{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-01-09", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2017-775_2018-01-09.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2017_775_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77820df95a7b46c5e8659c32696d40179980431a2c46eb643eedd2c3a095f9806d2a2caadce713ff33d177b26e03f9ae8a3?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77820df95a7b46c5e8659c32696d40179980431a2c46eb643eedd2c3a095f9806d2a2caadce713ff33d177b26e03f9ae8a3&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2017_775", "Checksum": "b93fac5e5d02e5fd91c9aa1352e92749"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2017 775"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 09.01.2018 KES 2017 775"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 09.01.2018 KES 2017 775"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 09.01.2018 KES 2017 775"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Januar 2018\n\nBesetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), Oberrichter Hurni und Oberrichter Schlup\nGerichtsschreiberin Mosimann\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Oberaargau, Städtli 26, 3380 Wangen an der Aare\nVorinstanz\n\nGegenstand Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 22. November 2017\nRegeste:\nRechtsverweigerungsbeschwerde:\n- Meldeberechtigt ist grundsätzlich jedermann; antragsberechtigt dagegen nur ein\ngemäss den gesetzlichen Bestimmungen beschränkter Personenkreis (E. 15.1).\n- Im Gegensatz zum Meldeberechtigten hat der Antragsberechtigte Anspruch auf einen\nEntscheid bzw. auf Erlass einer Verfügung (E. 15.2).\n- Nur ernst gemeinte, in gebührender Form und nachvollziehbar unterbreitete Anliegen\nbegründen ein Prozessverhältnis und lösen formelle Folgen aus (E. 15.4).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ist der Grossvater väterlicherseits\nvon X.________ (geb. 28. Dezember 2004) und Y.________ (geb. 3. Juni 2007).\n\n2. Die beiden Kinder stehen unter der gemeinsamen Sorge ihrer Eltern, B.________\nund C.________. Diese sind miteinander verheiratet, leben aber getrennt. Die Kinder leben unter der Obhut der Mutter in Aarwangen. Der Vater wohnt in Riken AG.\nDie Trennung wurde gerichtlich geregelt. Die Kinder haben regelmässig Kontakt zu\nihrem Vater. Die Kommunikation zwischen den Eltern ist aber schwierig.\n\n3. Der Vater deponierte am 24. März 2017 (Eingang bei der KESB am 27. März 2017)\neine Gefährdungsmeldung, welche behördliche Abklärungen zur Folge hatte, die\naber einen Schutzbedarf der Kinder nicht bestätigten (Abklärungsbericht des regionalen Sozialdienstes Aarwangen vom 4. Juli 2017).\n\n4. An den Besuchswochenenden beim Vater besuchen die Kinder auch die Grosseltern. Diese sind für die Kinder wichtige Bezugspersonen (Abklärungsbericht, S. 3).\n\n5. Am 13. November 2017 erschien der Grossvater am Schalter der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Emmental-Oberaargau (nachfolgend: KESB bzw. Vorinstanz) und meldete, dass X.________ Trainingshosen mit Löchern und nasse\nSchuhe trage, welche kaum mehr Profil aufwiesen. Er gab seinem Wunsch nach\nder Eröffnung eines Kindesschutzverfahrens auf harsche Weise Ausdruck (Notiz\nder KESB vom 13. November 2017). Die Vertreterin der KESB erklärte dem Melder, dass das letzte Verfahren erst kürzlich abgeschlossen worden sei und sie ohne detaillierte (neue), schriftliche Eingabe kein neues Verfahren eröffnen werde.\n\n6. Der Grossvater beschwerte sich am 20. November 2017 per E-Mail beim Kantonalen Jugendamt (KJA). Auf dessen Geheiss wandte er sich am 22. November 2017\nan das Kindes- und Erwachsenenschutzgericht (KESGer), indem er seine E-Mail\n\n2\nan das KJA ausdruckte, unterschrieb und per A-Post (Postaufgabe am 23. November 2017) an das KESGer sandte. Sinngemäss verlangt er, dass ein förmliches\nVerfahren eröffnet und eine Kindesschutzmassnahme getroffen wird, insbesondere\nin Form einer Weisung an die Adresse der Mutter, die Kinder fortan anständig und\njahreszeitkonform einzukleiden.\n\n7. Mit Verfügung vom 28. November 2017 bestätigte das KESGer den Eingang der\nRechtsverweigerungsbeschwerde. Der Vorinstanz wurde Gelegenheit gegeben, innert 30 Tagen eine Vernehmlassung einzureichen.\n\n8. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Dezember 2017 beantragte die Vorinstanz, die\nBeschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers abzuweisen.\n\nII.\n\n9. Gegen Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde kann Beschwerde\nbeim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht geführt werden (Art. 450 ff. des\nSchweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210] i.V.m. Art. 65 des Gesetzes\nüber den Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG; BSG 213.316]). Gemäss Art\n450a Abs. 1 ZGB kann mit der Beschwerde eine Rechtsverletzung, die unrichtige\noder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Unangemessenheit gerügt werden. Ferner kann wegen Rechtsverweigerung und\nRechtsverzögerung Beschwerde geführt werden (Art. 450a Abs. 2 ZGB).\n\n10. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach den Bestimmungen gemäss Art. 450 ff. ZGB. Subsidiär gelangt kantonales Verfahrensrecht, nämlich Art. 65 ff. KESG, zur Anwendung (vgl. Art. 1 Abs. 1 lit. d KESG).\nDieses verweist seinerseits in Art. 72 KESG auf die Bestimmungen des Gesetzes\nüber die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).\n\n"}