{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2020-09-25", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2018-127_2020-09-25.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2018_127_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7786215245f93e133498ac8f91c0137bfd4cdc134e2ef94df2bb31a136ac566ceacf222c8fb4051715b30ee1e189090e919?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7786215245f93e133498ac8f91c0137bfd4cdc134e2ef94df2bb31a136ac566ceacf222c8fb4051715b30ee1e189090e919&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2018_127", "Checksum": "72d8ee134b80ca7a186d48d34ab7175d"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2018 127"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 25.09.2020 HG 2018 127"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 25.09.2020 HG 2018 127"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abtretungsklage, Aufgabendesign | Immaterialgüterrecht übrige"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 03:18:05", "Checksum": "fa0871c09853650b5d09c1643045f8f1", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 25.09.2020 HG 2018 127\nRegeste:\nAbtretungsklage, Aufgabendesign | Immaterialgüterrecht übrige\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nHandelsgericht Tribunal de commerce\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern HG 18 127\nTelefon +41 31 635 48 03\nFax +41 31 634 50 53\nhandelsgericht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. September 2020\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Präsident), Handelsrichter Thomann und Handelsrichter Pfister\nGerichtsschreiberin Rudolph\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\n\nvertreten durch B.________\nKlägerin\n\ngegen\n\nC.________\n\nvertreten durch D.________\nBeklagte\n\nGegenstand Immaterialgüterrecht\n\nKlage vom 30.11.2018\nRegeste:\nDer Klägerin fehlt die Aktivlegitimation zur Geltendmachung eines Übertragungsanspruchs\naus Art. 34 DesG (E. 27). Sie hat ausserdem kein Recht auf das von der Beklagten geschaffene Design (E. 28 - 32). Der verneinte Übertragungsanspruch ist schliesslich auch verwirkt\n(E. 33)\n\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte\n\n1. Die Beklagte führt die E.________ AG. Von Februar 2011 bis März 2016 war sie\ngestützt auf einen «Freelancer-Auftrag» für die Klägerin tätig, den diese mit der\nE.________ AG abgeschlossen hatte. Während der Dauer des «Freelancer-Auf-\ntrags» entwickelte die Beklagte einen Badezimmer-Spiegelschrank (nachfolgend\nSpiegelschrank), den sie unter anderem als Design schützen liess. Die Hinterlegung\nerfolgte am 3. September 2015 auf ihren Namen als internationales Design\n(Nr. ________) mit Schutzwirkung für die Schweiz (nachfolgend: Schweizer Design)\nund für die EU (nachfolgend: EU Design). Ab Ende 2012 führten die Beklagte und\nHerr F.________, einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsratspräsident der Klägerin, eine Liebesbeziehung. Die Beziehung endete Mitte Februar 2016, woraufhin\ndie Klägerin auch den «Freelancer-Auftrag» mit der E.________ AG fristlos kündigte.\nDie Klägerin ist der Ansicht, dass das Recht am Design Nr. ________ ihr zusteht.\n\n2. Mit Klage vom 30. November 2018 (Eingang beim Handelsgericht am 4. Dezember 2018) stellte die Klägerin folgende Rechtsbegehren (pag. 3):\n\n1. Der Schweizer Anteil der internationalen Designregistrierung Nr. ________ sei auf die\nKlägerin zu übertragen.\n\n2. Die Beklagte sei unter Strafandrohung von Art. 292 StGB für den Fall der Nichterfüllung zu verpflichten, den EU-Anteil der internationalen Designregistrierung\nNr. ________ innert 10 Arbeitstagen auf die Klägerin zu übertragen und die Registrierung dieser Übertragung innert derselben Frist beim [recte: bei] der OMPI zu beantragen.\n\n3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.\n\n3. Die Beklagte reichte am 8. März 2019 (Eingang beim Handelsgericht am\n12. März 2019) ihre Klageantwort ein. Sie stellte folgende Rechtsbegehren\n(pag. 52):\n\n1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.\n\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin.\n\n2\n4. Am 19. August 2019 fand eine Instruktionsverhandlung statt, an der das Gericht versuchte, die Parteien zu vergleichen (pag. 128 ff.).\n\n5. Mit Replik vom 22. Oktober 2019 (Eingang beim Handelsgericht am 24. Oktober 2019) bestätigte die Klägerin ihre Rechtsbegehren (pag. 135). Die Beklagte\nreichte am 14. Januar 2020 (Eingang beim Handelsgericht am 15. Januar 2020) ihre\nDuplik ein, in der sie ebenfalls an ihren Rechtsbegehren festhielt (pag. 183).\n\n6. Mit Verfügung vom 27. Februar 2020 lud das Gericht die Parteien zur Hauptverhandlung ein. Gleichzeitig wies es alle von der Klägerin sowie alle von der Beklagten\nbeantragten Zeugenbeweise ab (pag. 247).\n\n7. Am 8. Juni 2020 fand die Hauptverhandlung statt (pag. 249 ff.). Es erging die Beweisverfügung (pag. 271a ff.). Im Anschluss an die Schlussvorträge fand die Entscheidberatung ohne Anwesenheit der Parteien statt (pag. 271).\n\nII. Formelles\n\n8. In Bezug auf das Schweizer Design liegt ein Binnensachverhalt vor. Die örtliche Zuständigkeit bestimmt sich bei designrechtlichen Abtretungsklagen gegen natürliche\nPersonen nach Art. 10 Abs. 1 Bst. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung\n[ZPO; SR 272] (MARBACH/DUCREY/WILD, Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, 4.\nAuflage 2017, N. 971). Die Beklagte hat ihren Wohnsitz im Kanton Bern, womit die\nörtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist.\n\n"}