{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2019-09-04", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2019-465_2019-09-04.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2019_465_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787f0ff5c4aea1eab9240cf577aa70c21c66b9109445d9bbc912315326cb799b67c6ec9a5b395cb4349fa6fcf11cc05bdc?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787f0ff5c4aea1eab9240cf577aa70c21c66b9109445d9bbc912315326cb799b67c6ec9a5b395cb4349fa6fcf11cc05bdc&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2019_465", "Checksum": "25aed543297d1b871134c806f3d03978"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2019 465"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 04.09.2019 KES 2019 465"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 04.09.2019 KES 2019 465"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 04.09.2019 KES 2019 465"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Bähler (Referent), Oberrichterin Grütter und Oberrichter Hurni\nGerichtsschreiberin Miescher\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Oberland\nOst, Schloss 11, Postfach, 3800 Interlaken\nVorinstanz\n\nGegenstand Anordnung einer Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2\nZGB\nErnennung von B.________, Sozialdienst C.________ zur Berufsbeiständin\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der KESB Oberland Ost vom 5.\nJuni 2019 (11592030/2017-5284)\nRegeste:\n\nRechtliches Gehör / Heilung\n\nDie Beschwerdeführerin wurde vor der ersten Instanz zu Unrecht nicht angehört: Obwohl\ndie Beschwerdeführerin den Abklärungsbericht, in welchem die Kindesschutzmassnahme\nfür ihren Sohn vorgeschlagen und ihr Einverständnis vermerkt wurde, unterzeichnet hatte,\nkann nicht davon ausgegangen werden, dass sie bei dem anlässlich der Abklärung – ohne\nÜbersetzung – geführten Gespräch die Tragweite der Massnahme voll erfasste.\nKeine Heilung des rechtlichen Gehörs vor der oberen Instanz im vorliegenden Fall, obwohl\ndiese über die gleiche Überprüfungsbefugnis wie die erste Instanz verfügt\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist die Mutter von D.________\n(geb. 31. Juli 2006) und E.________ (geb. 7. Juli 2015).\n\nAm 11. April 2019 erstatteten die Sozialdienste C.________ bei der KESB Oberland Ost eine Gefährdungsmeldung betreffend E.________.\n\n2. Mit verfahrensleitendem Entscheid vom 15. April 2019 eröffnete die KESB Oberland Ost in Sachen E.________ ein Kindesschutzverfahren und beauftragte die\nSozialdienste C.________ mit der umfassenden Abklärung des Sachverhalts und\nder subsidiären Hilfeleistung (freiwillige Beratung/ Unterstützung) mit anschliessender Berichterstattung.\n\n3. Nach Erhalt des Abklärungsberichts vom 15. Mai 2019 errichtete die KESB Oberland Ost mit Entscheid vom 5. Juni 2019 für E.________ eine Beistandschaft nach\nArt. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210] und\nernannte B.________, Sozialdienste C.________, unter Beschreibung der Aufgaben zur Beiständin.\n\n4. Gegen diesen Entscheid reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 20. Juni\n2019 (Postaufgabe am selben Tag) Beschwerde beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht des Kantons Bern ein.\n\n5. In ihrer Vernehmlassung vom 4. Juli 2019 beantragte die KESB Oberland Ost, die\nBeschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.\n\nII.\n\n2\n6. Für die Beschwerde gegen den Kammerentscheid der Vorinstanz ist das Kindesund Erwachsenenschutzgericht zuständig (Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 65 des\nGesetzes über den Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG; BSG 213.316]).\n\n7. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach den Bestimmungen gemäss Art. 450 ff. ZGB. Subsidiär gelangt kantonales Verfahrensrecht, nämlich Art. 65 ff. KESG, zur Anwendung (vgl. Art. 1 Abs. 1 lit. d KESG).\nDieses verweist seinerseits in Art. 72 KESG auf die Bestimmungen des Gesetzes\nüber die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).\n\n8. Da sich keine fachspezifischen Fragen stellen, folgt die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde durch drei hauptamtliche Richterinnen und Richter (Art. 45 Abs. 3\nSatz 1 Bst. b des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der\nStaatsanwaltschaft [GSOG, BSG 161.1]).\n\n9. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten.\n\nIII.\n\n10. Die Beschwerdeführerin stammt ursprünglich aus den F.________, war lange in\nItalien und ist erst seit 2016 in der Schweiz. Sie ist im Gastgewerbe im Tieflohnbereich tätig (vgl. Abklärungsbericht der Sozialdienste C.________ vom 15. Mai\n2019).\n\n11. Gemäss Abklärungsbericht vom 15. Mai 2019 erklärte sich die Beschwerdeführerin\ngegenüber der abklärenden Sozialpädagogin mit der Massnahme (Beistandschaft\nnach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für ihren Sohn) einverstanden. Sie unterzeichnete\nauch den Abklärungsbericht („Bestätigung der Einsichtnahme“). Die KESB Oberland Ost verzichtete daraufhin auf eine Anhörung der Beschwerdeführerin.\n\n12. Nach Erlass des Entscheids wandte sich die Beschwerdeführerin über eine Freundin an die KESB Oberland Ost, von der sie über die Beschwerdemöglichkeiten aufgeklärt wurde (Aktennotiz vom 19. Juni 2019 [Vorakten betr. E.________, Register\n2]). Bereits vor diesem Gespräch hatte sie mit der Sozialpädagogin B.________\nKontakt aufgenommen und ein Gespräch mit der KESB Oberland Ost verlangt.\n\n"}