{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-01-23", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2017-98_2018-01-23.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2017_98_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77857ba51f1ea4cfce8b48a89d6e331b61b030d82ef7dddb3b0146c603e8948aa06477694db2fe1019ee3e13f5b61f9fce3?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77857ba51f1ea4cfce8b48a89d6e331b61b030d82ef7dddb3b0146c603e8948aa06477694db2fe1019ee3e13f5b61f9fce3&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2017_98", "Checksum": "f0eeea0dcde08570a50c4bbdf362c47a"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2017 98"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 23.01.2018 HG 2017 98"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 23.01.2018 HG 2017 98"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Höhe Verzugszins CISG | Auftragsrecht übriges"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 06:28:07", "Checksum": "60ac6d9b499d128115df51ce82461463", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 23.01.2018 HG 2017 98\nRegeste:\nHöhe Verzugszins CISG | Auftragsrecht übriges\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nHandelsgericht Tribunal de commerce\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern HG 17 98\nTelefon +41 31 635 48 03\nFax +41 31 634 50 53\nhandelsgericht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. Januar 2018\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Präsident), Handelsrichter Zbären und Egli\nGerichtsschreiber Nuspliger\n\nVerfahrensbeteiligte A.________ GmbH\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nKlägerin\n\ngegen\n\nC.________ AG\nBeklagte\n\nGegenstand Forderung\n\nKlage vom 31. Mai 2017\nRegeste:\n\nArt. 78 CISG, Höhe des Verzugszinses\n\nBestätigung der Rechtsprechung, wonach sich bei Fällen im Anwendungsbereich des\nÜbereinkommens der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenverkauf (CISG; SR 0.221.211.1) die Höhe des Verzugszinses aus dem Vertragsstatut ergibt (E. 11.6).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1.\n1.1 Die in der Schweiz domizilierte C.________ AG (nachfolgend: Beklagte) bezweckt\nden Betrieb von Restaurants und Hotels. Für eines ihrer Häuser benötigte sie 120\nBordürenteppiche, welche sie bei der A.________ GmbH (nachfolgend: Klägerin)\nbestellte.\n1.2 Bei der Klägerin handelt es sich um eine in Deutschland domizilierte Vertriebsgesellschaft für Bodenbeläge und Teppiche; produziert werden die Teppiche durch\ndie Muttergesellschaft der Klägerin in Dänemark.\n1.3 Den Preis für die Teppiche legten die Parteien schriftlich auf CHF 141‘130.08 fest.\nDie Klägerin reduzierte ihn später auf CHF 141‘129.32. Gemäss Vereinbarung war\nder Preis im Voraus zu bezahlen.\n1.4 Trotz Rechnungsstellung und Mahnung durch die Klägerin blieb die Zahlung aus.\n\n2.\n2.1 Am 31. Mai 2017 erhob die Klägerin beim Handelsgericht des Kantons Bern Klage\nmit folgenden Rechtsbegehren:\n1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 141‘129.32, nebst Zins zu\n8.17% p.a. von 13. Juli 2015 bis 30. Juni 2016 und zu 8.12% p.a. seit 1. Juli 2016, zu bezahlen.\n\n2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. _________ des Betreibungsamtes Oberland, Dienststelle Oberland West, Zahlungsbefehl vom 21. Juni 2016, sei in diesem Umfange aufzuheben.\n\nAlles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MWST) zu Lasten der Beklagten.\n\n2.2 Die Beklagte reichte innert Frist (pag. 13; pag. 21 f.) und Nachfrist (pag. 24 f.;\npag. 26) keine Klageantwort ein.\n2.3 Der Instruktionsrichter teilte den Parteien am 10. Oktober 2017 mit, dass er die\nSache für spruchreif halte. Er stellte den Parteien einen Entscheid ohne Hauptverhandlung in Aussicht (pag. 27 f.).\n\n2\nII.\n\n3. Das Handelsgericht des Kantons Bern prüft von Amtes wegen, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 59 ff. der Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).\n\n4.\n4.1 Die Klägerin hat Sitz in Deutschland, die Beklagte ihren in der Schweiz. Es liegt ein\ninternationales Verhältnis vor (BGE 135 III 185 E. 3.1 S 188). Zu klären ist zuerst\ndie internationale Zuständigkeit. Liegt diese vor, ist anschliessend die örtliche Zuständigkeit zu prüfen.\n4.2 Die Schweiz ist Vertragsstaat des Lugano-Übereinkommens (LugÜ; SR 0.275.12).\nDa eine Zivil- und Handelssache i.S.v. Art. 1 Abs. 1 LugÜ betroffen ist und kein\nAusschlussgrund nach Art. 1 Abs. 2 LugÜ greift, bestimmt sich die internationale\nund gegebenenfalls auch die örtliche Zuständigkeit nach den Bestimmungen dieses Staatsvertrages (vgl. auch Art. 1 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das internationale Privatrecht [IPRG; SR 291]).\n4.3 Vorliegend besteht weder eine ausschliessliche Zuständigkeit i.S.v. Art. 22 LugÜ\nnoch haben die Parteien eine Gerichtsstandsvereinbarung abgeschlossen. Deshalb\nkann die Beklagte vor den Gerichten ihres Sitzstaates (Art. 2 Abs. 1 LugÜ; Art. 60\nAbs. 1 LugÜ), d.h. der Schweiz, verklagt werden.\n4.4 Das LugÜ äussert sich in der hier einschlägigen Konstellation nur zur internationalen Zuständigkeit. Zur Ermittlung der örtlichen Zuständigkeit ist auf das IPRG\nzurückzugreifen (Art. 1 Abs. 1 Bst. a IPRG; SCHNYDER/LIATOWITSCH, Internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht, 4. Aufl. 2017, Rz. 926). Gemäss Art. 112 Abs.\n1 IPRG sind für Klagen aus Vertrag die schweizerischen Gerichte am Sitz der Beklagten zuständig (Art. 21 Abs. 1 IPRG).\n4.5 Die Beklagte hat Sitz in D.________, Kanton Bern. Das angerufene Gericht ist damit sowohl international wie auch örtlich zuständig.\n\n"}