{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2015-06-17", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2015-39_2015-06-17.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2015_39_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778711baa4f63af3e2fe6a1b76b9eb14382ac0502c0c0af5ea98c9549e64c6e7d2c99523d02198c84a611b70c24ed219f35?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778711baa4f63af3e2fe6a1b76b9eb14382ac0502c0c0af5ea98c9549e64c6e7d2c99523d02198c84a611b70c24ed219f35&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2015_39", "Checksum": "7ebfebb76d1297a67005fad590cc0798"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2015 39"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 17.06.2015 HG 2015 39"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 17.06.2015 HG 2015 39"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Begriff des Urhebers, Werkbegriff, Verwertung fremder Leistungen | Lauterkeitsrecht"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 08:27:57", "Checksum": "c107adb750527f176f929993a2d05480", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 17.06.2015 HG 2015 39\nRegeste:\nBegriff des Urhebers, Werkbegriff, Verwertung fremder Leistungen | Lauterkeitsrecht\n\nHG 15 39, publiziert Dezember 2015\n\nEntscheid des Handelsgerichts des Kantons Bern\n\nvom 17. Juni 2015\n\nOberrichterin Wüthrich-Meyer\nGerichtsschreiberin i.V. Berger\n\nim Verfahren um Erlass vorsorglicher Massnahmen\n\nA.\nvertreten durch Rechtsanwalt X.\nGesuchstellerin\n\ngegen\n\nB. GmbH\nvertreten durch Rechtsanwalt Y.\n\nGesuchsgegnerin\n\nRegeste:\n Art. 6, 9 und 16 Abs. 1 URG: Begriff des Urhebers; Schöpferprinzip; Aktivlegitimation\n Arbeitgeber oder juristische Personen, welche nicht schöpferisch tätig sind, können Urheberrechte nicht originär, sondern nur derivativ erwerben, wofür ein entsprechender Nachweis zu erbringen ist (E. 17).\n\n Art. 2 Abs. 1 URG: Werkbegriff; Individualität der geistigen Schöpfung\n Die Individualität eines Werkes ist zu verneinen, wenn es sich um eine banale, durch\nSachlogik vorgegebene Zusammenstellung ohne individuellen Charakter handelt (vgl. BGE\n134 III 166, E. 2.5 S. 173). Bei Prüfungsfragen und dazugehörigen Bildkompositionen ist die\nIndividualität der geistigen Schöpfung daher zu verneinen, wenn sich die Prüfungsaufgaben einzig aus gesetzlichen Normen und darin geregelten Alltagssituationen ergeben,\nkeine statistische Einmaligkeit besitzen und sich somit nicht vom Logischen resp. Üblichen abheben (E. 18).\n\n Art. 5 lit. c UWG: Verwertung fremder Leistungen; marktreifes Arbeitsergebnis\n Die Anwendung von Art. 5 lit. c UWG bedarf des Nachweises, dass der potentielle Verletzer ein marktreifes Produkt ohne angemessenen Eigenaufwand reproduziert hat. Es wird\nnur ein Verhalten erfasst, welches darauf abzielt, ein Produkt eines Konkurrenten nicht\nnur nachzuahmen, sondern das Ergebnis ohne eigenen Erarbeitungsaufwand direkt zu\nübernehmen (vgl. BGE 131 III 384, E. 4.1 S. 389; E. 21).\nAuszug aus den Erwägungen:\n[...]\nIII. Materielles\n\n[…]\n\n17. Die Aktivlegitimation im Bereich des Urheberrechts kommt üblicherweise dem\nSchutzrechtsinhaber zu (Art. 9 URG). Unter Umständen kann auch der Lizenznehmer\naktivlegitimiert sein (vgl. dazu BARBARA K. MÜLLER, a.a.O., N 39 zu\nVorbemerkungen zu Art. 61-66 URG), was vorliegend jedoch nicht weiter relevant ist,\nda die Gesuchstellerin klar als Urheberin und nicht als Lizenznehmerin auftritt.\nDementsprechend ist in der Folge zu prüfen, ob die Gesuchstellerin glaubhaft\nmachen konnte, dass sie Urheberin der umstrittenen Fragen zur Theorieprüfung für\n[…] wäre, wenn diese als Werk zu qualifizieren wären.\n17.1. Urheber ist grundsätzlich die natürliche Person, die das Werk geschaffen hat (sog.\nSchöpferprinzip; Art. 6 URG). Arbeitgeber oder juristische Personen, die als solche\nnicht schöpferisch tätig sind, können Urheberrechte nicht originär sondern nur\nderivativ erwerben (Art. 16 Abs. 1 URG). Der Arbeitgeber kann somit die mit dem\nUrheberrecht verbundenen Ausschliesslichkeitsrechte nur geltend machen, wenn er\ndie Rechte an Arbeitnehmerschöpfungen durch Abtretung nach Art. 16 Abs. 1 URG\nerworben hat (BGE 136 III 225 E. 4.3 = Pra 99 (2010) Nr. 130, S. 859; DENIS\nBARRELET/WILLI EGLOFF, Das neue Urheberrecht – Kommentar zum\nBundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte, 3. A. 2008, N 2\nzu Art. 6 URG; MANFRED REHBINDER, Schweizerisches Urheberrecht, 3. A. 2000,\nN 108 f.).\n\n[…]\n\n"}