{"Signatur": "BE_OG_003", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2022-12-30", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_003_KES-2022-938_2022-12-30.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2022_938_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787fde57eb7f0179b9ecfbb9027887debfb5af578502e324a97d816190f692fcf571ea373083e9d42fc124bbff4bd99339?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787fde57eb7f0179b9ecfbb9027887debfb5af578502e324a97d816190f692fcf571ea373083e9d42fc124bbff4bd99339&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2022_938", "Checksum": "2a6ea63b8214f5eac9a5e050208c9556"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2022 938"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht 30.12.2022 KES 2022 938"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de la protection de l'enfant et de l'adulte 30.12.2022 KES 2022 938"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de la protection de l'enfant et de l'adulte"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Kindes- und Erwachsenenschutzgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Kindes- und Erwachsenenschutzgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Fürsorgerische Unterbringung durch Arzt ohne Berufsausübungsbewilligung; Unabhängigkeit von Sachverständigen | Fürsorgerische Unterbringung durch Arzt/Ärztin"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 00:54:59", "Checksum": "0c972c4347a1908008597958d770aa7f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht 30.12.2022 KES 2022 938\nRegeste:\nFürsorgerische Unterbringung durch Arzt ohne Berufsausübungsbewilligung; Unabhängigkeit von Sachverständigen | Fürsorgerische Unterbringung durch Arzt/Ärztin\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nKindes- und Erwachsenen- Tribunal de la protection\nschutzgericht de l'enfant et de l'adulte\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern KES 22 938\nTelefon +41 31 635 48 06\nFax +41 31 634 50 53\nObergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 30. Dezember 2022\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Vorsitz), Fachrichter Dr. med. Graf und Fachrichterin Biedermann\nGerichtsschreiberin Brönnimann\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nzurzeit Privatklinik Wyss AG, Fellenbergstrasse 34, 3053 Münchenbuchsee\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nDr. med. C.________\nVorinstanz\n\nGegenstand Fürsorgerische Unterbringung\n\nBeschwerde gegen die ärztliche fürsorgerische Unterbringung\nvom 6. Dezember 2022\nRegeste:\n\nFürsorgerische Unterbringung durch Arzt ohne Berufsausübungsbewilligung; Unabhängigkeit von Sachverständigen\nAuch Ärztinnen und Ärzte ohne Berufsausübungsbewilligung sind im Sinne von Art. 27\nKESG zur Anordnung von fürsorgerischen Unterbringungen befugt, sofern sie unter der\nfachlichen Aufsicht und Verantwortung eines Arztes mit entsprechender Berufsausübungsbewilligung handeln (E. 6).\nKlinikärztinnen und -ärzte, die selber nicht mit der Behandlung der betroffenen Person\nbetraut sind, sind in der Regel als genügend unabhängig zu betrachten, um als Sachverständige eingesetzt zu werden. Dies gilt jedenfalls in Konstellationen, in denen die Klinik\nweder zuvor über ein Entlassungsgesuch entschieden hat noch ein Klinikarzt die fürsorgerische Unterbringung angeordnet hat (E. 12).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1.\n1.1 Am 6. Dezember 2022 wurde A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) von\nmed. pract. D.________, Stv. Oberärztin der Psychiatrischen Dienste Thun, mittels\närztlicher fürsorgerischer Unterbringung in der Privatklinik Wyss untergebracht\n(pag. 29).\n1.2 Am 12. Dezember 2022 erging ein weiterer Entscheid betreffend Einweisung des\nBeschwerdeführers per 6. Dezember 2022 in die Privatklinik Wyss, unterzeichnet\nvon Dr. med. C.________, Leitender Spitalfacharzt der Psychiatrischen Dienste\nThun (pag. 21).\n\n2.\n2.1 Gegen die fürsorgerische Unterbringung in der Privatklinik Wyss erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom\n16. Dezember 2022 Beschwerde beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht und\nstellte die folgenden Anträge (pag. 1 ff.):\n1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. Dezember 2022 sei aufzuheben.\n\n2. Der Beschwerdeführer sei sofort aus der fürsorgerischen Unterbringung in der Privatklinik Wyss\nzu entlassen.\n\n3. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und dem Beschwerdeführer sei eine\nEntschädigung in der Höhe der eingereichten Kostennote auszurichten.\n\n4. Dem Beschwerdeführer sei im rubrizierten Verfahren das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege\nzu erteilen.\n\n5. Dem unterzeichnenden Anwalt des Beschwerdeführers sei Einsicht in die vollständigen Verfahrensakten zu gewähren.\n\n2\n2.2 Am 29. Dezember 2022 reichte Dr. med. E.________, Leitende Ärztin in der Privatklinik Wyss, ein Kurzgutachten ein (pag. 350.1 ff.).\n2.3 Die Verhandlung fand am 30. Dezember 2022 statt (vgl. pag. 351 ff.). Anlässlich\nder Verhandlung stellte der Beschwerdeführer die folgenden Begehren (pag. 363):\n1. Es sei festzustellen, dass die Verfügung von Frau D.________ vom 6. Dezember 2022 nichtig ist.\n\n2. Die Verfügung von Dr. med. C.________ vom 12. Dezember 2022 sei aufzuheben.\n\n3. Eventualiter: Die Verfügung von Frau D.________ vom 6. Dezember 2022 sei aufzuheben.\n\n4. Der Beschwerdeführer sei sofort aus der fürsorgerischen Unterbringung in der Privatklinik Wyss\nzu entlassen.\n\n5. Der Beschwerdeführer sei für nicht gerechtfertigten Freiheitsentzug vom 6. bis zum 11. Dezember\n2022 durch den Kanton Bern mit CHF 1'200.00 zu entschädigen.\n\n6. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und dem Beschwerdeführer sei eine\nEntschädigung in der Höhe der eingereichten Kostennote auszurichten.\n\n7. Der vorsorglich gestellte Antrag zur Erteilung des Rechts zur unentgeltlichen Rechtspflege wird\nhiermit zurückgezogen.\n\n2.4 Am 6. Januar 2023 (Eingang am 9. Januar 2023) verlangte der Beschwerdeführer\neine schriftliche Entscheidbegründung (pag. 377).\n\nII.\n\n"}