{"Signatur": "BE_OG_002", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-03-02", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2013-20_2018-03-02.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/HG_2013_20_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7784afa685f7445813dc8715b6eb31022df6223e3e48b84d4dc815298503f3d9ac018430c06df7f194f167b9fa003d93e13?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7784afa685f7445813dc8715b6eb31022df6223e3e48b84d4dc815298503f3d9ac018430c06df7f194f167b9fa003d93e13&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=HG_2013_20", "Checksum": "24288d899b7e8d53fa30e3f41fbee274"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["HG 2013 20"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht 02.03.2018 HG 2013 20"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce 02.03.2018 HG 2013 20"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Tribunal de commerce"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Handelsgericht  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Missbräuchliche Markeneintragung | Markenrecht"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 05:38:09", "Checksum": "21ad48a9bd9568970a3ea9577dc7cc01", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Handelsgericht 02.03.2018 HG 2013 20\nRegeste:\nMissbräuchliche Markeneintragung | Markenrecht\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nHandelsgericht Tribunal de commerce\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern HG 13 20\nTelefon +41 31 635 48 03\nFax +41 31 635 48 14\nhandelsgericht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. Februar 2018\n\nBesetzung Oberrichter Josi (Präsident), Handelsrichter Läderach und Pfister\nGerichtsschreiberin Kämpfen\n\nVerfahrensbeteiligte A.________, Einzelunternehmen: A.________ Rechtsanwalt\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nKläger/Widerbeklagter\n\ngegen\n\nC.________ GmbH & Co KG\nvertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________\nBeklagte/Widerklägerin\n\nGegenstand Markenrecht / UWG\n\nKlage vom 8. März 2013 und Widerklage vom 26. August 2013\nRegeste:\nNichtigkeit einer Marke wegen rechtsmissbräuchlicher Hinterlegung aufgrund fehlender\nGebrauchsabsicht (E. 47).\n\nErwägungen:\n\nI. Sachverhaltsübersicht\n\n1. A.________ (nachfolgend: Kläger/Widerbeklagter) ist unter der Firma A.________\nRechtsanwalt als Einzelunternehmen mit Sitz in E.________, im Handelsregister\neingetragen mit dem Zweck Rechts- und Steuerberatungen zu erbringen.\n\n2. Die C.________ GmbH & Co KG (nachfolgend: Beklagte/Widerklägerin) ist eine\nKommanditgesellschaft nach österreichischem Recht mit Sitz in F.________, Österreich und gehört zur WILD-Gruppe.\n\n3. Der Kläger/Widerbeklagte ist Inhaber der Wortmarke «WILD HEERBRUGG» CH-\nNr. 624 864, welche für Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 10 und 42 eingetragen ist.\n\n4. Die Beklagte/Widerklägerin war Inhaberin der im Juli 2004 gegenüber der Marke\nunter E. 3 prioritär angemeldeten und zwischenzeitlich nicht verlängerten internationalen Marke «WILD ELECTRONICS (fig.)» IR-Nr. 837 979 (gelöscht), welche für\nWaren und Dienstleistungen der Klassen 9, 10 und 42 eingetragen war und deren\nSchutzbereich auf die Schweiz ausgedehnt worden ist.\n\n5. Am 12. März 2015 hat die Beklagte/Widerklägerin die Marke «WILD ELECTRO-\nNICS (fig.)» CH-Nr. 675 230 für Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 10 und\n42 zur Registrierung angemeldet. Der Kläger/Widerbeklagte hat dagegen gestützt\nauf seine Marke gemäss E. 3 oben Widerspruch erhoben.\n\n6. Prozessgegenstand\n6.1 Bei der Klage handelt es sich um eine Nichtigkeitsklage wegen Nichtgebrauchs des\nSchweizer Anteils der Internationalen Registrierung Nr. 837 979 «WILD ELEC-\nTRONICS» (gelöscht).\n6.2 Gegenstand der Widerklage ist die Nichtigkeit der Marke CH-Nr. 624 864 «WILD\nHEERBRUGG» wegen rechtsmissbräuchlicher Hinterlegung (Markenerschleichung, fehlenden Gebrauchsabsicht, Piratenmarke, Wiederholungsmarke), eventualiter deren Löschung wegen unlauterer Behinderung bzw. nach Art. 8 PVÜ.\n\n2\nII. Prozessgeschichte\n\n7. Mit Eingabe vom 8. März 2013 (pag. 1 ff.) reichte der Kläger/Widerbeklagte beim\nHandelsgericht des Kantons Bern eine Klage gegen die Beklagte/Widerklägerin ein\nund stellte darin folgende Rechtsbegehren:\n\n«1. Es sei festzustellen, dass der Schweizer Anteil der Internationalen Registrierung Nr. 837 979\n„WILD ELECTRONIC“ nichtig ist.\n\n– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten –»\n\n8. Am 26. August 2013 reichte die Beklagte/Widerklägerin ihre Klageantwort ein und\nbeantragte darin (pag. 32):\n« 1. Auf die Klage sei nicht einzutreten.\n\n2. Eventualiter sei die Klage abzuweisen.\n\n3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers.»\n\nIn derselben Eingabe erhob die Beklagte/Widerklägerin Widerklage mit den folgenden Rechtsbegehren (pag. 33):\n« 1. Es sei festzustellen, dass die Schweizer Marke Nr. 624‘864 „WILD HEERBRUGG“ nichtig ist.\n\n2. Eventualiter sei der Kläger und Widerbeklagte zu verpflichten, unter Androhung der Bestrafung\nwegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB für den Zuwiderhandlungsfall, innert 10 Tagen seit Rechtskraft des Urteils gegenüber dem Schweizerischen\nInstitut für geistiges Eigentum alle für die Löschung der Schweizer Marke Nr. 624‘864 „WILD\nHEERBRUGG“ erforderlichen Erklärungen abzugeben.\n3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers.»\n\n9. In seiner Replik und Widerklageantwort vom 3. Dezember 2013 beantrage der Kläger/Widerbeklagte (pag. 106):\n« 1. Es sei festzustellen, dass der Schweizer Anteil der Internationalen Registrierung Nr. 837 979\n„WILD ELECTRONIC (fig.)“ nichtig ist.\n\n2. Die Widerklage sei abzuweisen soweit darauf eingetreten werden könne.\n\n– alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten –»\n\n10. In ihrer Duplik und Widerklagereplik vom 28. April 2014 (pag. 169 ff.) bestätigte die\nBeklagte/Widerklägerin die bereits gestellten Rechtsbegehren.\n\n"}