{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-06-26", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2017-80_2017-06-26.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2017_80_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778842933b43843c1e7195a2c66ed1cc8e4edde52c2b24b8dcff61acc3eb48d2f57e9358874926791e5454673d9f16dbd0a?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778842933b43843c1e7195a2c66ed1cc8e4edde52c2b24b8dcff61acc3eb48d2f57e9358874926791e5454673d9f16dbd0a&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2017_80", "Checksum": "6bddf4a01d98aec62751dcc56dd2e114"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2017 80"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 26.06.2017 KES 2017 80"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 26.06.2017 KES 2017 80"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 26.06.2017 KES 2017 80"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Juni 2017\n\nBesetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), Oberrichter D. Bähler und\nOberrichter Hurni\nGerichtsschreiberin Miescher\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nB.________, Adresse dem Gericht bekannt,\nvertreten durch Rechtsanwältin C.________\nBeschwerdegegnerin\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland\nNord, Bernstrasse 5, Postfach 207, 3312 Fraubrunnen\nVorinstanz\n\nGegenstand Vorsorgliche Regelung des persönlichen Verkehrs gemäss Art.\n273 Abs. 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210)\nVorsorgliche Anordnung einer Weisung gemäss Art. 273 Abs. 2\nZGB\nGesuche um unentgeltliche Rechtspflege (evtl. Gesuch um Leistung eines Prozesskostenvorschusses)\n\nBeschwerde gegen Entscheid der KESB Mittelland Nord vom 27.\nJanuar 2017 (932911/2016-5425)\nRegeste:\nBei hängigem Scheidungs- bzw. Eheschutzverfahren bleibt die KESB befugt, sofort notwendige Massnahmen zum Schutz des Kindes zu treffen, wenn das Gericht sie voraussichtlich nicht rechtzeitig vornehmen kann (vgl. Art. 315a Abs. 3 Ziff. 2 ZGB). Provisorische\nRegelungen des Besuchsrechts fallen nicht unter diese Umschreibung. Es geht vielmehr\num Fälle akuter Kindswohlgefährdung. Eine vorübergehende Aussetzung oder Einschränkung von Kontakten stellt für das Kind keine Gefahr dar (E. 19, 20).\n\nDie KESB ist gemäss Art. 315a Abs. 3 Ziff. 1 ZGB befugt, aber nicht verpflichtet, das Kindesschutzverfahren, das vor Einreichung des Scheidungsbegehrens anhängig gemacht\nwurde, weiter zu führen (E. 23).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (Beschwerdeführer) und B.________ (Beschwerdegegnerin) sind die\nverheirateten Eltern von D.________ (geb. 5. Oktober 2014). Am 24. Oktober 2016\nverliess die Beschwerdegegnerin den gemeinsamen Haushalt und zog zusammen\nmit der Tochter „an einen sicheren Ort“. Der Beschwerdeführer wurde über diese\nTatsache von der Polizei orientiert.\n\n2. Bereits am 14. Oktober 2016 hatte sich der Beschwerdeführer bei der KESB Mittelland Nord gemeldet. Anlässlich seiner Anhörung vom 18. Oktober 2016 erklärte er,\ndie Kindsmutter habe sich häufig mit dem Kind bei ihrer Familie in Russland aufgehalten. Sie sei zwar immer wieder zu ihm zurückgekehrt, er befürchte aber, dass\ndie Kindsmutter das Kind aus der Schweiz wegbringen könnte. Aus seiner Sicht\ngebe es keine erheblichen Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung, wenn\ndas Kind bei der Mutter sei (Notiz von E.________ vom 18. Oktober 2016, Vorakten). Die KESB Mittelland Nord erklärte dem Beschwerdeführer, dass aktuell keine\nAnhaltspunkte für eine sofortige Intervention ersichtlich seien. Er wurde an das\nEheschutzgericht verwiesen.\n\n3. Nach dem Auszug der Beschwerdegegnerin aus der gemeinsamen Wohnung am\n24. Oktober 2016 meldete sich der Beschwerdeführer wieder bei der KESB Mittelland Nord. Er verlangte so schnell wie möglich wieder Kontakt zu seiner Tochter.\nAuf telefonische Nachfrage der KESB Mittelland Nord am 8. November 2016 erklärte sich die Beschwerdegegnerin mit einem begleiteten Kontakt des Vaters mit dem\nKind einverstanden.\n\n4. Die KESB Mittelland Nord eröffnete gleichentags ein Kindesschutzverfahren und\ngab Abklärungen bei den Sozialen Diensten F.________ in Auftrag. Die Sozialen\nDienste F.________ wurden insbesondere gebeten, eine Vermittlung von allfällig\nzunächst begleiteten Kontakten zwischen Kindsvater und Tochter unter besonderer\n\n2\nBerücksichtigung des Kindeswohls bereits während des laufenden Kindesschutzverfahrens abzuklären und in die Wege zu leiten (vgl. verfahrensleitender Entscheid der KESB Mittelland Nord vom 8. November 2016, S. 2). Der Beschwerdeführer blieb ab diesem Zeitpunkt in regem Mailkontakt mit der KESB Mittelland\nNord (vgl. Vorakten).\n\n5. Die Sozialen Dienste F.________ meldeten der KESB am 16. Dezember 2016, es\nhabe sich keine einvernehmliche Lösung zwischen den Eltern betreffend das Besuchsrecht des Kindsvaters finden lassen. Ein begleitetes Besuchsrecht des Vaters\nscheitere am mangelnden Einverständnis des Beschwerdeführers. Die sozialen\nDienste empfahlen, das Kontaktrecht des Vaters durch eine vorsorgliche Massnahme behördlich zu regeln.\n\n"}