{"Signatur": "BE_OG_005", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2013-04-09", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2009-409_2013-04-09.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/SK_2009_409_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77818ed1839f6bc90690ccb403ac84e6f0ac2d092c32ae119d5f3a7248e9c0b54845f81e471b8dc0065ac5e3e8b9c6928ab?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77818ed1839f6bc90690ccb403ac84e6f0ac2d092c32ae119d5f3a7248e9c0b54845f81e471b8dc0065ac5e3e8b9c6928ab&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=SK_2009_409", "Checksum": "8388a3a34be45314f5a8fc924d7dfa54"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["SK 2009 409"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Strafkammern 09.04.2013 SK 2009 409"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres pénale 09.04.2013 SK 2009 409"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Strafkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres pénale"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Strafkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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September 2012\n\nin der Strafsache gegen\n\nA.\namtlich verteidigt durch Rechtsanwalt T.\nprivat verteidigt durch Rechtsanwältin U.\nBeschuldigter/Berufungsführer\n\nB.\namtlich verteidigt durch Fürsprecher V.\nBeschuldigter/Anschlussberufungsführer\n\nC.\namtlich verteidigt durch Fürsprecher W.\nBeschuldigter/Anschlussberufungsführer\n\nD.\namtlich verteidigt durch Fürsprecher X.\nBeschuldigter\n\nE.\nverteidigt durch Rechtsanwalt Y.\n(im amtlichen Mandat sistiert: Rechtsanwalt Z.)\nBeschuldigter/Berufungsführer\n\ngegen\n\nGeneralstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250,\n3001 Bern\nBerufungsführerin\n\nwegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz.\n\n1\nRegeste:\nFestlegung des Grenzwerts für die Bejahung des mengenmässig qualifizierten Falles\ngemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG auf 12 g reines Methamphetamin (in Anlehnung an die\nEmpfehlung der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin vom Juni 2010).\nDie Strafbehörden setzen zur Wahrheitsfindung alle nach dem Stand der Wissenschaft und\nErfahrung geeigneten Beweismittel ein, die rechtlich zulässig sind (Art. 139 Abs. 1 StPO).\nEs handelt sich bei der Empfehlung der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin um\nein unproblematisches, weil nicht irgendwie rechtswidrig erlangtes und/oder unverwertbares\nBeweismittel, welches das Gericht frei würdigen kann und sogar muss, da es wissenschaftlich aktuell ist. Ein Gericht hat darauf abzustellen, bevor das Bundesgericht darüber befinden\nkann. Ansonsten würden neue Erkenntnisse nie bis zum Bundesgericht gelangen und letztlich gar nie Anwendung finden.\n\nRedaktionelle Vorbemerkungen\nAngefochten und oberinstanzlich zu überprüfen waren drei Haupturteile verbunden mit zwei\nangefochtenen Widerrufsurteilen. Es galt dabei insgesamt drei Sachverhaltskomplexe im\nBereich des Thaipillenhandels zu beurteilen. Die Kammer vereinigte die Verfahren und beschloss, das Verfahren einheitlich nach den Bestimmungen der (neuen) StPO durchzuführen.\nDen Beschuldigten wurde vorgeworfen, mengenmässig qualifiziert, gewerbsmässig und teilweise bandenmässig mit Thaipillen gehandelt zu haben. Die verschiedenen Vorinstanzen\nhaben unterschiedlich dargelegt, welche Menge an Thaipillen gehandelt werden muss, damit\nvon einem mengenmässig qualifizierten Fall gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG auszugehen.\nGegen den Entscheid wurde Beschwerde in Strafsachen beim Eidgenössischen Bundesgericht eingereicht.\n\n[…]\n\nIV. Sachverhalt und Beweiswürdigung\n[…]\n\n1. Thaipillen Grenzwerte\nDie Vorinstanzen haben bei den vorliegend zu überprüfenden Urteilen die Mengen an\nreinem Methamphetamin pro Pille nicht einheitlich berechnet, was zu unterschiedlichen\nResultaten bei der Grenzziehung für den mengenmässig qualifizierten Fall („...die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann“) gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG\n(resp. Art. 19 Ziff. 2 lit. a aBetmG) führte. Ob und um allenfalls wie viel die Grenze jeweils überschritten wurde, hängt massgebend davon ab, wie die Reinmenge an Methamphetamin ermittelt wird und wo die Grenze für den qualifizierten Fall gezogen wird.\n\n"}