{"Signatur": "BE_OG_007", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2009-01-19", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_007_ABS-2009-13_2009-01-19.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/ABS_2009_13_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7786be7830a96204cb1806877219798926263c59aee4699d39f6db6e93dcfc4a9ea7de1b48c70812f3b00b1397f1d1533d3?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7786be7830a96204cb1806877219798926263c59aee4699d39f6db6e93dcfc4a9ea7de1b48c70812f3b00b1397f1d1533d3&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ABS_2009_13", "Checksum": "f92b4a9c85b9859a7de2eaa26b2c8102"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ABS 2009 13"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 19.01.2009 ABS 2009 13"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite 19.01.2009 ABS 2009 13"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 17, 140 Abs. 2 SchKG; Art. 818 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB: Beschwerde gegen Lastenverzeichnis | BA BEMI, Dienststelle Mittelland"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 09:04:57", "Checksum": "bbd5e8706aaf7118fea52257034e3748", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 19.01.2009 ABS 2009 13\nRegeste:\nArt. 17, 140 Abs. 2 SchKG; Art. 818 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB: Beschwerde gegen Lastenverzeichnis | BA BEMI, Dienststelle Mittelland\n\nABS 09 13, publiziert März 2009\n\nEntscheid der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen des Kantons Bern,\nunter Mitwirkung von Oberrichter Messer, Oberrichter Rieder und Oberrichter Greiner\nsowie Kammerschreiberin Burch,\n\nvom 19. Januar 2009\n\nhat in der Sache\n\nC. A.\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nBetreibungs- und Konkursamt B., Dienststelle P.\n\nRegeste:\n1) Art. 17, 140 Abs. 2 SchKG: Zulässigkeit der betreibungsrechtlichen Beschwerde\ngegen das Lastenverzeichnis, da es um eine formelle Überprüfung desselben, um die\nEinhaltung der Verfahrensvorschriften, geht.\n2) Art. 818 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB: Für die grundpfandrechtlich gesicherte Kapitalforderung\nsind drei zur Zeit des Pfandverwertungsbegehren verfallene Jahreszinse und der seit\ndem letzten Zinstag laufende Zins ins Lastenverzeichnis aufzunehmen.\n\nRedaktionelle Vorbemerkungen:\nIm Grundpfandverwertungsverfahren hat Gläubiger C. A. eine grundpfandgesicherte\nDarlehensforderung im Umfang von Fr. 50'000.00 sowie Zinsforderungen in der Höhe\nvon Fr. 51'853.00 zum Eintrag ins Lastenverzeichnis angemeldet. Die Dienststelle P.\nliess das Kapital im Umfang von Fr. 50'000.00 sowie drei verfallene Jahreszinse zu 8%\nund den laufenden Jahreszins zu. Die restliche Forderung wies sie ab.\n\nAuszug aus den Erwägungen:\n\n(…)\n\n4. Vorab stellt sich die Frage nach der Abgrenzung zwischen dem\nbetreibungsrechtlichen Beschwerdeverfahren nach Art. 17 SchKG und der\nBestreitung des Lastenverzeichnisses gemäss Art. 140 Abs. 2 SchKG. Vor der\nVersteigerung ermittelt das zuständige Betreibungsamt die auf dem Grundstück\nruhenden Lasten (Dienstbarkeiten, Grundlasten, Grundpfandrechte und vorgemerkte\npersönliche Rechte). Es stützt sich hierbei auf den Grundbuchauszug und auf die\nEingaben der Berechtigten. Eine Befugnis zur Überprüfung der angemeldeten\nAnsprüche steht dem Betreibungsamt hingegen nicht zu: Es darf angemeldete\nAnsprüche oder solche, die sich aus dem Grundbuch ergeben, weder ablehnen noch\nabändern oder bestreiten (BGE 121 III 24; HÄUSERMANN /STÖCKLI /FEUZ in: Kommentar\nzum Bundesgesetz über Schuld-betreibung und Konkurs, Basel 1998, SchKG II, N\n100 ff. zu Art. 140). Die Bereinigung des bestrittenen Lastenverzeichnisses erfolgt\nnach den Grundsätzen des Widerspruchsverfahrens gemäss Art. 106 ff. SchKG.\nFormelle Fehler des Betreibungs-amtes hingegen sind nicht dem zuständigen Richter\nvorzulegen, sondern mit der betreibungsrechtlichen Beschwerde bei der kantonalen\nAufsichtsbehörde zu rügen (HÄUSERMANN /STÖCKLI /FEUZ, a.a.O., N 123 ff. zu Art.\n140). Dreht sich der Streit mit anderen Worten nicht um einen im Lastenverzeichnis\naufgeführten Anspruch an sich, sondern bloss um die Einhaltung der\nVerfahrensvorschriften bei dessen Grundlegung, Ergänzung und Bereinigung, ist die\nAufsichtsbehörde zum Entscheid zuständig. Über die materielle Begründetheit des\nAnspruch es entscheidet hingegen alleine der Richter (JENT-SØRENSEN , Die\nRechtsdurchsetzung bei der Grundstückverwertung in der Spezialexekution,\nZürich/Basel/Genf 200 3, N 130 ff.; AMONN/WALTHER, Grundriss des\nSchuldbetreibungs- und Konkursrechts, Bern 2008, § 28 N 39; JAE-GER/WALDER/KULL,\nBundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Zürich 2006, N 23 zu Art. 140;\nSTAEHELIN in: Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs,\nErgänzungsband, Basel 2005, ad N126 zu Art. 140 mit Hinweis auf Entscheid der\nObergerichtskommission Obwalden vom 13. Januar 2000).\n\nIn casu ist die Frage zu beantworten, in welchem Umfang die verfallenen Jahreszinse\nund der laufende Marchzins der durch Grundpfandrecht gesicherten Kapitalforderung\nim Lastenverzeichnis aufzunehmen sind. Gemäss Art. 818 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB bietet\ndas Grundpfandrecht dem Gläubiger auch Sicherheit für drei zur Zeit des\nPfandverwertungsbegehrens verfallene Jahreszinse und den seit dem letzten Zinstag\nlaufenden Zins. Das Kapital und der bis zum Verwertungstag laufende Zins wird bei\neinem im Grundbuch ausgewiesenen Grundpfandgläubige auch ohne entsprechende\nAnmeldung berücksichtigt (A MONN/WALTHER, a.a.O., § 28 N 18), da sich der\ndiesbezügliche Anspruch unmittelbar aus Art. 818 ZGB er gibt. Dies lässt vorliegend\nden Schluss zu, dass nicht das Grundpfandrecht an sich bestritten ist, sondern\nlediglich die Berechnung und Berücksichtigung des verfallenen Jahres- und des\naktuellen Marchzinses. Da es mit anderen Worten darum geht, ob das\nBetreibungsamt den Umfang der Pfandsicherung korrekt festgestellt hat, ist\nvorliegend die Beschwerdemöglichkeit nach Art. 17 SchKG zu bejahen und auf die\nEingabe ist einzutreten (vgl. zum Ganzen Entscheid der Obergerichtskommission\nObwalden vom 13. Januar 2000 E. 4). Die Zuständigkeit der kantonalen\nAufsichtsbehörde ergibt sich aus Art. 17 SchKG in Verbindung mit Art. 10 EGSchKG.\n\n"}