{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-04-03", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2018-52_2018-04-03.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2018_52_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7789c8c8ab3734fd3d74c3e227aaa1e7dad4147494d496ae66207b33082de92f07302c2b89b6746f1944c7ccf0696179251?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7789c8c8ab3734fd3d74c3e227aaa1e7dad4147494d496ae66207b33082de92f07302c2b89b6746f1944c7ccf0696179251&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2018_52", "Checksum": "41345b720099261938cc7b9272ea2111"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2018 52"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 03.04.2018 KES 2018 52"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 03.04.2018 KES 2018 52"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 03.04.2018 KES 2018 52"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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April 2018\n\nBesetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), Oberrichter Hurni und Oberrichterin Apolloni Meier\nGerichtsschreiberin Mosimann\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt und Notar Z.________\nBeschwerdeführer\n\nB.________\nvertreten durch Rechtsanwalt und Notar Z.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nJustiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern,\nMünstergasse 2, 3011 Bern\nVorinstanz\n\nGegenstand Adoption\n\nBeschwerde gegen die Verfügung der Justiz-, Gemeinde und Kirchendirektion des Kantons Bern vom 13. Dezember 2017 (20 17\n47 / SHG)\nRegeste:\n\nAnwendbares Recht auf hängiges Adoptionsverfahren:\n- Art. 12b SchlT ZGB besagt, dass für Adoptionsverfahren, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 17. Juni 2016 hängig sind, das neue Recht gilt. Die Gesetzesrevision trat am 1. Januar 2018 in Kraft (E. 11.1).\n- Die Rechtshängigkeit endet erst mit Eintritt der formellen Rechtskraft. Wird gegen eine\nVerfügung einer Verwaltungsbehörde ein Rechtsmittel eingereicht, besteht die Rechtshängigkeit über die ganze Dauer fort (E. 11.2). Ob dies auch dann gilt, wenn ein\nRechtsmittel ohne aufschiebende Wirkung zur Verfügung steht, wurde offen gelassen\n(E. 11.3).\n- Zwischen der am 13. Dezember 2017 erlassenen Verfügung der JGK und der am 19.\nJanuar 2018 eingereichten Beschwerde besteht somit keine «Rechtshängigkeits-\nLücke», weshalb auf den vorliegenden Fall nun das neue Recht anwendbar ist (E.\n11.3).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1.\n1.1 A.________, geb. ______ 1975 (nachfolgend: Beschwerdeführer) und B.________,\ngeb. ______ 1987 (nachfolgend: Beschwerdeführerin) sind seit dem 16. Juni 2011\nverheiratet. Sie sind die Eltern von C.________, geb. ______ 2012 und\nD.________, geb. ______ 2013 (Vorakten JGK, pag. 6 ff.).\n1.2 Am 10. Juli 2017 stellten die Beschwerdeführer bei der Justiz-, Gemeinde- und\nKirchendirektion des Kantons Bern (nachfolgend: Vorinstanz) ein Gesuch um Adoption für E.________, geb. ______ 1999. E.________ ist die leibliche Tochter von\nF.________, der früheren Lebenspartnerin des Beschwerdeführers.\n1.3 Gemäss Angaben des Beschwerdeführers nahm er seit der Geburt von\nE.________ die Vaterrolle wahr, obwohl er wusste, dass er nicht der leibliche Vater\nist. Im Oktober 2011 habe er aufgrund gesundheitlicher Probleme von F.________\nund zum Wohle des Kindes einen Vertrag als Pflegevater für E.________ erhalten.\nSeither habe E.________ bei ihm und seiner Frau gelebt und bilde einen festen\nBestandteil der Familie (Beschwerde Ziff. 8).\n\n2. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2017 wies die Vorinstanz das Adoptionsgesuch\nab und auferlegte die Verfahrenskosten von CHF 300.00 den Beschwerdeführern.\n\n3. Gegen diesen Entscheid erhoben die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Januar 2018 (Postaufgabe am selben Tag) Beschwerde beim Kindes- und Erwach-\n\n2\nsenenschutzgericht (KESGer) des Kantons Bern. Sie beantragten, die Verfügung\nder Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern vom 13. Dezember\n2017 sei aufzuheben. Das Adoptionsgesuch vom 10. Juli 2017 sei gutzuheissen;\nunter Kosten- und Entschädigungsfolgen.\n\n4. In ihrer Vernehmlassung vom 1. März 2018 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihres Entscheids vom 13.\nDezember 2017.\n\nII.\n\n5. Angefochten ist eine Verfügung der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des\nKantons Bern betreffend Adoption. Die Beurteilung der gegen eine solche Verfügung erhobenen Beschwerde fällt in die Zuständigkeit des KESGer (Art. 26e Abs. 1\ndes Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches\n[EG ZGB; BSG 211.1]). Da sich keine fachspezifischen Fragen stellen, erfolgt die\nBeurteilung der vorliegenden Beschwerde durch drei hauptamtliche Richterinnen\nund Richter (Art. 45 Abs. 3 Bst. b des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).\n\n6. Das Verfahren richtet sich nach den Bestimmungen des Gesetzes über den Kin-\ndes- und Erwachsenenschutz (KESG; BSG 213.316; Art. 26e Abs. 2 EG ZGB sowie Art. 1 Abs. 1 Bst. d KESG). Dieses verweist seinerseits in Art. 72 KESG subsidiär auf die Bestimmungen des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VR-\nPG; BSG 155.21).\n\n7. Auf die form- (Art. 81 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 32 VRPG) und fristgerecht (Art. 26e\nAbs. 1 EG ZGB i.V.m. Art. 42 Abs. 2 VRPG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten.\n\nIII.\n\n"}