Auf Seiten der Privatklägerin liegen die Gründe für die Ambivalenz auf der Hand: Sie ist die monatelangen Demütigungen und die Übergriffe zwar endgültig leid, kommt aber aus einer Kultur, in welcher den Frauen beigebracht wird, das passende Gegenstück zur Erwartungshaltung des Mannes an sie zu bilden: Die Ehe muss um jeden Preis «gerettet» werden, bei allen Emanzipationsgelüsten dringt doch immer wieder die antrainierte Unterordnungshaltung durch, Angst vor der Hilflosigkeit in einem «fremden» Land ohne den angetrauten Patriarchen.