{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2018-02-19", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2017-695_2018-02-19.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2017_695_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778cb33bd450c78b7412a96bb00dd09c295cbe150dc52b0cb553a46f1720bc7461775181b7ea82b6374b18aca96ec7ec063?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778cb33bd450c78b7412a96bb00dd09c295cbe150dc52b0cb553a46f1720bc7461775181b7ea82b6374b18aca96ec7ec063&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2017_695", "Checksum": "6c2957834c79d56c30434c7bad39deec"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2017 695"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 19.02.2018 KES 2017 695"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 19.02.2018 KES 2017 695"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 19.02.2018 KES 2017 695"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Februar 2018\n\nBesetzung Oberrichterin Apolloni Meier (Referentin), Oberrichterin Grütter\nund Oberrichter Hurni\nGerichtsschreiberin Mosimann\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch die Beiständin B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Thun,\nScheibenstrasse 5, Postfach 109, 3602 Thun\nVorinstanz\n\nGegenstand Auferlegung von Massnahmenkosten gemäss Art. 41 ff. KESG\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Thun vom 28. September 2017\n(932736/2012-16799)\nRegeste:\n\nAuferlegung von Massnahmekosten, Art. 40 ff. KESG:\n- Unabhängig davon, ob eine per fürsorgerische Unterbringung in einem Heim platzierte\nPerson Ergänzungsleistungen bezieht oder nicht, rechnet die KESB aufgrund von\nArt. 10 Abs. 4 KESV nach dem Vollkostentarif ab (E. 13).\n- Es gelten unterschiedliche Vermögensfreibeträge, je nach dem, ob es um die «Auferlegung laufender Massnahmekosten» (Art. 41 KESG) oder um die «Rückforderung\nvorfinanzierter Massnahmekosten» (Art. 43 KESG) geht (E. 14.1).\n- Der geltende Grundsatz der Subsidiarität führt dazu, dass Freizügigkeitsguthaben der\n2. Säule und Guthaben der privaten gebundenen Vorsorge (Säule 3a) zwar frühestens\nmit dem Vorbezug der Altersrente herauszulösen sind. Ab diesem Zeitpunkt sind sie\njedoch bis zum vollständigen Verzehr an den sozialhilferelevanten Bedarf anzurechnen\n(E. 14.2).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wurde mit Entscheid des Regierungsstatthalteramtes Thun vom 28. Februar 2012 fürsorgerisch in der Stiftung\nX.________ untergebracht. Die fürsorgerische Unterbringung des Beschwerdeführers wurde seither von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Thun\n(nachfolgend: Vorinstanz) periodisch überprüft und letztmals mit Entscheid vom 5.\nOktober 2017 bestätigt (Beschwerdebeilage [BB] 4).\nDer Beschwerdeführer ist AHV- und EL-Bezüger (vgl. BB 11). Er ist krankheitsbedingt auf stationäre Betreuung und Pflege im geschlossenen Rahmen angewiesen\n(vgl. Entscheid der Vorinstanz vom 5. Oktober 2017 betreffend die periodische\nÜberprüfung der fürsorgerischen Unterbringung, BB 4). Für den Beschwerdeführer\nbesteht zudem eine Beistandschaft gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1\nund 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210). Als Beiständin amtet\nB.________, Abteilung Soziales Stadt Thun (BB 2).\n\n2. Am 14. Dezember 2016 liess die Vorinstanz der Abteilung Soziales Thun, zu Handen des Beschwerdeführers eine Rechnung über die Massnahmenkostenbeteiligung für die Zeitperiode vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 über den\nBetrag von CHF 83‘518.10 zukommen.\n\n3. Nachdem die Abteilung Soziales Thun der Vorinstanz mitgeteilt hatte, dass die\nRechnung nicht beglichen werde, wenn das Vermögen des Beschwerdeführers\ntangiert werde, erliess die Vorinstanz am 28. September 2017 einen förmlichen\nEntscheid. Darin verpflichtete sie den Beschwerdeführer, sich für die genannte Pe-\n\n2\nriode mit CHF 83‘518.10 an den Kosten für die fürsorgerische Unterbringung in der\nStiftung X.________ zu beteiligen. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wurde\nverzichtet.\n\n4. Gegen diesen Entscheid erhob die Beiständin B.________ namens des Beschwerdeführers mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 (Postaufgabe am selben Tag) Beschwerde beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht des Kantons Bern (KES-\nGer; pag. 1 ff.). Der Beschwerdeführer beantragte die Aufhebung des Entscheids\nder KESB Thun vom 28. September 2017. Seine Beteiligung an den Kosten der\nfürsorgerischen Unterbringung in der Stiftung X.________ sei auf CHF 66‘635.30\nfestzusetzen, unter Kostenfolge (pag. 3).\n\n5. In ihrer Stellungnahme vom 6. Dezember 2017 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (pag. 19 ff.).\n\n6. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2017 wurde ein Doppel der Vernehmlassung der\nVorinstanz dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zugestellt (pag. 23).\n\nII.\n\n7. Angefochten ist ein Entscheid der KESB Thun. Gegen solche Entscheide kann\ninnert dreissig Tagen seit Mitteilung beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht\nder Zivilabteilung des Obergerichts des Kantons Bern Beschwerde geführt werden\n(Art. 450 Abs. 1 und Art. 450b Abs. 1 ZGB sowie Art. 65 und Art. 66 Bst. a des Gesetzes vom 1. Februar 2012 über den Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG;\nBSG 213.316]). Das KESGer ist somit zur Beurteilung der erhobenen Beschwerde\nzuständig (vgl. auch Art. 28 Abs. 4 des Organisationsreglements des Obergerichts\nvom 23. Dezember 2010 [OrR OG; BSG 162.11]).\n\n"}