In der Strafrechtslehre wird die Anwendung von Art. 6 OGB im ordentlichen Verfahren kritisiert und weitgehend abgelehnt. Es wird festgehalten, dass Art. 6 OBG mit dem Schuldstrafrecht, der Unschuldsvermutung und auch dem Grundsatz nemo tenetur se ipsum assusare [recte: accusare] nicht zu vereinbaren sei (MAEDER, Bundesgericht, Strafrechtliche Abteilung, Urteil 6B_252/2017 vom 20. Juni 2018 […], in: AJP 2018 S. 1411, 1414; BSK SVG-MAEDER/NIGGLI, Art. 102 SVG N 30; BGer 6B_748/2009 E.2.2). Die Unschuldsvermutung werde dadurch verletzt, dass die Bestimmung die Täterschaft des Halters vermuten lasse und ihm die Beweislast seiner Unschuld auferlege;