{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2020-06-09", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2019-89_2020-06-09.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2019_89_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7783df47bf014b885f0386ac58e67d80156ae118b3eaa5035265d2b42a46f9d118e76018748bbca97edfc3f6407e8c4a90e?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7783df47bf014b885f0386ac58e67d80156ae118b3eaa5035265d2b42a46f9d118e76018748bbca97edfc3f6407e8c4a90e&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2019_89", "Checksum": "e24d53dde2144c221a6d3436a48f5ec4"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2019 89"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 09.06.2020 HG 2019 89"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 09.06.2020 HG 2019 89"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "20200303_142254_ANOM.docx | Lauterkeitsrecht"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 03:39:58", "Checksum": "5c7b46bf6e80a3ade6bf5e52ef5bde45", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 09.06.2020 HG 2019 89\nRegeste:\n20200303_142254_ANOM.docx | Lauterkeitsrecht\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nHandelsgericht Tribunal de commerce\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern HG 19 89\nTelefon +41 31 635 48 03\nFax +41 31 634 50 53\nhandelsgericht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. Februar 2020\n\nBesetzung Oberrichter D. Bähler (Vizepräsident), Handelsrichter Pfister und\nHandelsrichter Maurer\nGerichtsschreiberin Marti-Schreier\n\nVerfahrensbeteiligte A.________ GmbH\nvertreten durch Fürsprecher Prof. Dr. B.________\nKlägerin\n\ngegen\n\nC.________ GmbH\n\nvertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________\nNeu: C.________ GmbH in Liquidation\n\nBeklagte\n\nGegenstand Unlauterer Wettbewerb\n\nKlage vom 24. Juli 2019\nRegeste\nArt. 3 Abs. 1 Bst. e UWG; Rufausbeutung (E. 24 – 30)\nDie Klägerin (Hauptprodukt: Ingwer-Likör «Ingwerer») wirft der Beklagten (Produkt: Zitro-\nnen-Ingwer-Likör «Summerer») eine unlautere Anlehnung (Rufausbeutung) vor. Unlautere\nAnlehnung bejaht.\nUnlauter i.S.v. Art. 3. Abs. 1 Bst. e UWG handelt, wer mit seinem Werbeauftritt im Ergebnis den guten Ruf von unter einem anderen Zeichen bekannten Waren auf seine eigenen\nübertragt, indem er Gedankenassoziationen zu diesen weckt, ohne dass es einer Verwechslungsgefahr bedarf. Tatbestandsvoraussetzungen:\n- Ein guter Ruf der Bezugsobjekte (Produkte der Klägerin, insb. «Ingwerer»), verstanden\nals Image oder Goodwill.\n- Image-Transfer, indem mit dem Marktauftritt Gedankenassoziationen zu den Bezugsobjekten geweckt werden (Rufausbeutung i.e.S.).\n- Anlehnung muss unnötig erfolgen, mithin sachlich nicht gerechtfertigt sein.\n- Offengelassen, ob die Bekanntheit der Bezugsobjekte nachgewiesen werden muss,\njedenfalls nicht erforderlich ist eine Verkehrsdurchsetzung der Bezugsobjekte.\n\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte\n\n1. Am 24. Juli 2019 reichte die A.________ GmbH (Klägerin) beim Handelsgericht\ndes Kantons Bern Klage gegen die C.________ GmbH (Beklagte) ein und beantragte was folgt (pag. 2 ff.):\n\n«Es sei der Beklagten gerichtlich und unter Androhung der Straffolgen von Art. 292\nStGB sowie einer Ordnungsbusse von CHF 1‘000.00 für jeden Tag der Nichterfüllung nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu verbieten, unter der Bezeichnung\n«Summerer» einen Ingwer-Likör anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu diesem\nZweck zu lagern.\n- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -»\n\nDie Klägerin, deren Hauptprodukt der Ingwer-Likör «Ingwerer» ist, wirft der Beklagten unlauteres Verhalten i.S.v. Art. 3 Abs. 1 Bst. e des Bundesgesetzes gegen den\nunlauteren Wettbewerb (UWG; SR 241) vor, indem sich diese mit ihrem Produkt\n«Summerer» unnötig an die Produkte der Klägerin anlehne.\n\n2. Mit Klageantwort vom 27. September 2019 beantragte die Beklagte die Abweisung\nder Klage, soweit darauf eingetreten werden könne (pag. 27 ff.).\n\n3. Mit Verfügung vom 26. November 2019 lud der Instruktionsrichter die Parteien zur\nHauptverhandlung vor (pag. 71 f.). Er forderte zudem die Klägerin auf, zu präzisie-\n\n2\nren, inwiefern der (mit der Klage) angerufene Zeuge E.________ Aussagen zum\nSachverhalt machen könne.\n\n4. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2019 begründete die Klägerin ihren Antrag auf\nZeugenbefragung (pag. 73). Mit Verfügung vom 3. Dezember 2019 verzichtete der\nInstruktionsrichter auf den Beizug des Zeugen an der Hauptverhandlung und begründete dies (pag. 75 f.).\n\n5. Am 24. Februar 2020 fand die Hauptverhandlung statt (Protokoll pag. 79 ff.). Nach\nden Tatsachenvorträgen (zweite Möglichkeit der Parteien, sich unbeschränkt zu\näussern) folgten die ersten Parteivorträge (Protokoll pag. 86 ff.), die Aushändigung\nder bereinigten Beweisverfügung (Protokoll pag. 90, pag. 108) und Parteibefragungen mit F.________ (Klägerin; Protokoll pag. 91 ff.), G.________ (Beklagte; Protokoll pag. 97 ff.) und H.________ (Klägerin; Protokoll pag. 101). Nach der Bereinigung der noch offenen Beweisanträge führten die Parteien Vergleichsverhandlungen, welche ohne Ergebnis verliefen. Nach den Schlussvorträgen (Protokoll\npag. 102 ff.) wurden die Parteiverhandlungen geschlossen. Der Rechtsvertreter der\nKlägerin reichte seine Kostennote zu den Akten (pag. 109 f.); der Rechtsvertreter\nder Beklagten stellte die Nachreichung in Aussicht. Die Entscheidberatung erfolgte\nohne Anwesenheit der Parteien. Im Anschluss an die Hauptverhandlung wurde den\nParteien das Dispositiv zugestellt (pag. 111 f.).\n\nII. Formelles\n\n6. Das Gericht tritt auf eine Klage ein, sofern die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind\n(Art. 59 Abs. 1 ZPO). Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob dies der Fall ist\n(Art. 60 ZPO).\n\n"}