{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2020-02-04", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2020-95_2020-02-04.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2020_95_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778537d6b2d70060e0afb3470852f9bcfaa3f36b9665e8245d4def37c8a39b932e60d49e8402e43635f1e5b74b1d687b024?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778537d6b2d70060e0afb3470852f9bcfaa3f36b9665e8245d4def37c8a39b932e60d49e8402e43635f1e5b74b1d687b024&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2020_95", "Checksum": "a4473056c9dc2a9fbedee2bbd69c6c46"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2020 95"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 04.02.2020 KES 2020 95"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 04.02.2020 KES 2020 95"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 04.02.2020 KES 2020 95"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Februar 2020\n\nBesetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), Oberrichter Hurni und Oberrichter Schlup\nGerichtsschreiberin Brütsch\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwältin B.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nC.________\nBeschwerdegegner\n\nD.________\nBetroffener\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland\nNord, Bernstrasse 5, Postfach 207, 3312 Fraubrunnen\nVorinstanz\n\nGegenstand Abweisung des Antrags auf alternierende Obhut gemäss\nArt. 298b Ziff. 3ter ZGB, Regelung des persönlichen Verkehrs\ngemäss Art. 273 Abs. 2 ZGB\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Nord vom 18. Dezember 2019\nbzw. Rektifikat vom 30. Dezember 2019\n(Referenz: 2017-299 / isl)\nRegeste:\n\nRechtsmittelfrist bei Entscheidberichtigungen i.S.v. Art. 59 VRPG; falsche behördliche Auskunft\nDie Korrektur des Redaktionsfehlers im Titel eines Entscheids bzw. in der Bezeichnung\ndes Verfahrensgegenstandes bildet keinen Anwendungsfall von Art. 59 VRPG. Die\nnachträgliche Anpassung hatte keine Auswirkungen auf den Entscheid selbst bzw. auf die\nVerfügungsformel (= das Dispositiv der Verfügung). Damit blieben diese Korrektur und das\ndaraufhin ergangene Rektifikat ohne Einfluss auf die Rechtsmittelfrist des erstergangenen\nEntscheids (E. II.11.2).\n\nVorliegend war die Unrichtigkeit der vorinstanzlichen Auskunft, wonach mit dem Rektifikat\neine neue, 30-tägige Beschwerdefrist zu laufen begann, für die Beschwerdeführerin bzw.\nfür deren fachkundige Rechtsvertreterin ohne weiteres erkennbar. Die Lektüre des Gesetzestexts von Art. 59 VRPG, welcher von «Verfügungsformel» und nicht von «Titel» spricht,\nhätte dies umgehend erhellt. Die Beschwerde erfolgte verspätet, weshalb das Gericht nicht\ndarauf eintrat (E. II. 12.3 ff.).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. D.________ (nachfolgend: Betroffener) ist das gemeinsame Kind von A.________\n(nachfolgend: Beschwerdeführerin / Kindsmutter) und C.________ (nachfolgend:\nBeschwerdegegner / Kindsvater).\n\n2. Mit Entscheid vom 18. Dezember 2019 wies die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern Mittelland (nachfolgend: Vorinstanz) den Antrag des Beschwerdegegners auf alternierende Obhut ab und regelte den persönlichen Verkehr zwischen ihm und dem Betroffenen (Dispositivziffern 1 und 2). Zudem entzog\ndie Vorinstanz einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Dispositivziffer 3).\nAuf weitere Massnahmen (wie die Anordnung einer Beistandschaft oder die Einrichtung einer Erziehungsaufsicht) wurde verzichtet (E. II.6. des betreffenden Entscheids). Auf der ersten Seite, im Titel des Entscheids, hatte die Vorinstanz als\nVerfahrensgegenstand folgendes aufgeführt:\n«Abweisung des Antrags auf alternierende Obhut gemäss Art. 298d Ziff. 3ter ZGB\nRegelung des persönlichen Verkehrs gemäss Art. 273 Abs. 2 ZGB\nAnordnung einer Erziehungsaufsicht gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB»\n\n3. Mit Rektifikat vom 30. Dezember 2019 korrigierte die Vorinstanz ihren Entscheid\nvom 18. Dezember 2019 dahingehend, als sie den Passus «Anordnung einer Erziehungsaufsicht gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB» aus dem Titel entfernte.\n\n2\n4. Gleichentags orientierte die Vorinstanz – bzw. eine Mitarbeiterin des Sozialjuristischen Dienstes – die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin über das Rektifikat.\nDem Schreiben an die Beschwerdeführerin war unter anderem folgende Formulierung beigefügt:\n«In unserem Entscheid vom 18.12.2019 ist uns leider ein Fehler (Anordnung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB im Titel) unterlaufen, den wir mit dem\nbeiliegenden Rektifikat korrigiert haben. Ausser der 30-tätigen Beschwerdefrist, die mit Erhalt des Rektifikats neu zu laufen beginnt, ändert sich für Sie nichts (vgl. Art. 59 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]).\n\nWir bitten Sie, den Redaktionsfehler zu entschuldigen.»\n\n5. Mit Schreiben vom 28. Januar 2020 (Postaufgabe gleichentags) reichte die Beschwerdeführerin, vertreten durch ihre Anwältin, beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht eine Beschwerde gegen den Entscheid vom 18. Dezember bzw. gegen das Rektifikat vom 30. Dezember 2019 ein und verlangte die kostenfällige Aufhebung von Ziff. 2 Bst. a und b sowie von Ziff. 3 der angefochtenen Entscheide\n(Abänderung des persönlichen Verkehrs, Erteilung der aufschiebenden Wirkung,\nvgl. pag. 1 ff.).\n\n"}