{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-11-12", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2018-684_2018-11-12.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2018_684_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7789de9487d4b65b55247ca59d94bb5721ffd2f8da87ebcf5217fc671cc127a9c91228b5624c72961d728f7826ad25f443a?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7789de9487d4b65b55247ca59d94bb5721ffd2f8da87ebcf5217fc671cc127a9c91228b5624c72961d728f7826ad25f443a&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2018_684", "Checksum": "7b3137d1e93d3f08fc5896727395e271"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2018 684"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 12.11.2018 KES 2018 684"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 12.11.2018 KES 2018 684"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 12.11.2018 KES 2018 684"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Änderung der Obhutsregelung | Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nKindes- und Erwachsenen- Tribunal de la protection\nschutzgericht de l'enfant et de l'adulte\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern KES 18 684\nTelefon +41 31 635 48 06\nFax +41 31 634 50 53\nObergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. November 2018\n\nBesetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), Oberrichter D. Bähler und\nOberrichter Schlup\nGerichtsschreiberin Mosimann\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Fürsprecherin X.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nB.________\nvertreten durch Rechtsanwalt Y.________\nBeschwerdegegner\n\nBurgerliche Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde\n(bKESB), Amthausgasse 28, Postfach, 3011 Bern\nVorinstanz\n\nGegenstand Vorsorglicher Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern mit Platzierung beim Vater (Art. 310 Abs. 1 ZGB i.V.m.\nArt. 445 Abs. 1 ZGB)\nVorsorgliche Regelung des persönlichen Verkehrs (Art. 273 Abs. 1\nZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB, i.V.m. Art. 445 Abs. 1 ZGB)\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der burgerlichen Kindes- und\nErwachsenenschutzbehörde (bKESB) vom 6. September 2018\nRegeste:\n\nGemeinsame elterliche Sorge, vorsorglicher Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts,\nWechsel des Aufenthaltsortes des Kindes, Zuständigkeit bzgl. Änderung der Obhutsregelung\n- Durch den Wohnortswechsel des obhutsberechtigten Elternteils zusammen mit dem\nknapp sechsjährigen Kind liegt nicht per se eine Kindswohlgefährdung vor, zumal bei\neinem kleinen Kind weniger die Stabilität des Ortes als die Beziehung zu seinen wichtigsten Bezugspersonen wichtig ist (E. 33).\n- Vorliegend lag keine Kindswohlgefährdung vor, weshalb den Eltern zu Unrecht (vorsorglich) das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen wurde (E. 33 f.).\n- Die bKESB ist bei Uneinigkeit der geschiedenen Eltern für die Neuregelung der Obhut\nnicht zuständig. Will der Kindsvater die Obhut beantragen, so muss er sich an das Zivilgericht wenden und um Abänderung des Scheidungsurteils ersuchen (E. 34).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) und B.________ (nachfolgend:\nBeschwerdegegner) sind die geschiedenen Eltern von C.________, geb. ________\n2012. Gemäss Ziff. 2 der mit Entscheid vom 31. Mai 2016 durch das Regionalgericht Bern-Mittelland genehmigten Scheidungskonvention wurde C.________ unter\nder gemeinsamen elterlichen Sorge belassen (Vorakten KESB, Dossier 1, Lasche 7). Gemäss Ziff. 2.b der Scheidungskonvention beantragten die Eltern dem\nGericht, dass die Obhut für C.________ der Mutter zugeteilt wird. Die Eltern hielten\nweiter die Absicht fest, dass der Vater und C.________ mindestens 2 ½ Tage pro\nWoche miteinander verbringen können und die Intervalle, in welchen Vater und\nSohn sich nicht sehen, nach Möglichkeit nicht länger als 2 bis 3 Tage sind. In\nZiff. 2.c der Scheidungskonvention einigten sich die Eltern betreffend Betreuung\ndes Sohnes auf folgende Regelung:\nBetreuung durch den Vater:\n\n- Mittwoch 12.00 Uhr bis Donnerstag 10.00 Uhr\n\n- Freitag 12.00 Uhr bis Samstag 21.00 Uhr und jedes zweite Wochenende Freitag\n12.00 Uhr bis Sonntag 17.00 Uhr\n\n2. Mit Eingabe vom 13. August 2018 stellte der Beschwerdegegner bei der Kindesund Erwachsenenschutzbehörde Bern ein Gesuch um superprovisorischen Entzug\nder Obhut und des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Mutter, eventualiter um Weisungen nach Art. 307 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210). Der\n\n2\nAntrag wurde am 15. August 2018 zuständigkeitshalber an die burgerliche Kindesund Erwachsenenschutzbehörde (bKESB; nachfolgend: Vorinstanz) weitergeleitet.\nDer Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Y.________, schildert in der\nBegründung zum Gesuch die umfangreiche Betreuung von C.________ durch den\nVater, welche über die Vereinbarungen in der Ehescheidungskonvention hinausgehe. Weiter lässt der Vater ausführen, dass ihm die Mutter am 26. Juli 2018 eröffnet\nhabe, dass sie nicht gedenke, C.________, wie seit langer Zeit geplant, am 13.\nAugust 2018 in den Kindergarten der Rudolf Steiner Schule in D.________ zu schicken. Sie werde mit C.________ nach E.________ zu ihrem neuen Lebenspartner\nziehen. In seiner E-Mail vom 31. Juli 2018 habe der Vater gegenüber der Mutter\nfestgehalten, dass er dem Wohnortwechsel von C.________ klar nicht zustimme\n(Vorakten KESB, Dossier 1, Lasche 7).\n\n"}