{"Signatur": "BE_OG_007", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-11-13", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_007_ABS-2017-309_2017-11-13.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/ABS_2017_309_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778eb9cced43f12563df2751642c9ccaa501b889835d8a32c4b420b45269cc9e1066288364d4b5fd96f6f978ce4b65c4af7?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778eb9cced43f12563df2751642c9ccaa501b889835d8a32c4b420b45269cc9e1066288364d4b5fd96f6f978ce4b65c4af7&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ABS_2017_309", "Checksum": "356bb67c26bcde5ed69eb81f5674bebb"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ABS 2017 309"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 13.11.2017 ABS 2017 309"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite 13.11.2017 ABS 2017 309"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Rechtsmissbräuchliche Betreibung | BA BM, DS Mittelland"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 06:53:38", "Checksum": "991699da6a6761fceccf0eadc008c33f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 13.11.2017 ABS 2017 309\nRegeste:\nRechtsmissbräuchliche Betreibung | BA BM, DS Mittelland\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAufsichtsbehörde in Betrei- Autorité de surveillance\nbungs- und Konkurssachen en matière de poursuite\net de faillite\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern ABS 17 309\nTelefon +41 31 635 48 04\nFax +41 31 634 50 53\naufsichtsbehoerdeschkg.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. November 2017\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Oberrichter Hurni und Oberrichterin Grütter\nGerichtsschreiber Nuspliger\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________ und/oder Rechtsanwalt C.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nD.________\nBeschwerdegegner\n\nsowie\n\nBetreibungsamt Bern-Mittelland, Dienststelle Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen\n\nGegenstand Beschwerde (SchKG 17)\nRegeste:\n\nEine Betreibung ist rechtsmissbräuchlich, wenn die vom Gläubiger verfolgten Ziele nicht\ndas Geringste mit der Zwangsvollstreckung zu tun haben. Im Beschwerdeverfahren wird\nzwar über die Forderung nicht entschieden. Trotzdem ist vom Gläubiger zu verlangen,\ndass er deren Bestand plausibilisiert. Gelingt ihm dies nicht und erscheint der Bestand als\nausgeschlossen, liegt darin ein gewichtiges Indiz für die Verfolgung missbräuchlicher Zwecke (E. 5.4).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1.\n1.1 D.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner) verfügte über ein Freizügigkeitskonto bei der Stiftung E.________. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin)\nist die Stiftungsratspräsidentin der E.________ (Stiftung).\n1.2 Im Zuge der Saldierung und Auszahlung des besagten Kontos kam es zwischen\ndem Beschwerdegegner und E.________(Stiftung) zu Meinungsverschiedenheiten.\nDiese gipfelten darin, dass der Beschwerdegegner sowohl gegen die\nE.________(Stiftung) als auch gegen die Beschwerdeführerin je eine Betreibung\neinleitete.\n\n2.\n2.1 Mit Beschwerde vom 6. September 2017 beantragte die Beschwerdeführerin der\nAufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen des Kantons Bern sinngemäss, was folgt:\n1. Es sei die Betreibung Nr. 1________ des Betreibungsamts Bern-Mittelland, Dienststelle Mittelland (Zahlungsbefehl vom 11. Juli 2017) infolge Nichtigkeit aufzuheben.\n\n2. Das Betreibungsamt Bern-Mittelland, Dienststelle Mittelland sei vorsorglich anzuweisen, Dritten\nkeine Kenntnis von der unter Rechtsbegehren 1 genannten Betreibung zu geben.\n\n3. Dem Beschwerdegegner seien eine Busse von CHF 1‘500.00 sowie sämtliche Gebühren und\nAuslagen des Betreibungsamtes und der angerufenen Aufsichtsbehörde aufzuerlegen.\n\n2.2 Der Präsident der Aufsichtsbehörde hiess Rechtsbegehren 2 der Beschwerde gut\nund holte Vernehmlassungen bei Beschwerdegegner und Betreibungsamt ein (Verfügung vom 7. September 2017).\n2.3 In seiner Vernehmlassung vom 20. September 2017 beantragte der Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (Rechtsbegehren 1). Zudem seien die Beschwerdeführerin und deren Vertreter mit\nCHF 1‘500.00 zu büssen und es seien ihnen sämtliche Gebühren und Auslagen\ndes Betreibungsamts und der Aufsichtsbehörde aufzuerlegen (Rechtsbegehren 2).\n\n2\n2.4 Das Betreibungsamt liess sich am 26. September 2017 vernehmen. Es verzichtete\nauf das Stellen von Anträgen.\n2.5 Am 28. September 2017 stellte die Aufsichtsbehörde die erwähnten Eingaben\nwechselseitig zu.\n\nII.\n\n3.\n3.1 Verstossen Verfügungen gegen Vorschriften, die im öffentlichen Interesse oder im\nInteresse von am Verfahren nicht beteiligten Personen erlassen worden sind, so\nsind sie nichtig. Unabhängig davon, ob Beschwerde geführt worden ist, stellen die\nAufsichtsbehörden von Amtes wegen die Nichtigkeit einer Verfügung fest (Art. 22\nAbs. 1 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG;\nSR 281.1]).\n3.2 Die Zuständigkeit der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen des\nKantons Bern (nachfolgend: Aufsichtsbehörde) ergibt sich aus Art. 10 Abs. 1 des\nEinführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs\n(EGSchKG; BSG 281.1).\n3.3 Die Nichtigkeit einer Verfügung ist von sämtlichen Behörden jederzeit und von Amtes wegen zu beachten (BGE 139 III 44 E. 3.1.2 S. 46; BGE 121 III 142 E. 2\nS. 144). Wird die Nichtigkeit mittels Beschwerde (Art. 17 Abs. 1 SchKG) geltend\ngemacht, so braucht die 10-tägige Beschwerdefrist (Art. 17 Abs. 2 SchKG) nicht\neingehalten zu werden (COMETTA/MÖCKLI, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz\nüber Schuldbetreibung und Konkurs, 2. Aufl. 2010, N. 16 zu Art. 22 SchKG).\n3.4 Die weiteren Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf\ndie Beschwerde ist einzutreten.\n\nIII.\n\n"}