{"Signatur": "BE_OG_003", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-01-17", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_003_KES-2017-20_2017-01-17.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2017_20_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778b87892b34cc74f80a7045c0acc16066caa15dc739031e8fadac91559de4caaf0e80da51d51ae488d9c8c8e95cf71fc81?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778b87892b34cc74f80a7045c0acc16066caa15dc739031e8fadac91559de4caaf0e80da51d51ae488d9c8c8e95cf71fc81&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2017_20", "Checksum": "5618e12fef1ffbe0500a9f8c2c9deec2"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2017 20"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht 17.01.2017 KES 2017 20"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de la protection de l'enfant et de l'adulte 17.01.2017 KES 2017 20"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de la protection de l'enfant et de l'adulte"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Kindes- und Erwachsenenschutzgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Kindes- und Erwachsenenschutzgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "schwere Verwahrlosung | Fürsorgerische Unterbringung durch KESB"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 07:48:33", "Checksum": "002668ce95b34765be0c9c08a2c4e535", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht 17.01.2017 KES 2017 20\nRegeste:\nschwere Verwahrlosung | Fürsorgerische Unterbringung durch KESB\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nKindes- und Erwachsenen- Tribunal de la protection\nschutzgericht de l'enfant et de l'adulte\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern KES 17 20\nTelefon +41 31 635 48 06\nFax +41 31 635 48 14\nObergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 17. Januar 2017\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Referent), Fachrichter Dr. med. Corrodi und\nFachrichterin Dr. phil. Staub Utiger\nGerichtsschreiberin Peng\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nzurzeit Psychiatriezentrum Münsingen, 3110 Münsingen\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Emmental,\nDorfstrasse 21, 3550 Langnau i. E.\nVorinstanz\n\nGegenstand Fürsorgerische Unterbringung\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der KESB Emmental vom\n6. Januar 2017\nRegeste:\nSchwere Verwahrlosung\nAnforderungen an den Nachweis einer schweren Verwahrlosung (E. 19.3).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (abgekürzt: KESB)\nEmmental vom 6. Januar 2017 wurde A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) im Psychiatriezentrum Münsingen (abgekürzt: PZM) untergebracht. Die fürsorgerische Unterbringung wird spätestens am 14. Mai 2017 überprüft. Die Vorinstanz beauftragte das PZM, ihr per 14. April 2017 Bericht zur Frage der Weiterführung der fürsorgerischen Unterbringung zu erstatten (pag. 13 ff.).\n\n2. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 10. Januar 2017 (Postaufgabe am selben Tag; pag. 1 ff.) Beschwerde.\n\n3. Die Vorinstanz liess sich nicht vernehmen.\n\n4. Das PZM reichte eine ärztliche Stellungnahme ein (pag. 151 ff.).\n\n5. Die Verhandlung fand am 17. Januar 2017 statt.\n\nII.\n\n6. Angefochten ist ein Entscheid einer Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde über\neine fürsorgerische Unterbringung (Art. 426 i.V.m. Art. 428 des Schweizerischen\nZivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]).\n\n7. Gegen einen solchen Entscheid steht die Beschwerde beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht offen (Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 65 des Gesetzes über\nden Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG; BSG 213.316]).\n\n8. Die Beschwerde erfolgte frist- (Art. 450b Abs. 2 ZGB) und formgerecht (Art. 450\nAbs. 3 i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB).\n\n9. Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass.\n\n10. Die Entscheidfindung erfolgt in Dreierbesetzung nach Art. 45 Abs. 3 Satz 1 des\nGesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft\n(GSOG; BSG 161.1).\n\n11. Das Kindes- und Erwachsenenschutzgericht tritt auf die Beschwerde ein.\n\n2\nIII.\n\n12. Eine Person, die an einer psychischen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist, darf in einer geeigneten Einrichtung untergebracht\nwerden, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann\n(Art. 426 Abs. 1 ZGB). Mit anderen Worten setzt das ZGB für die Anordnung einer\nfürsorgerischen Unterbringung einen Schwächezustand, eine daraus resultierende\nFürsorgebedürftigkeit und die Unmöglichkeit der Behandlung ausserhalb einer Einrichtung voraus. Ein zusätzliches Erfordernis bildet die Eignung der Einrichtung.\nDie Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen\n(Art. 426 Abs. 2 ZGB). Die betroffene Person ist zu entlassen, sobald die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht mehr erfüllt sind (Art. 426 Abs. 3 ZGB).\n\n13. Zuständig für die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung sind die Kindesund Erwachsenenschutzbehörden (Art. 428 Abs. 1 ZGB).\n\n14. Zu prüfen ist, ob der angefochtene Entscheid korrekt war und ob die Voraussetzungen für eine Rückbehaltung heute noch vorliegen.\n\nIV.\n\n15. Es wird vorab auf den Entscheid der Vorinstanz (pag. 13 ff.), auf das Gutachten\ndes PZM vom 29. Dezember 2016 (pag. 63 ff.), auf den Aufnahmebefund und den\nVerlaufsbericht des PZM (pag. 107 ff.) sowie auf die ärztliche Stellungnahme von\nDr. med. B.________ und Herrn C.________ vom 13. Januar 2017 (pag. 151 ff.)\nverwiesen.\n\n16. Bezüglich der Anhörung der Beschwerdeführerin vor dem Kindes- und Erwachsenenschutzgericht wird auf das Protokoll verwiesen (pag. 155 ff.).\n\n17. Anlässlich der Verhandlung konnte sich das Gericht selber ein Bild über den Zustand der Beschwerdeführerin machen. Sie ist eine herzige, alte Frau und verhielt\nsich dem Gericht gegenüber freundlich und kooperativ. Der Aufenthalt im PZM\nscheint ihr gut zu tun. Vor Gericht wirkte sie nicht depressiv. Sie hinterliess eher\neinen infantilen und indolenten Eindruck. Bei der Beschwerdeführerin besteht eine\ndementielle Entwicklung.\n\n"}