{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2019-09-06", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2018-58_2019-09-06.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2018_58_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778eb1fd673ba6bcd363f55df57f4d70631c41a96400d743abed536a4f6154280878330003cece19c8ce971c8ce538e13fb?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778eb1fd673ba6bcd363f55df57f4d70631c41a96400d743abed536a4f6154280878330003cece19c8ce971c8ce538e13fb&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2018_58", "Checksum": "52855fc6851e40c3834cb37511546596"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2018 58"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 06.09.2019 HG 2018 58"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 06.09.2019 HG 2018 58"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Umfang einer Gerichtsstandsvereinbarung in einem Untervertrag | Kaufrecht"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 04:25:07", "Checksum": "f066e637488e58d5e35839debef47e02", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 06.09.2019 HG 2018 58\nRegeste:\nUmfang einer Gerichtsstandsvereinbarung in einem Untervertrag | Kaufrecht\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nHandelsgericht Tribunal de commerce\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern HG 18 58\nTelefon +41 31 635 48 03\nFax +41 31 634 50 53\nhandelsgericht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. September 2019\n\nBesetzung Oberrichter D. Bähler (Vizepräsident), Handelsrichter Maurer und\nHandelsrichter Bangerter\nGerichtsschreiberin Brütsch\n\nVerfahrensbeteiligte A.________ GmbH\nvertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________\nKlägerin\n\ngegen\n\nC.________\nBeklagte\n\nGegenstand Kaufrecht (Lieferung pharmazeutischer Produkte)\n\nKlage vom 14. Juni 2018\nRegeste:\nUmfang einer Gerichtsstandsvereinbarung in einem Untervertrag\nAuslegung der Formulierung einer Gerichtsstandsvereinbarung in einer den mündlichen\nVertriebsvertrag ergänzenden Qualitätssicherungsvereinbarung, wonach die Parteien –\nnebst für Streitigkeiten aus der Qualitätssicherungsvereinbarung selbst – auch für solche\nbetreffend die «deliveries of the product» den Gerichtsstand Bern vereinbart haben.\nEs darf vermutet werden, dass eine in einen von Fachpersonen verfassten Vertragstext\naufgenommene Passage eine rechtliche Bedeutung hat. Mittels einer Ausdehnung der\nKlausel auf das gesamte Vertragsverhältnis können auch Abgrenzungsschwierigkeiten\nund Diskussionen vermieden oder jedenfalls eingeschränkt werden (E. 11.12).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1.\n1.1 Die A.________ GmbH (nachfolgend: Klägerin) ist eine GmbH nach deutschem\nRecht mit Sitz in D.________, Deutschland. Sie gehört zum E.________ Konzern,\nwelcher im Bereich der Herstellung von Plasmaprotein- und Biotherapeutikaprodukten tätig ist. Die C.________ (nachfolgend: Beklagte) ist eine GmbH nach rumänischem Recht mit Sitz in F.________, Gemeinde G.________ (Rumänien). Sie ist\nVertreiberin pharmazeutischer Produkte (pag. 3).\n1.2 Seit (spätestens) 2012 hat die Beklagte bei der Klägerin gestützt auf einen mündlich abgeschlossenen Vertriebsvertrag das pharmazeutische Produkt\n«H.________» bezogen und in Rumänien vertrieben. Dabei hat die Beklagte ihre\nBestellungen jeweils elektronisch bei der Klägerin aufgegeben. Die Ware wurde\naus dem Lager der Klägerin nach Rumänien ausgeliefert. Die Rechnungsstellung\nan die Beklagte erfolgte über eine in der Schweiz domizilierte, nicht am vorliegenden Rechtsstreit beteiligte Gesellschaft des E.________ Konzerns (I.________ AG;\ns. bspw. Klageantwortbeilage [KAB] 4).\n1.3 Am 29. / 30. Januar bzw. am 10. Februar 2014 haben die Parteien ein den Vertriebsvertrag ergänzendes, schriftliches «Quality Agreement», u.a. betreffend\nH.________, abgeschlossen, wobei es sich gemäss dessen Ziff. 20 um die dritte\nVersion seit 2010 handelte (unten, Ziff. II.11.12). Im Quality Agreement ist eine Gerichtsstandsklausel zugunsten der Bernischen Gerichte enthalten (Klagebeilage\n[KB] 4, Ziff. 18.6).\n1.4 In einem dem Gericht unbekannten Zeitpunkt (wohl im Jahre 2017, s. die Hinweise\nin KAB 2) hat die Klägerin die Vertragsbeziehungen mit der Beklagten einseitig beendet.\n\n2\n2. Mit Schreiben vom 13. Juni 2018 (Postaufgabe am Folgetag) reichte die Klägerin\nbeim Handelsgericht des Kantons Bern eine Klage gegen die Beklagte mit folgenden Rechtsbegehren ein:\n\n1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin einen Betrag von EUR 590'812 zzgl. Zins zu 5%\nauf EUR 147'600 seit 17. März 2017, Zins zu 5% auf EUR 49'200 seit 21. April 2017, Zins zu 5%\nauf EUR 117'260 seit 5. Mai 2017, Zins zu 5% auf EUR 65'600 seit 5. Mai 2017, Zins zu 5% auf\nEUR 37'940 seit 19. Mai 2017, Zins zu 5% auf EUR 124'400 seit 9. Juni 2017, sowie Zins zu 5%\nauf EUR 48'812 seit 7. Juli 2017 zu bezahlen.\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. gesetzlich geschuldeter MwSt.) zu Lasten der Beklagten.\n\n3. Nach rechtshilfeweiser Zustellung der Klageschrift an die Beklagte reichte diese mit\nundatiertem Schreiben eine Klageantwort ein (Postaufgabe am 8. Oktober 2018;\nEingang beim Handelsgericht am 9. Oktober 2018; pag. 21 ff.). Darin stellte die Beklagte sinngemäss den Antrag, dass auf die Klage mangels Zuständigkeit der\nSchweizerischen Gerichte nicht einzutreten sei. Eventualiter sei die Klage abzuweisen (pag. 21).\n\n4. Nach einmaliger Fristerstreckung reichte die Klägerin am 8. Februar 2019 eine Replik ein (pag. 44 ff.). Darin hielt sie an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest (pag.\n45).\n\n5. Mit undatiertem und nicht unterzeichnetem Schreiben reichte die Beklagte eine\nDuplik ein (Postaufgabe am 7. März 2019; eingegangen beim Handelsgericht am\n14. März 2019; pag. 69 ff).\n\n"}