Vieles passierte an verschiedenen Orten praktisch gleichzeitig. Niemand verfolgte indessen das Geschehen schön chronologisch vom Anfang bis zum Ende, insbesondere beobachtete niemand den Moment der Schussabgabe. Die Zeugen – alle erkannten die Gefährlichkeit der Situation – versteckten sich, gingen in Deckung, fuhren bereits davon oder waren im entscheidenden Moment noch gar nicht anwesend. Sie nahmen folglich nur Sequenzen wahr und waren schlicht damit überfordert, alles zu erfassen und einzuordnen. Die Kammer ist davon überzeugt, dass keiner der unbeteiligten Augenzeugen bewusst falsche Angaben machen wollte.