Der Beschuldigte wusste um diese langjährigen, teils einschränkenden gesundheitlichen Probleme seiner Ehefrau, weshalb ihm auch bewusst gewesen sein muss, dass die durch die toxische Dosis Colchicin ausgelösten Norovirus-ähnlichen Symptome bei seiner Ehefrau nicht nur starke physische, sondern auch psychische Schmerzen verursachen würden. Dass er trotz – bzw. gerade aufgrund – dieses Wissens kein anderes, weniger schmerzhaftes Gift wählte, sondern eines, dessen Verabreichung in bestehenden Beschwerden hätte aufgehen können, mutet besonders heimtückisch und gefühlskalt an.