{"Signatur": "BE_OG_005", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2009-04-14", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2008-284_2009-04-14.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/SK_2008_284_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778e49a8954fa1c147ab11445ed216e3b2215aa525a79f182a8de5bedf04bf11f9387297dd508c0da130fed610e3a0e916e?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778e49a8954fa1c147ab11445ed216e3b2215aa525a79f182a8de5bedf04bf11f9387297dd508c0da130fed610e3a0e916e&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=SK_2008_284", "Checksum": "f8fe149131441767df821ad682570702"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["SK 2008 284"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Strafkammern 14.04.2009 SK 2008 284"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres pénale 14.04.2009 SK 2008 284"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Strafkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres pénale"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Strafkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "1. Strafkammer  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Verjährungsunterbruch (Leitentscheid) | Betrug"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 09:02:58", "Checksum": "4ae6cfc0341b94db599ab63b81dca81c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Strafkammern 14.04.2009 SK 2008 284\nRegeste:\nVerjährungsunterbruch (Leitentscheid) | Betrug\n\nSK-Nr. 2008/284\n\nDie 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern,\nunter Mitwirkung von Oberrichter Zihlmann (Präsident i.V.), Oberrichter Weber und\nOberrichter Stucki sowie Kammerschreiberin Kummer\n\nmit Zirkulationsbeschluss vom 14. April 2009\n\nin der Strafsache gegen\n\nA.\nvertreten durch Rechtsanwalt X\nAngeschuldigter\n\nwegen Betruges\n\nGeneralprokuratur des Kantons Bern, [...]\nAppellantin\n\n1. B.\n\nPrivatkläger/Appellant 1\n\n2. C.\n\nPrivatklägerin/Appellantin 2\n\nRegeste:\nDer telefonisch veranlasste Beizug von Zivilakten für ein laufendes Ermittlungsverfahren\ndurch den Untersuchungsrichter ist als verjährungsunterbrechende Untersuchungshandlung\nder Strafverfolgungsbehörde zu werten.\n\nRedaktionelle Vorbemerkungen:\nAm 16. Februar 2004 erstattete die Privatklägerschaft Strafanzeige gegen A. Am 2. März\n2004 edierte der Untersuchungsrichter telefonisch Zivilakten betreffend eines Verfahrens\nzwischen dem Angeschuldigten und den Privatklägern. Am 22. Oktober 2007 eröffnete der\nUntersuchungsrichter die Strafverfolgung gegen A. Am 9. Juli 2008 wurde dem Strafverfahren\ngegen A. durch den Gerichtspräsidenten wegen Eintritts der Verfolgungsverjährung keine\nweitere Folge gegeben. Dagegen appellierten sowohl die Privatklägerschaft als auch die\nGeneralprokuratur. Die Kammer hatte zu beurteilen, ob die telefonische Anforderung der\nZivilakten beim gleichen Gerichtskreis durch den Untersuchungsrichter eine\nverjährungsunterbrechende Handlung darstellt.\n\nAuszug aus den Erwägungen:\n\n[...]\n\nII. MATERIELLES\n\n[...]\n\nB. Die Generalprokuratur\n\nDer stellvertretende Generalprokurator begründet in seinem Parteivortrag vom 18. September\n2008 seinen Antrag folgendermassen:\n\n„Die vom Gericht im Zwischenentscheid vertretene Auffassung, der Beizug der Zivilakten\nstelle keine förmliche Prozessvorkehr der Strafverfolgungsbehörde dar (pag. 441), wird aus\nfolgenden Überlegungen vollumfänglich bestritten: Anders als der erstinstanzliche Richter bin\nich der Auffassung, die Strafsache sei noch nicht verjährt. Unbestritten ist, dass die\naltrechtlichen Verjährungsvorschriften als milderes Recht zur Anwendung gelangen. Zu\nprüfen ist, ob die relative Verjährung im Sinne von Art. 72 Ziff. 2 aStGB rechtzeitig\nunterbrochen wurde. Indem der Untersuchungsrichter am 2. März 2004 (Eingang der edierten\nGerichtsakten beim Untersuchungsrichteramt, pag. 257) beim Gerichtskreis XII Frutigen-\nNiedersimmental die Zivilakten in der Rechtsöffnungssache zwischen Strafanzeiger und\nAngeschuldigtem edierte, wurde die laufende Verjährung unterbrochen, und die Frist begann\nvon Neuem zu laufen. Dass die Aktenedition telefonisch erfolgte, änderte nichts daran, umso\nmehr, als die Aktenedition aktenkundig gemacht wurde (pag. 257).\n\nMit der Aktenedition begann die Ermittlungstätigkeit des Untersuchungsrichters. Der\nAktenedition ging eine Strafanzeige von Privaten aus. In der Folge wurde die Polizei im Sinne\nvon Art. 199 Abs. 3 StrV mit näheren Abklärungen beauftragt (pag. 43 ff.). Indem die\n\n"}