Im Verhältnis zur Veruntreuung gilt die Faustregel, dass nur Betrug vorliegt, wenn der Täter Treue (d.h. den Willen zum getreuen Umgang mit der Sache bzw. den Vermögenswerten) vorgespiegelt hat. Scheidet bei der Vorspiegelung des getreuen Umgangs Betrug mangels Arglist aus, kann der «Nichtbetrug» die Anwendung des Veruntreuungstatbestandes nicht sperren (MAEDER/NIGGLI, a.a.O., N. 296 zu Art. 146 StGB mit Verweis auf KassH BE, 24. 5. 2004, ZBJV 2005, 119 sowie NIG- GLI/RIEDO, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch/Jugendstrafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N. 209 f. zu Art. 138 StGB).