Wer eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um sich oder eine andere Person aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leib, Leben, Freiheit, Ehre, Vermögen oder andere hochwertige Güter zu retten, wird milder bestraft, wenn ihm zuzumuten war, das gefährdete Gut preiszugeben. War dem Täter nicht zuzumuten, das gefährdete Gut preiszugeben, so handelt er nicht schuldhaft (entschuldbarer Notstand i.S.v. Art. 18 StGB). Die Notstandslage setzt eine unmittelbare Gefahr für ein individuelles Rechtsgut voraus. Gleichgültig bleibt, ob die Gefahr für das Rechtsgut von einem Menschen oder von einer Naturgewalt ausgeht.