{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-07-03", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2018-194_2018-07-03.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2018_194_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77880107191c2e1f32a0b15a24da27aa1c83ea199b75fe612b15778b3b36f6ad06dbd4fdeef9a6a564ce137218bc0bb0ebd?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77880107191c2e1f32a0b15a24da27aa1c83ea199b75fe612b15778b3b36f6ad06dbd4fdeef9a6a564ce137218bc0bb0ebd&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2018_194", "Checksum": "3df55ef8e91f4e4a77f219c9f35cdf18"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2018 194"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 03.07.2018 KES 2018 194"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 03.07.2018 KES 2018 194"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 03.07.2018 KES 2018 194"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Bähler (Referent), Oberrichter Hurni und Oberrichter Schlup\nGerichtsschreiberin Weingart\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nBeschwerdeführer\n\nB.________\nBetroffene\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Oberaargau, Städtli 26, Postfach 239, 3380 Wangen an der Aare\nVorinstanz\n\nC.________\nMitbeteiligte / Grossmutter des Kindes\n\nGegenstand Anerkennung des Urteils des Zentrums für Soziale Arbeit\nD.________ (Republik Serbien) vom 23. Dezember 2016 i.S. Errichtung einer Vormundschaft, Wechsel Vormundsperson\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Oberaargau vom 6. März 2018\n(11226494/2016-2882)\nRegesten:\nDer Beschwerdeführer hat Anspruch auf Prüfung, ob der Aufenthalt im Strafvollzug einen\nausreichenden Grund für den Entzug der elterlichen Sorge darstellt (E. 33).\nDem Entscheid eines (unzuständigen) serbischen Gerichts, welches diese Prüfung nicht\nexplizit vorgenommen hat, ist gestützt auf Art. 23 Abs. 2 Bst. a und c HKsÜ die Anerkennung zu versagen (E. 35).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) und E.________ (ledig: ________),\nbeide serbische Staatsangehörige, heirateten am 7. Dezember 2011 in Serbien.\nAus der Ehe entsprang die gemeinsame Tochter B.________ (nachfolgend: Betroffene), geboren am ________ 2013.\n\n2. Nach der Geburt der Tochter im Jahr 2013 verliess die Kindsmutter die Familie. Sie\nist unbekannten Aufenthalts, wobei vermutet wird, dass sie sich heute in Frankreich\naufhält. Der Kindsvater verbüsst eine mehrjährige Freiheitsstrafe in der JVA Thorberg. Er wird frühestens im September 2019 entlassen werden (Abklärung und\nAuszug aus den Straf- und Vollzugsakten in den Akten KESB). Die Betroffene lebt\nseit 2014 bei den Grosseltern väterlicherseits, F.________ und C.________, in der\nSchweiz.\n\n3. Am 29. September 2016 wurde die Ehe zwischen den Kindseltern durch Urteil des\nGrundgerichts X.________, Serbien, geschieden. Das Gericht teilte dem Kindsvater die Alleinsorge über die Betroffene zu (vgl. Scheidungsurteil in den Akten\nKESB).\n\n4. Am 23. Dezember 2016 errichtete das Zentrum für Soziale Arbeit D.________,\nSerbien, über die Betroffene eine Vormundschaft nach serbischem Recht. Als\nVormundin wurde die Grossmutter väterlicherseits, C.________, eingesetzt (vgl.\ndie Übersetzung des Entscheids vom 23. Dezember 2016 in den Akten KESB).\n\n5. Dass die Betroffene bereits seit 2014 in der Schweiz lebt, wurde den schweizerischen Behörden erst im Frühling 2016 bekannt. Das Kantonale Jugendamt leitete\nin der Folge ein Verfahren bezüglich der Erteilung einer Pflegekinderbewilligung für\nein Pflegekind aus dem Ausland nach Art. 6 der Pflegekinderverordnung (PAVO;\nBSG 213.223) ein. Gleichzeitig wurde die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde\n(KESB) Oberaargau (nachfolgend: Vorinstanz) ersucht, in Anwendung des Haager\nKindesschutzübereinkommens (HKsÜ; SR 0.211.231.011) über die Anerkennung\ndes Entscheides betreffend die Errichtung einer Vormundschaft und die Einsetzung\nvon C.________ als Vormundin zu entscheiden und für den Fall, dass der Entscheid nicht anerkannt werden könne, die Vertretung des Kindes in der Schweiz\n\n2\ndurch noch zu treffende Massnahmen sicherzustellen (vgl. Schreiben des Kantonalen Jugendamtes an die Vorinstanz vom 22. März 2017 in den Akten KESB).\n\n6. Den Grosseltern F.________ und C.________ wurde am 20. November 2017 nach\neingehenden Abklärungen (insbesondere nach Einholung eines umfangreichen\nAbklärungsberichts der Sozialen Dienste der Stadt G.________ vom 1. November\n2017, in den Akten KESB) durch das Kantonale Jugendamt eine Pflegekinderbewilligung unter Auflagen erteilt (vgl. Bewilligung in den Akten KESB).\n\n7. Am 11. Dezember 2017 gewährte die Vorinstanz dem Kindsvater das rechtliche\nGehör (vgl. Protokoll der Anhörung in den Akten KESB).\n\n8. Am 6. März 2018 entschied die Vorinstanz was folgt:\n1. Der Entscheid des Zentrums für Soziale Arbeit D.________, Republik Serbien, vom 23.12.2016\ni.S. Errichtung Vormundschaft wird anerkannt.\n\n2. Es wird festgestellt, dass für B.________ eine Vormundschaft gemäss Art. 327a ZGB besteht.\n\n"}