{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2019-06-27", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2018-47_2019-06-27.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2018_47_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778af97c3d73ec2d41d1ce3b1cabc619865c3e26143d999eb0a3ac7202280a31889d233911223e5996396c70329edf0f8df?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778af97c3d73ec2d41d1ce3b1cabc619865c3e26143d999eb0a3ac7202280a31889d233911223e5996396c70329edf0f8df&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2018_47", "Checksum": "218d9b922a97130cbff84606fa489667"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2018 47"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 27.06.2019 HG 2018 47"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 27.06.2019 HG 2018 47"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Leistungen im Bereich der Zusatzversicherung als haftpflichtrechtlich relevanter Schaden | Haftpflicht ausservertraglich"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 04:36:20", "Checksum": "b5030b4be39e3dd6c585ee5b961502f7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 27.06.2019 HG 2018 47\nRegeste:\nLeistungen im Bereich der Zusatzversicherung als haftpflichtrechtlich relevanter Schaden | Haftpflicht ausservertraglich\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nHandelsgericht Tribunal de commerce\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern HG 18 47\nTelefon +41 31 635 48 03\nFax +41 31 634 50 53\nhandelsgericht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 27. Juni 2019\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Präsident), Handelsrichter Thomann und Handelsrichterin Graf\nGerichtsschreiberin Lustenberger\n\nVerfahrensbeteiligte A.________ AG\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nKlägerin\n\ngegen\n\nC.________ Genossenschaft\nvertreten durch Rechtsanwalt D.________\nBeklagte\n\nGegenstand Haftpflichtrechtliche Ansprüche/Regress\nNeubeurteilung\n\nUrteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2018\nTeilweise Gutheissung der Beschwerde der Klägerin betreffend\nEntscheid des Handelsgerichts des Kantons Bern vom 14. August\n2017 (HG 16 38)\nRegeste:\nLeistungen im Bereich der Zusatzversicherung als haftpflichtrechtlich relevanter\nSchaden\nSowohl die Berücksichtigung der persönlichen Lebensumstände der Geschädigten als\nauch eine medizinische Betrachtungsweise führen dazu, die sich aus der halbprivaten Unterbringung ergebenden höheren Behandlungskosten als ersatzfähigen Schaden anzuerkennen. Zum einen hat die Patientin die Prämien der Zusatzversicherung und damit für die\nhöheren Behandlungs- und Unterbringungsstandards selber bezahlt. Zum anderen war die\nGeschädigte im Unfallzeitpunkt 85-jährig und bereits durch andere Diagnosen vorbelastet.\nDer Eingriff verlief nicht ohne Komplikationen. Der Aufenthalt in der halbprivaten Abteilung\n- sei es zwecks Operation, sei es zwecks Rehabilitation - ist daher nicht als Luxus, sondern als angemessene Behandlungsart zu qualifizieren. Die damit verbundenen Kosten\nstellen haftpflichtrechtlich relevanten Schaden dar, der grundsätzlich zu ersetzen ist (E.\n14.5).\n\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte\n\n1. Dier vorliegende Entscheid HG 18 47 ergeht im Nachgang zum bundesgerichtlichen Urteil 4A_602/2017 vom 7. Mai 2018.\n\n2. Am 29. März 2016 hatte die A.________ AG (nachfolgend: Klägerin) beim Handelsgericht des Kantons Bern Klage gegen die C.________ Genossenschaft (nachfolgend: Beklagte) eingereicht und beantragt, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr\neinen Betrag von insgesamt CHF 33‘088.40 zu bezahlen, nebst Zins zu 5% auf unterschiedliche Fälligkeiten (pag. 2). Mit Klageantwort vom 5. Juli 2016 hatte die Beklagte die kostenfällige Abweisung der Klage beantragt (pag. 21).\n\n3. Mit Entscheid HG 16 38 vom 14. August 2017 hatte das Handelsgericht des Kantons Bern die Klage abgewiesen (pag. 126 ff.).\n\n4. Auf Beschwerde der Klägerin hin hob das Bundesgericht den besagten Entscheid\nHG 16 38 mit Urteil 4A_602/2017 vom 7. Mai 2018 auf und wies die Sache zur\nNeubeurteilung an das Handelsgericht des Kantons Bern zurück (pag. 184 ff.).\n\n5. Nach Rücksendung der Akten durch das Bundesgericht nahm der Instruktionsrichter das Verfahren am 28. Mai 2018 unter der Verfahrensnummer HG 18 47 wieder\nauf und forderte die Parteien auf, sich innert drei Wochen zu dessen Fortgang zu\näussern (pag. 195).\n\n2\n6. Nach mehrmals erstreckter Frist teilten die Parteien mit Schreiben vom 22. Februar\n2019 (pag. 231) respektive vom 27. Februar 2019 (pag. 234) mit, in den aussergerichtlichen Vergleichsverhandlungen habe keine Einigung erzielt werden können.\n\n7. Gemäss Verfügung vom 4. April 2019 wird das vorliegende Verfahren mit schriftlichem Entscheid ohne Parteiverhandlung entschieden (pag. 245).\n\n8. Auf gerichtliche Aufforderung hin reichte der Rechtsvertreter der Klägerin seine\nHonorarnote zu den Akten (pag. 248 f.). Der Rechtsvertreter der Beklagten verzichtete auf die Einreichung einer Honorarnote.\n\nII. Formelles\n\n9. In Bezug auf das Formelle sind seit dem ersten Entscheid HG 16 38 keine Änderungen eingetreten. Die Parteien bringen denn auch nichts Dahingehendes vor.\nDas Handelsgericht verzichtet infolgedessen an dieser Stelle auf eine Wiederholung der diesbezüglichen Erwägungen des ersten Entscheids und verweist stattdessen auf die dortigen Ausführungen unter Ziffer II.\n\nIII. Materielles\n\n10. Hintergrund der Streitigkeit bildet folgender, unbestritten gebliebener Sachverhalt\n(vgl. erster Entscheid HG 16 38, E. 14):\n«Am 12. Mai 2014 stürzte E.________, geb. ________ 1928, bei der Haltestelle «F.________» in\nG.________ in einem Bus der H.________ AG aufgrund dessen ruppigen Anfahrens und erlitt dabei\neinen Kompressionsbruch des dritten Lendenwirbelkörpers. Sie wurde in der Folge in drei verschiedenen Institutionen (Spital Tiefenau, Inselspital sowie Spital und Altersheim Belp) stationär behandelt\nund rehabilitiert.\n\n"}