{"Signatur": "BE_OG_005", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2013-07-04", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2012-218_2013-07-04.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/SK_2012_218_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778b64e6a985b0625b27cd8c05fd68ba79c8a3e937a85f8af8a7289ff42b28d60cd2dd2d851bc8f85d9920957fa44a694cb?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778b64e6a985b0625b27cd8c05fd68ba79c8a3e937a85f8af8a7289ff42b28d60cd2dd2d851bc8f85d9920957fa44a694cb&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=SK_2012_218", "Checksum": "8f02e0a8d2129074743530dd84b53481"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["SK 2012 218"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Strafkammern 04.07.2013 SK 2012 218"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres pénale 04.07.2013 SK 2012 218"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Strafkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres pénale"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Strafkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "1. 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Juli 2013\n\nin der Strafsache gegen\n\nX.\namtlich verteidigt durch Rechtsanwalt R.\nBeschuldigter/Berufungsführer\n\ngegen\n\nGeneralstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250,\n3001 Bern\nBerufungsführerin\n\nund\n\nY.\nvertreten durch Fürsprecher F.\nStrafkläger/Anschlussberufungsführer\n\nwegen Betrugs, evtl. qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, sowie wegen passiver\nPrivatbestechung\n\nRegeste:\n\n1. Die Voraussetzungen der betrügerischen Arglist gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB sind\nnicht erfüllt, wenn ein unabhängiger Vermögensverwalter seinen Kunden anlässlich\nder Vertragsverhandlungen mitteilt, dass er Vergütungen/Retrozessionen erhalten\nwerde, seine Klienten keine unerfahrenen Personen in Sachen Vermögensverwaltung\nsind und er einzig darauf hofft, dass seine Klienten diesbezüglich keine weiteren Fragen stellen.\n2. Ungetreue Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 StGB kann vorliegen, wenn in\neinem vertraglichen Auftragsverhältnis neben der Herausgabepflicht zusätzlich die\nAufklärungspflicht sowie die Rechnungslegungs-/Abrechnungspflicht verletzt werden.\n3. Zur Erfüllung des Tatbestands der passiven Privatbestechung gemäss Art. 4a lit. b\nUWG bedarf es des Nachweises einer effektiven Beeinflussung der im Ermessen stehenden Handlung oder Unterlassung durch den nicht gebührenden Vorteil.\nErwägungen\n\nI. Formelles\n\n1. Erstinstanzliches Urteil\n\nDas kantonale Wirtschaftsstrafgericht (als Einzelgericht) hat mit Urteil vom 08. Mai\n2012 folgendes erkannt (vgl. Ordner VII ab Eingang WSG pag. 094 ff., nachfolgend\nWSG):\n\nI.\n\nX., vgt., wird freigesprochen:\n\nvon der Anschuldigung der passiven Bestechung, angeblich begangen in der Zeit vom\n01.07.2006 bis 31.01.2008, in K. und anderswo;\n\nohne Ausrichtung einer Entschädigung, aber unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 1'000.00 an den Kanton Bern.\n\nII.\n\nX., vgt., wird schuldig erklärt:\n\nder qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach begangen\n\n1. von ca. Februar 2000 bis ca. 31.03.2008 in K. und anderswo, zum Nachteil von Z., im\nDeliktsbetrag von CHF 45'038.05;\n\n2. von ca. 16.12.2002 bis ca. 31.03.2008 in K. und anderswo, zum Nachteil von Y., im Deliktsbetrag von CHF 44'237.50;\n\nund in Anwendung der Art. 29 lit. c, 34, 42, 44, 47, 49 Abs. 1, 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB,\nArt. 422, 426 Abs. 1, 433 Abs. 1 StPO\n\nIII.\n\nverurteilt:\n\n1. Zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu CHF 10.00, ausmachend total\nCHF 1'500.00.\n\nDer Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.\n\n2\n2. Zur Bezahlung der Verfahrenskosten, bestehend aus\n\nden restlichen Kosten der Voruntersuchung:\nGebühr CHF 7'000.00\nAuslagen CHF 89.00\n\nden Kosten der Hauptverhandlung (inkl. schriftl. Begründung):\nGebühr CHF 1'500.00\nAuslagen CHF 150.00\n\nTotal ausmachend CHF 8'739.00\n\nWird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00\n(Artikel 8 VKD).\n\n3. Zur Ausrichtung einer Parteientschädigung von CHF 13'786.35 an Y. für die notwendigen Aufwendungen im Verfahren.\n\nIV.\n\nDie Entschädigung für die amtliche Verteidigung von X. durch Rechtsanwalt R. wird wie\nfolgt bestimmt:\nLeistungen bis 31.12.2010\nStunden Satz\namtliche Entschädigung 27.10 200.00 CHF 5'420.00\nAuslagen MWST-pflichtig CHF 1'240.10\nMehrwertsteuer 7.6% auf CHF 6'660.10 CHF 506.15\nAuslagen ohne MWST CHF\nTotal, vom Kanton Bern auszurichten CHF 7'166.25\n\nvolles Honorar 27.10 250.00 CHF 6'775.00\nAuslagen MWSt-pflichtig CHF 1'240.10\nMehrwertsteuer 7.6% auf CHF 8'015.10 CHF 609.15\nAuslagen ohne MWSt CHF 0.00\nTotal CHF 8'624.25\n\nnachforderbarer Betrag CHF 1'458.00\n\n"}