{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2023-02-13", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2022-35_2023-02-13.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2022_35_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787077a45b8fb609b42299920e96bd74a68ae6b25d668778ea3f0280d3274b8f7abb98fee38063048cda58f89527ae21c4?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787077a45b8fb609b42299920e96bd74a68ae6b25d668778ea3f0280d3274b8f7abb98fee38063048cda58f89527ae21c4&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2022_35", "Checksum": "e0f05ff654212e6cc375f7c683e3995a"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2022 35"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 13.02.2023 HG 2022 35"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 13.02.2023 HG 2022 35"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Urheberrecht | ordentliches Verfahren"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 00:35:35", "Checksum": "3e18fbf01e00f58f47b0c077a09a0e0e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 13.02.2023 HG 2022 35\nRegeste:\nUrheberrecht | ordentliches Verfahren\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nHandelsgericht Tribunal de commerce\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern HG 22 35\nTelefon +41 31 635 48 03\nFax +41 31 634 50 53\nhandelsgericht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Februar 2023\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Präsident), Handelsrichter Thomann und Handelsrichterin Meyer\nGerichtsschreiberin Zwahlen\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nKläger\n\ngegen\n\nC.________ AG\nBeklagte 1\n\nD.________\nBeklagter 2\nbeide vertreten durch Rechtsanwalt E.________\n\nGegenstand Klage vom 11. April 2022\nRegeste\n\nBedingte Klage\nUnzulässigkeit einer subjektiven eventuellen Klagenhäufung bzw. eventuellen passiven\nStreitgenossenschaft (E. 12).\nVermutung der Urheberschaft\nKeine Anwendung der Urheberrechtsvermutung nach Art. 8 Abs. 1 URG mangels Beweis\nder Vermutungsbasis (E. 18.1.1 f.).\nEingriffskondiktion\nDie Beklagte 1 hat durch den Eingriff in die Urheberrechte des Klägers einen Vermögensvorteil erlangt, da sie sich die Kosten für die Herstellung bzw. Benutzung eines solchen\nLuftbilds eingespart hat (E. 20.4).\nLizenzanalogie\nDie Lizenzanalogie, in der er darum geht, den objektiven Marktwert der Nutzung zu schätzen, kann bei der Bemessung des Vermögensvorteils aus einer ungerechtfertigten Bereicherung zur Anwendung kommen (E. 21).\nBranchenempfehlungen\nBranchenempfehlungen, wie den Preisempfehlungen der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Bild-Agenturen und –Archiven (SAB), kommt ohne Aufnahme in eine individuelle\nVereinbarung keine rechtserhebliche Bedeutung zu. Sie dienen der Orientierung und können nur herangezogen werden, sofern sie vom Markt tatsächlich befolgt werden (E. 21.1.2).\nSchätzung des Marktpreises\nFür die Schätzung des Marktpreises gemäss Art. 42 Abs. 2 OR ist der gesamte Prozessstoff\nheranzuziehen, unabhängig davon, wer die fragliche Tatsache vorgebracht und bewiesen\nhat (E. 21.1.3).\nVerletzerzuschlag\nEs liegt keine gesetzliche Grundlage für einen aus Präventionsgründen geschuldeten Verletzerzuschlag vor. Mangels vertraglicher Beziehung scheidet auch ein Verletzerzuschlag\nals vereinbarte Vertragsstrafe (Konventionalstrafe) aus (E. 22.2).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. Mit Klage vom 11. April 2022 (Eingang beim Handelsgericht am selben Tag) stellte\nder Kläger folgende Rechtsbegehren (pag. 1 ff.):\n1. Es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, dem Kläger CHF 3ꞌ920.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 21. Juni\n2021 (eventualiter: ab 26. November 2021) zu bezahlen;\n\n2. eventualiter zu 1. seien die Beklagten zu verpflichten, dem Kläger folgende Beträge zuzüglich Zins\nzu 5% ab 21. Juni 2021 (eventualiter: ab 26. November 2021) zu bezahlen:\n\n2\na. die Beklagte 1 CHF 2ꞌ170.00,\n\nb. der Beklagte 2 CHF 1ꞌ750.00;\n3. eventualiter zu 1. und 2. seien die Beklagte 1 und/oder der Beklagte 2 zu verpflichten, dem Kläger\nein vom Gericht nach Art. 42 Abs. 2 OR geschätzter Schadensbetrag zu bezahlen;\n\n4. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beklagten.\n\n2. Die Beklagten reichten am 10. Juni 2022 (Eingang beim Handelsgericht am 13. Juni\n2022) ihre Klageantwort ein. Sie stellten folgendes Rechtsbegehren (pag. 26 ff.):\nDie Klage sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.\n\n3. Mit Verfügung vom 28. Juni 2022 (pag. 52 f.) wurde auf die Durchführung einer Instruktionsverhandlung verzichtet, dies unter Hinweis auf die Stellungnahme des Klägers vom 27. Juni 2022 (pag. 51), in welcher er festhält, dass der Abschluss eines\nVergleichs nicht angestrebt werde.\n\n4. Der Kläger reichte am 7. September 2022 (Eingang beim Handelsgericht am selben\nTag) seine Replik ein und änderte die Rechtsbegehren 1 und 2 wie folgt (pag. 57 ff.):\n1. Es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, dem Kläger CHF 3ꞌ920.00 zuzüglich Zins zu 5% wie folgt zu\nbezahlen:\n\na. ab 21. Juni 2021 (eventualiter: ab 26. November 2021) auf CHF 3ꞌ510.00,\n\nb. ab 11. April 2022 auf CHF 410.00;\n\n2. eventualiter zu 1. seien die Beklagten zu verpflichten, dem Kläger folgende Beträge zu bezahlen:\n\na. die Beklagte 1 CHF 2ꞌ170.00 zuzüglich Zins von 5% ab 21. Juni 2021 (eventualiter: ab. 26. November 2021),\n\nb. der Beklagte 2 CHF 1ꞌ750.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 11. April 2022.\n\nZudem stellte er folgende prozessualen Anträge:\n1. Es sei vom gemeinsamen Verzicht der Parteien auf die Hauptverhandlung Vormerk zu nehmen und\nden Parteien die Vorladung zur Hauptverhandlung auf den Montag, 28. November 2022, 8:30 Uhr,\nabzunehmen;\n2. es sei vom gemeinsamen Verzicht der Parteien auf die mündlichen Schlussvorträge Vormerk zu\nnehmen und den Parteien zu gestatten, schriftliche Parteivorträge einzureichen.\n\n"}