Die «einfache» Veruntreuung (vgl. dazu die allgemeinen theoretischen Ausführungen in Ziff. 12.1 nachfolgend) wird zur qualifizierten Veruntreuung, wenn der Täter die Tat als Mitglied einer Behörde, als Beamter, Vormund, Beistand, berufsmässiger Vermögensverwalter oder bei der Ausübung eines Berufes oder Handelsgeschäftes, zu der er durch eine Behörde ermächtigt ist, begeht (Art. 138 Ziff. 2 aStGB). Mit dieser Qualifikation sollen Täter erfasst und strenger bestraft werden, die ein erhöhtes Vertrauen geniessen (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/CHRISOF RIEDO, in: Basler Kommentar, StGB II, N. 155 zu Art. 138 StGB).