{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2019-06-24", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2019-154_2019-06-24.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2019_154_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778d9bfe63c8f2c8ef4c4ef3fb279c9772a784e20046ccf4da83f6a03b3d0ef617a4b4cf34a397a9b8cfdec65750729c53b?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778d9bfe63c8f2c8ef4c4ef3fb279c9772a784e20046ccf4da83f6a03b3d0ef617a4b4cf34a397a9b8cfdec65750729c53b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2019_154", "Checksum": "04ad9e565d377d9403732a800b91f231"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2019 154"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 24.06.2019 KES 2019 154"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 24.06.2019 KES 2019 154"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 24.06.2019 KES 2019 154"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Juni 2019\n\nBesetzung Oberrichter Hurni (Referent), Oberrichterin Grütter und Oberrichter Schlup\nGerichtsschreiberin Brütsch\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nBeschwerdeführerin 1\n\nC.________\nBeschwerdeführerin 2\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland\nNord, Bernstrasse 5, Postfach 207, 3312 Fraubrunnen\nVorinstanz\n\nD.________\nBeschwerdegegnerin\n\nE.________\nvertreten durch Rechtsanwalt F.________\nBetroffene\n\nGegenstand Feststellung der Wirksamkeit des Vorsorgeauftrags vom 2. August\n2018\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Nord vom 13. Februar 2019\n(2018-2584/alb/ruc)\nRegeste:\n\nFeststellung der Wirksamkeit eines Vorsorgeauftrags (Urteilsfähigkeit im Zeitpunkt der\nErrichtung)\n\nDie Urteilsfähigkeit ist «relativ» zu verstehen und bezieht sich für den Vorsorgeauftrag auf\nden jeweiligen Aufgabenbereich der Personen- oder Vermögenssorge oder der Vertretung\nim Rechtsverkehr. Für den Zeitraum der Errichtung des Vorsorgeauftrags ist grundsätzlich\nvon der Vermutung der Urteilsfähigkeit auszugehen, ausser es sind Umstände bekannt,\ndie gegen eine Vermutung sprechen (E. 18.3).\n\nTrotz (ärztlich festgestellter) eingeschränkter Urteilsfähigkeit sowie einer diagnostizierten\nleichten bis mittelschweren Demenz konnten im Urteilszeitpunkt keine genauen Aussagen\nüber den Zustand der Betroffenen im Errichtungszeitpunkt des Vorsorgeauftrags gemacht\nwerden, weshalb die Vermutung der Urteilsfähigkeit zum Tragen kommt. Zentrale Bedeutung kommt auch der Beurteilung des Notars zu, welcher die Urteilsfähigkeit anlässlich der\nBeurkundung unter Beizug zweier Zeugen beurteilt und bestätigt hat (E. 18.4).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. E.________ (nachfolgend: Betroffene), geb.________, ist die Mutter von\nA.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 1), C.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 2) und D.________ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Die\neinst in G.________ wohnhafte Betroffene hielt sich zeitweise in der Klinik\nH.________ und aktuell im Wohn- und Pflegeheim I.________ auf.\n\n2. Gestützt auf die Gefährdungsmeldung der Beschwerdeführerin 1 vom 28. Mai\n2018, wonach die Betroffene dement und die finanziellen Verhältnisse undurchsichtig seien, eröffnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland\nNord (nachfolgend: Vorinstanz) am 31. Mai 2018 ein Erwachsenenschutzverfahren\nfür die Betroffene und deren Ehemann und beauftragte den Erwachsenen- und\nKindesschutz (EKS) G.________ mit der näheren Sachverhaltsabklärung\n(s. Verfahrensakten der Vorinstanz, Faszikel 1).\n\n3. Der Bericht des EKS G.________ lag am 11. September 2018 vor (vgl. Verfahrensakten der Vorinstanz, Faszikel 2). Dem Bericht war unter anderem zu entnehmen, dass die Betroffene am 2. August 2018 bei Notar J.________ einen notariell\nbeurkundeten und umfassenden Vorsorgeauftrag errichtet hat. Als Vorsorgebeauftrage hatte sie ihre dritte Tochter – die Beschwerdegegnerin – eingesetzt (Urschrift\nNr. 5998 in den Verfahrensakten der Vorinstanz, Faszikel 2). Die Beschwerdegegnerin hatte sich bis dahin um die finanziellen und administrativen Angelegenheiten\nder Betroffenen und deren Ehemann gekümmert.\n\n2\n4. Die Vorinstanz hat daraufhin ein Verfahren auf Prüfung der Wirksamkeit des Vorsorgeauftrags vom 2. August 2018 eingeleitet (Verfahrensakten der Vorinstanz,\nFaszikel 2).\n\n5. Während des Verfahrens haben die Beschwerdeführerinnen gegenüber der Vorinstanz mehrmals ihre Bedenken gegenüber den Handlungen der Beschwerdegegnerin geäussert (vgl. zum Sachverhalt auch den angefochtenen Entscheid,\nZiff. 1-10).\n\n6. Mit Entscheid vom 13. Februar 2019 validierte die Vorinstanz den Vorsorgeauftrag\nder Betroffenen (Dispositivziffer 1). Weiter bezeichnete die Vorinstanz die Beschwerdegegnerin als Vorsorgebeauftragte und verpflichtete sie, der Vorinstanz\njährlich eine Kopie der jeweils aktuellsten Veranlagungsverfügung der Betroffenen\neinzureichen (Dispositivziffern 2 und 4). Die Vorinstanz auferlegte der Betroffenen\ndie Verfahrenskosten und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende\nWirkung (Dispositivziffern 7 und 8).\n\n"}