Der Ausdruck «Vagant» erfüllt zweifellos den objektiven Tatbestand der Beschimpfung (Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 17 290 vom 27. April 2018 E. III.2.2). Sodann kann auch das Zeigen des Mittelfingers («Stinkefinger») eine Beschimpfung darstellen (vgl. Urteil des BGer 6B_2/2013 vom 4. März 2013 E. 5.). Vom Tatbestand werden mithin Ehrverletzungen (Tatsachenbehauptungen oder gemischte Werturteile) unter vier Augen (d.h. nur dem Opfer gegenüber) und Ehrverletzungen in Form von Formalinjurien (reines Werturteil) gegenüber dem Opfer oder gegenüber Dritten erfasst (RIKLIN, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch/ Jugendstrafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 3 zu Art. 177 StGB).