{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2020-04-16", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2019-866_2020-04-16.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2019_866_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787026b175f177be8016ef671921964b5ec1e4ed4ebd4829a1226678b9857117477e5c95c8fe72ee7ed15ce2c6e89bf9c0?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787026b175f177be8016ef671921964b5ec1e4ed4ebd4829a1226678b9857117477e5c95c8fe72ee7ed15ce2c6e89bf9c0&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2019_866", "Checksum": "3def519d5b6ff980ea7e865c8524ffbe"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2019 866"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 16.04.2020 KES 2019 866"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 16.04.2020 KES 2019 866"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 16.04.2020 KES 2019 866"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Bähler\nGerichtsschreiberin von Hünerbein\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Biel/Bienne,\nZentralstrasse 63, Postfach 704, 2501 Biel/Bienne\nVorinstanz\n\nC.________\nBetroffener\n\nD.________\nBetroffene\n\nbeide vertreten durch die Verfahrensbeiständin nach\nArt. 449a ZGB Rechtsanwältin E.________\n\nGegenstand Nichtvalidierung der Vorsorgeaufträge vom 10. Juli 2019\nAnordnung je einer Vertretungsbeistandschaft mit Einkommensund Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395\nAbs. 1 und 3 ZGB\nErnennung von Frau F.________, Soziale Dienste G.________,\nzur Beiständin\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Biel/Bienne vom 22. Oktober 2019\n(2019-3291/2019-3112)\nRegeste:\n\nEntschädigung der Verfahrensbeiständin nach Art. 449a ZGB\nDie vom Kindes- und Erwachsenenschutzgericht ernannte Verfahrensbeiständin nach\nArt. 449a ZGB ist in erster Linie aus dem Vermögen der Verbeiständeten zu entschädigen.\nDie Entschädigung wird nur subsidiär – soweit die verbeiständete Person dazu aufgrund\nihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht in der Lage ist – vom Gemeinwesen\ngetragen (Art. 449a ZGB i.V.m. Art. 404 ZGB und Art. 36, Art. 40 Abs. 1 Bst. a sowie\nArt. 41 KESG; E. 43). Die Kosten für die Verfahrensbeiständin können die obsiegenden\nVerbeiständeten als Parteikosten geltend machen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1\nVRPG; E. 44).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. Das betagte Ehepaar C.________ (geb. 1929; nachfolgend auch Betroffener) und\nD.________ (geb. 1933; nachfolgend auch Betroffene) lebt zu Hause im eigenen\nEinfamilienhaus in G.________. D.________ leidet an Demenz, bei C.________\nbesteht seit einem Hirnschlag im April 2019 eine dementielle Symptomatik (ärztlicher Bericht vom 30. August 2019 und Schreiben vom 25. September 2019 von Dr.\nmed. H.________, unpaginierte Vorakten). Bislang hat die Tochter I.________\n(nachfolgend auch Beschwerdeführerin) die Eltern im Haushalt, bei der Pflege sowie bei den administrativen und finanziellen Angelegenheiten unterstützt.\n\n2.\n2.1 Nach einem Streit vom 21. März 2019 zwischen der Beschwerdeführerin und ihren\nEltern reichte die beigezogene Polizei eine Gefährdungsmeldung bei der Kindesund Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Biel/Bienne (nachfolgend Vorinstanz) betreffend die Beschwerdeführerin ein. Die Eltern seien gesundheitlich angeschlagen,\ndie Beschwerdeführerin habe sehr angetrieben gewirkt. Es scheine oft zu Streit\nüber Geld zu kommen.\n2.2 Gestützt auf den beim Sozialdienst eingeholten Abklärungsbericht stellte die Vorinstanz das am 12. April 2019 gegen die Beschwerdeführerin eröffnete Erwachsenenschutzverfahren am 18. Juni 2019 wieder ein. Im Bericht wird die Abklärung der\nSituation des Ehepaars C.________ und D. ________ empfohlen.\n\n3. D.________ hielt sich nach einem Sturz im März 2019 im J.________ (Altersheim)\nin K.________ auf.\nAm 28. Juni 2019 reichte das J.________ (Altersheim) eine Gefährdungsmeldung\nbei der Vorinstanz ein. D.________ benötige in allen Lebensbereichen Hilfestellungen. Die Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin sei sehr schwierig. Eine si-\n\n2\nchere Betreuung zu Hause werde bezweifelt. D.________ habe mehrmals Angst\nvor dem Austritt nach Hause geäussert.\n\n4. Am 4. Juli 2019 eröffnete die Vorinstanz je ein Erwachsenenschutzverfahren für\nD.________ und für C.________ und beauftragte die Sozialen Dienste\nG.________ mit der Abklärung der Situation und des Unterstützungsbedarfs.\n\n5. Am 10. Juli 2019 setzten die Eheleute C.________ und D.________ je einen notariell beurkundeten Vorsorgeauftrag auf, in denen sie ihre Tochter mit der umfassenden Personen- und Vermögenssorge für den Fall ihrer eigenen Urteilsfähigkeit\nbeauftragen.\n\n6. Der Bericht der Sozialarbeiterin F.________ datiert vom 18. September 2019.\n\nEmpfohlen wird die Errichtung einer Beistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung sowie Vertretung in gesundheitlichen Belangen und bezüglich der\nWohnsituation. Ausserdem sei das Vermögen der Betroffenen durch umgehende\nSperrung der Konti vor dem Zugriff der Beschwerdeführerin zu schützen.\n\n"}