{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2020-06-16", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2020-267_2020-06-16.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2020_267_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77867e5ac22efdf8e67a87518898f1386ed5e21295894071bab4bcc48872cce475e4a691f6de4d7021ca958ef48c5e67a7c?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77867e5ac22efdf8e67a87518898f1386ed5e21295894071bab4bcc48872cce475e4a691f6de4d7021ca958ef48c5e67a7c&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2020_267", "Checksum": "3d0a6f94c0cf4341a3e1c00cce153061"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2020 267"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 16.06.2020 KES 2020 267"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 16.06.2020 KES 2020 267"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 16.06.2020 KES 2020 267"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Bähler\nGerichtsschreiberin von Hünerbein\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nB.________\nvertreten durch Rechtsanwalt C.________\nBeschwerdegegner\n\nD.________\nKindsvertretung nach Art. 314abis ZGB: Fürsprecherin E.________\nBetroffener\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland\nSüd, Tägermattstrasse 1, Postfach 1224, 3110 Münsingen\nVorinstanz\n\nGegenstand Vorsorglicher Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts gemäss\nArt. 310 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 445 Abs. 1 ZGB mit vorsorglicher\nUnterbringung im Haushalt des Vaters\nVorsorgliche Einschränkung der elterlichen Sorge gemäss\nArt. 308 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 445 Abs. 1 ZGB\nVorsorgliche Anpassung der beistandschaftlichen Aufgaben\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Süd vom 16. März 2020\n(11816911/2018-3855)\nRegeste:\n\nAnspruch auf rechtliches Gehör; Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK\n\nDie KESB ist verpflichtet, den Beteiligten den Beizug von Akten, die wesentliche Informationen enthalten können, anzuzeigen, damit diese ihr Einsichtsrecht geltend machen können. Wichtige Beweismittel wie weitere Eingaben der Parteien sind den Beteiligten von\nAmtes wegen in Kopie zuzustellen. Der behördliche Entscheid darf nur solche Tatsachen\nund Beweisergebnisse berücksichtigen, zu denen die Parteien Stellung nehmen konnten\n(E. 35). Heilung der Gehörsverletzung vor der Rechtsmittelinstanz (E. 40 und 41).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin/Kindsmutter) und B.________\n(nachfolgend: Beschwerdegegner/Kindsvater) sind die unverheirateten und getrennt lebenden Eltern von D._______. Die Kindsmutter ist für D.________ alleine\nsorgeberechtigt. Die ältere Schwester von D.________, F.________, zog nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit im August 2018 bei der Mutter aus und lebt\nseither beim Vater.\n\n2. Anfangs 2019 wurde D.________ nach familiären und schulischen Schwierigkeiten\nvon der KESB für einen Monat in der G.________ (Kinder- und Jugendheim) platziert. Seither besteht für ihn eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 des\nSchweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) und ist vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Süd (nachfolgend: Vorinstanz) ein\nKindesschutzverfahren hängig.\n\n3. Beim Übertritt von D.________ in die Oberstufe im Sommer 2019 eskalierten die\nschulischen Probleme. D.________ bedrohte andere Schüler und zeigte ein\nschwieriges Frauenbild, was sich auch in seinem Verhalten den Lehrerinnen gegenüber äusserte (Information des Schulleiters vom 22. August 2019, in den Vorakten). Die Familienbegleiterin legte ihr Mandat per Ende August 2019 nieder, weil\nsie ihren Auftrag (die Situation der Familie zu stabilisieren und das Wohl von\nD.________ zu sichern) nicht erfüllen konnte. Sie erwähnte u.a., dass die Kindsmutter das geliebte Haustier von D.________ als Druckmittel einsetze; sie werde\nes weggeben, wenn er sich nicht an Regeln und Abmachungen halte (Bericht vom\n9. August 2019). Die Beiständin zog in der Folge H.________ als neue sozialpädagogische Familienbegleiterin bei.\n\n4. Die Beiständin berichtete am 23. August 2019, D.________ bestimme zu Hause,\nwie es laufen solle. Er verhalte sich seiner Mutter gegenüber sehr respektlos und\nstosse ihr gegenüber auch Drohungen aus. Er habe Wohnungsmobiliar kaputtgemacht, wenn seine Mutter nicht tat, was er wollte. Im September 2019 musste\n\n2\nD.________ in eine Spezialklasse der Schule I.________ eintreten. Am 2. Dezember 2019 meldete die Lehrerin der Spezialklasse allerdings, dass ohne Verbesserung der Situation eine weitere Beschulung von D.________ auch in diesem Setting nicht mehr möglich sei.\n\n"}