Auch, dass sie sich als schlechte Tochter fühlte, weil sie den Vater «verraten» habe, obwohl ihr dieser kürzlich neue Turnschuhe gekauft habe, zeigt ihre Zerrissenheit. Einerseits liebte sie ihren Vater und war diesem auch dankbar für vieles. Andererseits wollte sie, dass die Übergriffe aufhören. Auch an der Berufungsverhandlung erklärte sie, ihr sei es damals nicht um Bestrafung ihres Vaters, sondern um ihre Sicherheit gegangen (pag. 910 Z. 26). Dass sie es mittlerweile jedoch fair und gerecht fände, dass er bestraft wird, zumal er ihr dies angetan, es aber abgestritten habe (vgl. pag. 909 Z. 3 ff. und pag. 910 Z. 27 f.) ist – aus ihrer Warte betrachtet – ebenso nachvollziehbar.