{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-11-16", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2014-42_2018-11-16.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2014_42_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77832369580bc3cf5d479d988612879520b0ed26bbe738e6a0e6b66e39e673c73d2fe0929eadaba1401419448b04912ac69?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77832369580bc3cf5d479d988612879520b0ed26bbe738e6a0e6b66e39e673c73d2fe0929eadaba1401419448b04912ac69&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2014_42", "Checksum": "dab98ec1962b82022fd282586fbb05e8"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2014 42"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 16.11.2018 HG 2014 42"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 16.11.2018 HG 2014 42"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Planervertrag: Werkvertrag / Auftrag | Vertragsrecht übriges"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 05:33:24", "Checksum": "84143cd84e2d88acafe2da8832a47133", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 16.11.2018 HG 2014 42\nRegeste:\nPlanervertrag: Werkvertrag / Auftrag | Vertragsrecht übriges\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nHandelsgericht Tribunal de commerce\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern HG 14 42\nTelefon +41 31 635 48 03\nFax +41 31 634 50 53\nhandelsgericht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 14. November 2018\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Präsident), Handelsrichter Ihlenfeld und Handelsrichter Flükiger\nGerichtsschreiberin Marti-Schreier\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________\nKlägerin\n\ngegen\n\nC.________ AG\nvertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. D.________\nBeklagte\n\nGegenstand Vertragsrecht\n\nKlage vom 22.04.2014\nRegeste:\n- Keine Kompetenzattraktion gestützt auf Art. 15 Abs. 2 ZPO (objektive Klagenhäufung),\nwenn der Kläger sich für seine Forderung (alternativ) auf mehrere sachlich zusammenhängende Verträge stützt, für die aber unterschiedliche Gerichtsstandsvereinbarungen\ngeschlossen wurden (E. 18-22).\n- Rechtliche Qualifikation eines Planervertrags; Grundsätze der Abgrenzung von Werkvertrag und Auftrag, Anwendung im konkreten Fall (E. 30-40).\n- Haftung für Vertragsverletzungen (insb. Überwachungsfehler und Beratungsfehler) bei\narbeitsteiliger Projektorganisation (E. 33-37, insb. E. 34).\n- Hypothetische Kausalität: Grundsätze; rechtmässiges Alternativverhalten (E. 38).\n\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte\n\n1. Die A.________ (Klägerin) liess gemeinsam mit der Luftwaffe in den Jahren 2000-\n2005 auf dem Areal des Flugplatzes J.________ das neue Air Navigation Center\nK.________ (A.________-Flugsicherungszentrum; nachfolgend: ANZ) planen und\nerbauen. Im Zusammenhang mit diesem Neubau betraute die Klägerin die\nC.________ AG (Beklagte) mit verschiedenen Beratungs- und Planungsaufgaben.\n\n2. Das ANZ wurde in den Jahren 2003-2005 erbaut. Im Frühjahr 2007 riet die mit der\n«Entwicklung eines Grundschutzstandards für A.________» beauftragte\nU.________ GmbH der Klägerin, die Hochwassersicherheit des ANZ genauer untersuchen zu lassen. In der Folge holte die Klägerin drei Gutachten ein und kam\ngestützt darauf zum Schluss, das ANZ sei ungenügend geschützt gegen Hochwasser. Sie liess im Frühjahr 2013 einen Hochwasserschutzdamm um das ANZ erbauen. Die Kosten für die Hochwasserschutzmassnahmen fordert sie nun von der Beklagten zurück, da diese es unterlassen habe, das Hochwasserrisiko sorgfältig abzuklären oder zumindest abklären zu lassen; der nachträglich erstellte Hochwasserschutzdamm hätte nicht gebaut werden müssen, wenn die Erdgeschosse von\nAnfang an auf einer um rund 60 cm höher gelegenen Höhenkote ([x+60cm] m.ü.M.\nstatt [x] m.ü.M.) geplant worden wären (Rz. 32.1 ff. Klage). Die Beklagte bestreitet\nsämtliche Anspruchsvoraussetzungen (Vertragsverletzung/Mangel, Schaden, Kausalität, Verschulden; vgl. Rz. 7, Rz. 17 f. Duplik).\n\n3. Mit Klage vom 22. April 2014 beantragt die Klägerin was folgt (pag. 2):\n\n1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 797‘149.50 zzgl. Ver-\nzugs- und Schadenszins von 5% ab dem 30. Juni 2005 zu bezahlen.\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.\n\n4. Mit Klageantwort vom 27. August 2014 beantragt die Beklagte was folgt (pag. 49):\n\n2\n1. Die Klage vom 22. April 2014 sei abzuweisen.\n\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Klägerin.\n\n5. Mit Replik vom 2. Februar 2015 hält die Klägerin am Rechtsbegehren der Klage\nfest (pag. 120).\n\n6. Mit Duplik vom 28. August 2015 wiederholt die Beklagte das Rechtsbegehren der\nKlageantwort (pag. 271).\n\n7. An der Hauptverhandlung vom 5. Juli 2016 verzichteten beide Parteien auf den\nersten Parteivortrag und verwiesen auf die Rechtsschriften (pag. 358).\n\n8. Mit Verfügung vom 27. März 2017 (pag. 418 ff.) beauftragte das Handelsgericht\nFrau E.________, Dipl.-Ing. ETH, mit der Erstellung eines Gutachtens (Art. 183 ff.\nder Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO; SR 272])\nzu den Folgen eines allfälligen Ausfalls des A.________-Flugsicherungszentrum.\nFrau E.________ erstattete das Gutachten am 23. Mai 2017 (pag. 452 ff.) und\nbeantwortete mit Schreiben vom 26. August 2017 Ergänzungsfragen (pag. 681 f.).\n\n9. Mit Verfügung vom 27. März 2017 (pag. 414 ff.) ersuchte das Handelsgericht\nzudem das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich\n(nachfolgend: AWEL) um schriftliche Auskunft (Art. 190 ZPO) zu verschiedenen\nFragen des Hochwasserschutzes. Mit Schreiben vom 5. Mai 2017 erteilte das\nAWEL die schriftliche Auskunft (pag. 442 ff.), mit Schreiben vom 22. August 2017\nbeantwortete es Ergänzungsfragen (pag. 677 ff.).\n\n10. Mit Verfügung vom 19. September 2017 (pag. 684 ff.) beschränkte das\nHandelsgericht das Verfahren auf die Frage der Haftung, d.h. auf die folgenden\nFragen:\n\n"}