Auch die einhellige Lehre – sei sie mieter- oder vermieterfreundlich – verlangt das Verschulden zur ausserordentlichen Kündigung nicht. Diese sei bei Zahlungsrückständen einzig und allein ausgeschlossen, wenn 1) der Gläubiger in Annahmeverzug ist; 2) der Mieter die Einrede der Verrechnung erhebt; 3) die Mietzinse hinterlegt sind (HIGI/BÜHLMANN, in: Zürcher Kommentar, Obligationenrecht, Die Miete, Art. 253–265 OR, 5. Aufl. 2019, N 12 ff. zu Art. 257d OR; WESSNER, a.a.O., N 6 zu Art. 257d OR; SPIRIG, in: Mietrecht für die Praxis, 9. Aufl. 2016, N 27.2.3; GIGER, in: Berner Kommentar, Obligationenrecht, Die Miete, Art. 256–259i OR, 2015, N 30 ff. zu Art. 257d OR).