{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-10-02", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2018-280_2018-10-02.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2018_280_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787d3e9e6408e495f4b7d686905854b55314cb48f38b0bd2740d20aeb320c4cf74a4f11b3e0c87c466e8c544e50b6a1155?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7787d3e9e6408e495f4b7d686905854b55314cb48f38b0bd2740d20aeb320c4cf74a4f11b3e0c87c466e8c544e50b6a1155&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2018_280", "Checksum": "a2787faac76dde88896cbe314da44008"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2018 280"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 02.10.2018 KES 2018 280"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 02.10.2018 KES 2018 280"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 02.10.2018 KES 2018 280"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Bähler\nGerichtsschreiberin Miescher\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland\nSüd, Tägermattstrasse 1, Postfach 1224, 3110 Münsingen\nVorinstanz\n\nC.________\nvertreten durch Rechtsanwalt D.________\nBeschwerdegegnerin\n\nE.________\nBetroffener\n\nGegenstand Ablehnung des Antrages auf Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge\nGesuch um unentgeltliche Rechtspflege\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der KESB Mittelland Süd vom\n20. März 2018 (11235899/2017-3614)\nRegeste:\n\nNeuzuteilung des Sorgerechts\n\nIm Unterschied zu Art. 298b ZGB, der die gemeinsame elterliche Sorge im Rahmen der\n«erstmaligen Regelung» der elterlichen Sorge bei unverheirateten Paaren oder innert der\nam 30. Juni 2015 abgelaufenen Übergangsfrist gemäss Art. 12 Abs. 4 SchlT ZGB als Regelfall festlegt und davon nur abweichen will, wenn aus Kindeswohlüberlegungen an der\nalleinigen Sorge festzuhalten ist, ist die Beurteilung bei Art. 298d ZGB bei Vorliegen veränderter Verhältnisse gerade umgekehrt: Obwohl der Gesetzgeber als Grundsatz die gemeinsame elterliche Sorge vorsieht, kommt die Umteilung der elterlichen Sorge gemäss\nArt. 298d ZGB nur dann zum Tragen, wenn das Festhalten an der bisherigen Regelung\naufgrund der Veränderung der Verhältnisse zu einer Kindeswohlgefährdung führt, die mit\nder Neuregelung der Zuteilung behoben werden kann (E. 22-27).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. E.________, geb. E.________ 2011, ist der Sohn von C.________ (nachfolgend: Kindsmutter) und A.________ (nachfolgend: Kindsvater, Beschwerdeführer). Seine Eltern waren nie miteinander verheiratet und trennten sich im September 2015. E.________ wohnt mit seinen zwei Halbschwestern bei der Mutter, welche das Sorgerecht innehat. Am 7. Dezember 2011 schlossen die Eltern\neinen Unterhaltsvertrag mit Besuchsregelung ab, welcher von der damals zuständigen Regionalen Vormundschaftsbehörde F.________ genehmigt wurde.\nÜber das Besuchs- und Ferienrecht des Vaters gegenüber dem Kind wollten\nsich die Eltern direkt verständigen. Im Fall der Uneinigkeit sollte der Vater das\nKind am ersten und dritten Wochenende eines jeden Kalendermonats von\nSamstagmorgen bis Sonntagabend sowie während vier Wochen Ferien pro Kalenderjahr sehen (Vorakten).\n\n2. Im Frühjahr 2017 entzündete sich der chronische Streit zwischen den Eltern an\nder Frage eines Ferienaufenthalts von Vater und Kind im Ausland heftig, was\ndie Polizei zu einer Gefährdungsmeldung an die KESB Mittelland Süd (nachfolgend: Vorinstanz) veranlasste. Diese eröffnete am 26. April 2017 ein Kindesschutzverfahren und erteilte dem Regionalen Sozialdienst F.________ den Auftrag zur Abklärung des Sachverhalts.\n\n3. Am 23. Mai 2017 änderten die Eltern vor der Schlichtungsbehörde ihre bisherige\nUnterhaltsregelung ab.\n\n2\n4. Am 26. Mai 2017 beantragte der Kindsvater bei der Vorinstanz das gemeinsame\nelterliche Sorgerecht, nachdem die Kindsmutter ihre Zustimmung dazu nicht erteilt hatte. Die KESB erweiterte das hängige Kindesschutzverfahren am 30. Mai\n2017 um die Frage der Neuregelung des elterlichen Sorgerechts.\n\n5. Die Eltern einigten sich am 12. September 2017 auf eine neue Besuchsregelung\n(jedes zweite Wochenende von Samstag [09.00 Uhr] bis Sonntag [18.00 Uhr],\njährlich drei Wochen Ferien sowie gewisse Feiertage).\n\n6. Mit Entscheid vom 20. März 2018 befand die Vorinstanz was folgt:\n\n1. Das Kindesschutzverfahren betreffend E.________ wird ohne Massnahme abgeschlossen.\n\n2. Der Antrag von A.________ auf Zuteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge\nüber E.________ wird abgelehnt.\n\n3. Die Verfahrenskosten betragen CHF 300.00. Sie werden A.________ auferlegt\nund nach Eintritt der Rechtskraft in Rechnung gestellt.\n\n4.+5. [Eröffnungsformel]\n\n"}