{"Signatur": "BE_OG_003", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2023-06-23", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_003_KES-2023-437_2023-06-23.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2023_437_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77896731576e7f02e855f5b02879631fdee4b0a1392e4adf09fa4f690c864d166317248c4beafbb6631fea27a167e52c6e1?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77896731576e7f02e855f5b02879631fdee4b0a1392e4adf09fa4f690c864d166317248c4beafbb6631fea27a167e52c6e1&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2023_437", "Checksum": "5e6ec134c2fbc32b729bbd5c66b29c74"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2023 437"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht 23.06.2023 KES 2023 437"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de la protection de l'enfant et de l'adulte 23.06.2023 KES 2023 437"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de la protection de l'enfant et de l'adulte"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Kindes- und Erwachsenenschutzgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Kindes- und Erwachsenenschutzgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Klinikärzte als sachverständige Personen | Fürsorgerische Unterbringung durch KESB"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 00:01:17", "Checksum": "f706074708768a0ffa01618b5e4a3989", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht 23.06.2023 KES 2023 437\nRegeste:\nKlinikärzte als sachverständige Personen | Fürsorgerische Unterbringung durch KESB\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nKindes- und Erwachsenen- Tribunal de la protection\nschutzgericht de l'enfant et de l'adulte\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern KES 23 437\nTelefon +41 31 635 48 06\nFax +41 31 634 50 53\nObergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. Juni 2023\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Vorsitz), Fachrichter Dr. med. Corrodi und Fachrichterin Biedermann\nGerichtsschreiberin Wellig\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nzurzeit B.________ (Klinik)\nvertreten durch Rechtsanwältin C.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Oberland\nOst, Schloss 11, Postfach, 3800 Interlaken\nVorinstanz\n\nGegenstand Fürsorgerische Unterbringung\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Oberland Ost vom 6. Juni 2023 (Referenz:\n2017-4267)\nRegeste\n\nArt. 450e Abs. 3 ZGB; Klinikärzte als sachverständige Personen\nEin Arzt kann nicht allein deshalb als sachverständige Person abgelehnt werden, weil er\ndie betroffene Person schon in einem früheren Verfahren einmal begutachtet hat, sofern\ndas Ergebnis der Begutachtung nach wie vor als offen und nicht vorbestimmt erscheint.\nEbenso wenig begründen eine persönliche Bekanntschaft zwischen dem behandelnden\nArzt und der sachverständigen Person, die beide in derselben Klinik arbeiten, sowie die\nArbeit unter der Weisungsbefugnis der Klinik für sich allein einen Anschein der Befangenheit. Klinikärzte, die selbst nicht mit der Behandlung und Betreuung der betroffenen Person befasst sind, können daher grundsätzlich als sachverständige Personen beigezogen\nwerden, sofern nicht weitere Umstände hinzutreten, die sie als befangen erscheinen lassen (E. 6.2.2).\n\nEine untergeordnete Beteiligung an der Behandlung der betroffenen Person schliesst eine\nspätere Tätigkeit als sachverständige Person nicht von vornherein aus. In dieser Hinsicht\nist darauf abzustellen, ob zwischen dem Klinikarzt beziehungsweise dem ehemals behandelnden Arzt und der betroffenen Person eine persönliche Behandlungsbeziehung aufgebaut worden ist (E. 6.2.4).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1.\n1.1 A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) trat am 9. April 2023 in alkoholisiertem Zustand in die B.________ (Klinik) ein.\n1.2 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Oberland Ost (nachfolgend:\nVorinstanz) ordnete mit Entscheid vom 26. April 2023 die stationäre Begutachtung\nder Beschwerdeführerin an und beauftragte die B.________ (Klinik) mit der Erstellung eines Gutachtens bis spätestens am 25. Mai 2023 (pag. 73 ff.).\n1.3 Das fachpsychiatrische Gutachten der B.________ (Klinik) datiert vom 25. Mai\n2023 und wurde von Chefarzt Dr. med. D.________ erstellt (pag. 103 ff.).\n1.4 Am 6. Juni 2023 eröffnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Beschwerdeführerin das Gutachten von Dr. med. D.________ und erläuterte die gutachterlichen Empfehlungen. Weiter informierte die Kindes- und Erwachsenschutzbehörde die Beschwerdeführerin über die beabsichtigte fürsorgerische Unterbringung. Diese erklärte sich damit nicht einverstanden (pag. 67 ff.).\n1.5 Gestützt auf das Gutachten vom 25. Mai 2023 verfügte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde mit Entscheid vom 6. Juni 2023 die fürsorgerische Unterbringung der Beschwerdeführerin in der B.________ (Klinik). Die B.________ (Klinik)\nwurde mit der weiteren Behandlung und Betreuung der Beschwerdeführerin sowie\nmit der Organisation einer angemessenen Anschlusslösung beauftragt (pag. 59 ff.).\n\n2\n2.\n2.1 Gegen diesen Unterbringungsentscheid erhob die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin am 15. Juni 2023 Beschwerde beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht des Kantons Bern mit folgenden Rechtsbegehren (pag. 1 ff.):\n1. Der Entscheid der KESB Oberland Ost vom 6. Juni 2023 sei aufzuheben.\n2. Die Fürsorgerische Unterbringung der Beschwerdeführerin sei aufzuheben.\n3. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin vom 1. – 8. Juni 2023 unrechtmässig in der\nB.________ (Klinik) festgehalten worden sei,\n- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. -\n\n2.2 Am 22. Juni 2022 reichte die B.________ (Klinik) eine ärztliche Stellungnahme und\nden aktualisierten Verlaufsbericht ein (pag. 323 ff., 353 ff.).\n2.3 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde schloss mit Vernehmlassung vom\n22. Juni 2023 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (pag. 361 ff.).\n2.4 Die Verhandlung vor dem Kindes- und Erwachsenenschutzgericht fand am 23. Juni\n2023 statt (pag. 367 ff.).\n\nII.\n\n"}