{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2021-05-31", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2021-100_2021-05-31.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2021_100_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7780607860646b7307417512547c7a0f2c63ca2378920f556bfaeac6d8d0e62272cbf5b9cdfc0c775d2e2f05457b298f69a?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7780607860646b7307417512547c7a0f2c63ca2378920f556bfaeac6d8d0e62272cbf5b9cdfc0c775d2e2f05457b298f69a&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2021_100", "Checksum": "a74ff12e3d99a8c0f39efed6215779b5"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2021 100"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 31.05.2021 KES 2021 100"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 31.05.2021 KES 2021 100"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 31.05.2021 KES 2021 100"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. Zivilkammer  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Entscheideröffnung (Art. 44 VRPG); Persönliche Anhörung im Erwachsenenschutzverfahren (Art. 447 Abs. 1 ZGB) | Vertretungsbeistandschaft"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 02:41:39", "Checksum": "a21f0ca82cba6f494531a119b6206164", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Zivilkammern 31.05.2021 KES 2021 100\nRegeste:\nEntscheideröffnung (Art. 44 VRPG); Persönliche Anhörung im Erwachsenenschutzverfahren (Art. 447 Abs. 1 ZGB) | Vertretungsbeistandschaft\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nKindes- und Erwachsenen- Tribunal de la protection\nschutzgericht de l'enfant et de l'adulte\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern KES 21 100 (Beschwerde)\nTelefon +41 31 635 48 06 KES 21 101 (uR)\nFax +41 31 634 50 53\nObergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 31. Mai 2021\n\nBesetzung Oberrichter D. Bähler (Referent), Oberrichterin Grütter und Obergerichtssuppleant Horisberger\nGerichtsschreiberin von Hünerbein\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwältin B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern, Weltpoststrasse 5, 3015 Bern\nVorinstanz\n\nGegenstand Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und\nVermögensverwaltung gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395\nAbs. 1 und 3 ZGB\nErnennung von C.________, Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz, EKS Bern, zur Beiständin\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern vom 23. Dezember 2020\n(2019-2554)\n\nGesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 12. Februar 2021\nRegeste:\nEntscheideröffnung (Art. 44 VRPG); Persönliche Anhörung im Erwachsenenschutzverfahren (Art. 447 Abs. 1 ZGB)\nDie Zustellart A-Post Plus genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht, soweit ein «Zustellungsnachweis» verlangt wird (Art. 44 Abs. 2 VRPG). Die Zustellung ist jedoch dann\ngültig erfolgt, wenn die Kenntnisnahme des Empfängers auf andere Weise bewiesen werden kann (E. 21.6).\nUnter Einhaltung der nötigen Schutzvorkehrungen zur Eindämmung des Coronavirus sind\npersönliche Anhörungen gemäss Art. 447 Abs. 1 ZGB in Alters- und Pflegeheimen\ngrundsätzlich möglich (E. 29.4). Ist aufgrund des Gesundheitszustandes der betroffenen\nPerson oder wegen Urteilsunfähigkeit in Bezug auf die Erwachsenenschutzmassnahme\neine persönliche Anhörung i.e.S. nicht möglich, kann die Anhörung zum Schutz der betagten Heimbewohner vor Ansteckungen schriftlich erfolgen (E. 29.5 f.).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (geb. 1930; nachfolgend Beschwerdeführer) stammt aus D.________.\nEr zog im Jahr ______ in die Schweiz und arbeitete als Zahnarzt in E.________.\nSeit dem Jahr ______ ist er Schweizer Bürger. Der Beschwerdeführer ist verheiratet und lebt seit _____ von seiner Ehefrau getrennt. Die gemeinsame Tochter des\nEhepaars, F.________ (geb. 1982), lebt in Bern und ist schwer krank: Sie leidet an\neiner Multiplen Sklerose (MS) und hatte einen bösartigen Hirntumor. Die Ehefrau\ndes Beschwerdeführers lebt in D.________.\n\n2. Im Mai 2019 erstattete die Tochter des Beschwerdeführers eine Gefährdungsmeldung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern. Der Beschwerdeführer sei gesundheitlich beeinträchtigt und starrköpfig. Seine Wohnung\nsei verwahrlost und schmutzig (Gefährdungsmeldung vom 23. Mai 2019, Vorakten).\n\nVon den Sozialbehörden der Stadt Bern wurde daraufhin eine Grundreinigung der\nWohnung organisiert und ein Brandmelder installiert (vgl. Kurzabklärungsbericht\ndes Amtes für Erwachsenen- und Kindesschutz [EKS] Bern vom 15. September\n2020, S. 2, Vorakten). Es wurde festgestellt, dass eine minimale hauswirtschaftliche Betreuung (tägliche kurze Spitex-Besuche) bestehe (vgl. Kurzabklärungsbericht EKS Bern vom 13. August 2019, S. 5, Vorakten). Die Anmeldung für AHV/IV-\nErgänzungsleistungen (EL) scheiterte an der fehlenden Transparenz bezüglich der\nfinanziellen Situation des Beschwerdeführers (vgl. Bericht EKS Bern vom 3. Dezember 2020, S. 2, Vorakten). Es wurde festgestellt, dass die Tochter des Beschwerdeführers keine finanziellen und administrativen Angelegenheiten für ihren\nVater übernehmen wolle, da sie durch ihre Krankheit bereits stark gefordert sei\n\n2\n(Kurzabklärungsbericht EKS Bern vom 13. August 2019, S. 3, Vorakten). Auf die\nErrichtung einer Beistandschaft wurde verzichtet, weil sich der Beschwerdeführer\nvehement dagegen wehrte (vgl. Schreiben der Vorinstanz an den Beschwerdeführer vom 16. August 2019, Vorakten).\n\nDer Hausarzt des Beschwerdeführers hatte diesem am 19. Juni 2019 attestiert, es\nliege keine relevante Einschränkung der kognitiven Funktionen vor, und die Meinung geäussert, dass der Beschwerdeführer die Situation realisiere und langsam\neinsichtig sei, dass er Hilfe und sogar eine Institution brauchen werde (Schreiben\nDr. med. G.________ vom 21. Juni 2019, Vorakten).\n\n"}