{"Signatur": "BE_OG_007", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-09-11", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_007_ABS-2017-174_2017-09-11.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/ABS_2017_174_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778b93e1755194fa75493382a5968d6bca5aae7829b9af6f612629372cd4c2b570714f8e0f80aa2eb2715f460bc2c6181ee?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778b93e1755194fa75493382a5968d6bca5aae7829b9af6f612629372cd4c2b570714f8e0f80aa2eb2715f460bc2c6181ee&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ABS_2017_174", "Checksum": "d67dc7ba04ed2ad159660100c7955d65"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ABS 2017 174"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 11.09.2017 ABS 2017 174"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite 11.09.2017 ABS 2017 174"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Erstellung des Lastenverzeichnisses | BA Seeland, DS Seeland (Aarberg)"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 07:05:58", "Checksum": "10f742b60cbfbb02b0fb2a5cd76ade49", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 11.09.2017 ABS 2017 174\nRegeste:\nErstellung des Lastenverzeichnisses | BA Seeland, DS Seeland (Aarberg)\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAufsichtsbehörde in Betrei- Autorité de surveillance\nbungs- und Konkurssachen en matière de poursuite\net de faillite\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern ABS 17 174\nTelefon +41 31 635 48 04\nFax +41 31 635 48 14\naufsichtsbehoerdeschkg.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. September 2017\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Oberrichter Hurni und Oberrichterin Grütter\nGerichtsschreiberin Miescher\n\nVerfahrensbeteiligte Einwohnergemeinde A.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nBetreibungsamt S.________\n\nGegenstand Beschwerde (SchKG 17)\nRegeste:\n\nEs steht dem Betreibungsamt bei der Erstellung des Lastenverzeichnisses nicht zu, die\nangemeldeten Ansprüche oder solche, die sich aus dem Grundbuch ergeben, zu überprüfen oder abzuändern (E. 7 – 10).\n\nDie Frage, ob und inwieweit die aufgenommenen Lasten bei der Verwertung als rechtmässig berücksichtigt werden dürfen, ist in einem besonderen, zweiteiligen Lastenbereinigungsverfahren, das nach den Regeln des Widerspruchsverfahrens verläuft, zu behandeln\n(E. 11).\n\nErwägungen:\n\n1. Im Grundpfandverwertungsverfahren (Betreibung Nr. B.________) gegen\nC.________ (Schuldner) wurde infolge des durch die Grundpfandgläubigerin im 1.\nbis 4. Rang (D.________) gestellten Verwertungsbegehrens die Steigerung des\nGrundstücks E.________ von C.________ und F.________ auf den 29. Juni 2017\nangeordnet. Die Steigerungsbedingungen und das Lastenverzeichnis lagen vom\n25. April bis 5. Mai 2017 beim Betreibungsamt S. auf (Vernehmlassungsbeilage\n[VB] 16 - 29).\n\n2. Mit Eingabe vom 4. Mai 2017 erhob die Einwohnergemeinde A.________, Sozialabteilung (nachfolgend: Beschwerdeführerin), bei der kantonalen Aufsichtsbehörde\nin Betreibungs- und Konkurssachen Beschwerde gegen das Lastenverzeichnis. Sie\nbeantragte, ihre Rückerstattungsforderung betreffend die an C.________ ausgerichtete Sozialhilfe sei als gesetzliches Pfandrecht im «Rang 0» resp. als allen vertraglichen Pfandrechten vorgehend zuzulassen, unter Kostenfolgen zu Lasten des\nBetreibungsamts S. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, zur Sicherung\ndes Rückforderungsanspruchs für die geleistete Sozialhilfe bestehe ein gesetzliches Grundpfandrecht zugunsten der unterstützenden Einwohnergemeinde\nA.________ (Art. 109b Bst. b des Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [EG ZGB; BSG 211.1] und Art. 40 Abs. 2 des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe [SHG; BSG 860.1] sowie Art. 34 Abs. 1 SHG).\nGemäss Art. 34 Abs. 4 SHG sei der Sozialdienst verpflichtet, gesetzliche Grundpfandrechte gemäss Art. 109b Bst. b EG ZGB in das Grundbuch eintragen zu lassen. Dieser Pflicht sei die Beschwerdeführerin nachgekommen. Das Grundbuchamt S. habe am 23. März 2017 das gesetzliche Grundpfandrecht zugunsten der\nBeschwerdeführerin in die Pfandstelle Null bzw. sämtlichen bisher eingetragenen\nGrundpfandrechten vorgehend eingetragen (Beschwerdebeilage).\n\n3. In seiner Vernehmlassung vom 17. Mai 2017 schloss das Betreibungsamt S. auf\nAbweisung der Beschwerde. Das Amt führte aus, zum Zeitpunkt der Erstellung des\nLastenverzeichnisses sei aus dem Grundbuch der Eintrag des gesetzlichen Grundpfandrechts zugunsten der Sozialen Dienste A.________ in der Pfandstelle Null\nnicht ersichtlich gewesen. Deshalb habe das Amt auf Seite sieben des Lastenver-\n\n2\nzeichnisses Folgendes verfügt: «Zurzeit ist gemäss Grundbuchamt die Anmeldung\nzum Eintrag eines gesetzlichen Pfandrechts hängig. Unter dem Vorbehalt, dass die\nForderung aufgrund der Grundbuchanmeldung vom 22.03.2017 als nachrangig gesicherte Grundpfandverschreibung durch das Grundbuchamt eingetragen wird, wird\ndie Forderung (der Einwohnergemeinde A.________) im 6. Rang zugelassen. Ohne diese Eintragung fällt die Forderung aus dem Lastenverzeichnis. Die Forderung\nsteht in keinem unmittelbaren Zusammenhang zwischen Pfandrecht und Grundstück. Demzufolge besteht weder ein gesetzlich vorrangiges- noch ein gesetzlich\nnachrangiges Pfandrecht, weshalb die Forderung nicht als gesetzliches Pfandrecht\nin diesem Lastenverzeichnis zugelassen wird. […]». Das Betreibungsamt S. informierte die Aufsichtsbehörde zudem, dass die am 29. Juni 2017 angesetzte Versteigerung widerrufen worden sei.\n\nDie Vernehmlassung ging mit Verfügung vom 19. Mai 2017 zur Kenntnisnahme an\ndie Beschwerdeführerin.\n\n4. Die Zuständigkeit der kantonalen Aufsichtsbehörde als Beschwerdeinstanz ergibt\nsich aus Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs\n(SchKG; SR 281.1) i.V.m. Art. 10 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (EGSchKG; BSG 281.1).\n\n"}