Es komme vor, dass der Operateur vor einem chirurgischen Eingriff in der Hoffnung, einen Hinweis auf die Stärke der Blutung zu erhalten, das Labor bitte, die primäre Hämostase durch Messung der «Blutungszeit» zu bewerten. Hierbei handle es sich um eine Methode, bei der eine kleine standardisierte Wunde am Unterarm angelegt und die Zeit gemessen werde, in der das Blut ungehindert aus der Wunde fliesse. Es handle sich um einen Test mit geringem Vorhersagewert, der durch eine schlechte Sensitivität und Spezifität sowie eine mangelnde Reproduzierbarkeit gekennzeichnet sei. Dennoch werde davon ausgegangen, dass der «normale» Wert bei 6 ± 2 Minuten liegen sollte.