180\nRegeste:\nEinkommenspfändung; Eingriffsprivileg bei in Betreibung gesetzten Unterhaltsforderungen | BA EO, DS Emmental\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAufsichtsbehörde in Betrei- Autorité de surveillance\nbungs- und Konkurssachen en matière de poursuite\net de faillite\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern ABS 18 180 Beschwerde\nTelefon +41 31 635 48 04 ABS 18 223 Gesuch uR\nFax +41 31 634 50 53\naufsichtsbehoerdeschkg.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. August 2018\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Oberrichter Hurni, Oberrichterin\nGrütter\nGerichtsschreiberin Mosimann\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwältin B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nBetreibungsamt Emmental-Oberaargau, Dienststelle Emmental, Dunantstrasse 7C, 3400 Burgdorf\n\nGegenstand Beschwerde (SchKG 17)\n\nGesuch von C.________ (Schuldner) um unentgeltliche Rechtspflege vom 5. Juni 2018\nRegeste:\nEinkommenspfändung; Eingriffsprivileg bei in Betreibung gesetzten Unterhaltsforderungen:\n- Ein Eingriff in das Existenzminimum des Schuldners anlässlich einer Einkommenspfändung ist dann zulässig, wenn als betreibender Gläubiger ein Familienmitglied des\nSchuldners auftritt, das ihn für Unterhaltsforderungen betreibt, auf welche er zur Deckung seines eigenen Notbedarfs angewiesen ist.\n- Dieses «Eingriffsprivileg» steht dem Unterhaltsgläubiger für Ansprüche bis ein Jahr vor\nZustellung des Zahlungsbefehls zu.\n- Das Betreibungsamt muss nicht von sich aus ohne konkrete Anhaltspunkte von Amtes\nwegen abklären, ob allenfalls die Voraussetzungen für das Eingriffsprivileg gegeben\nsind. Der Gläubiger hat spätestens mit dem Fortsetzungsbegehren das Betreibungsamt\nauf diesen Umstand hinzuweisen und entsprechende Unterlagen, insbesondere zu seinem Einkommen und Notbedarf, einzureichen (E. 14.1).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1.\n1.1 A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer/Gläubiger) ist der volljährige Sohn\nvon C.________ (nachfolgend: Schuldner). Der Beschwerdeführer betreibt den\nSchuldner für Kinder- und Ausbildungszulagen für die Jahre 2012 bis 2016 (Betrei-\nbungs-Nr. ________ des Betreibungsamtes Emmental-Oberaargau, Dienststelle\nEmmental).\nIm Zahlungsbefehl vom 19. April 2017 (Beschwerdebeilage [BB] 2) wird eine Forderung aufgeführt in Höhe von CHF 7‘971.35 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. April\n2017 für Kinder- und Ausbildungszulagen betreffend die Monate Juli 2012 – September 2012, November 2013, Juli 2014 – Dezember 2014, Januar 2015 – Juni\n2015, Dezember 2015 und Januar 2016 bis Dezember 2016.\n1.2 Da der Schuldner Rechtsvorschlag erhob, beantragte der Beschwerdeführer die\ndefinitive Rechtsöffnung, jedoch lediglich im Umfang von CHF 5‘454.00. Während\ndes Rechtsöffnungsverfahrens zog der Schuldner seinen Rechtsvorschlag im Umfang von CHF 4‘473.30 zzgl. Zins zu 5 % seit dem 1. Mai 2017 zurück respektive\nanerkannte er, dem Beschwerdeführer diesen Betrag zu schulden (vgl. E. 6 des\nRechtsöffnungsentscheids vom 21. Februar 2018, BB 3). Das Regionalgericht\nEmmental-Oberaargau stellte in seinem Entscheid vom 21. Februar 2018 fest, dass\nder Schuldner die Hauptforderung im Betrag von CHF 4‘473.30 zzgl. Zins zu 5 %\nseit 1. Mai 2017 anerkannt habe. Im Umfang von CHF 410.00 wurde auf das\nRechtsöffnungsgesuch nicht eingetreten. Soweit weitergehend wurde das\nRechtsöffnungsgesuch abgewiesen (BB 3).\n\n2\n1.3 Am 16. März 2018 stellte der Beschwerdeführer das Fortsetzungsbegehren in der\ngenannten Betreibung für den Betrag von CHF 4‘473.30 zzgl. Zins zu 5 % seit 1.\nMai 2017 (BB 4).\n\n2. Nach dem Erlass der Pfändungsankündigung wurde am 26. März 2018 die Pfändung vollzogen. Der Schuldner gab anlässlich der Pfändung zu Protokoll, dass er\nmit E.________ in einem Konkubinat lebe, wobei aus dieser Beziehung keine Kinder hervorgegangen seien. Er arbeite an 4-5 Tagen pro Woche als Taxichauffeur\nbei der F.________ AG in H.________ (Arbeitsort). Die Arbeitszeiten seien flexibel\nund der Lohn variabel. Für die Miete bezahle er CHF 650.00 und die Krankenkassenprämien würden sich auf monatlich CHF 412.60 belaufen. Nachdem die vom\nBetreibungsamt eingeforderten Belege eingegangen waren, berechnete dieses das\nbetreibungsrechtliche Existenzminimum des Schuldners. Einem durchschnittlichen\nMonatslohn von CHF 2‘345.15 (exkl. Ausbildungszulagen) steht ein Existenzminimum von CHF 3‘228.30 (Grundbetrag: CHF 850.00; Mietzins inkl. NK: CHF 650.00;\nKrankenkasse: CHF 320.70; Auswärtige Verpflegung: CHF 220.00; Arbeitsfahrten:\nCHF 897.60) gegenüber. Da keine pfändbare Lohnquote resultierte, stellte die\nDienststelle Emmental am 25. April 2018 die Pfändungsurkunde nach Art. 115 des\nBundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) als Verlustschein aus (BB 5).\n\n"}