{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-11-08", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2017-512_2017-11-08.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2017_512_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778c9a64d22faa18dae77bc578eb3482b1a5ffbda9ae63f1f4f8a2cd10b4a8e842e96086a160bfc68e2574bfac87bb9416c?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778c9a64d22faa18dae77bc578eb3482b1a5ffbda9ae63f1f4f8a2cd10b4a8e842e96086a160bfc68e2574bfac87bb9416c&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2017_512", "Checksum": "74dfe57fa46104a06fa0d1bbc7d053c2"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2017 512"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 08.11.2017 KES 2017 512"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 08.11.2017 KES 2017 512"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 08.11.2017 KES 2017 512"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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November 2017\n\nBesetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), Oberrichter Hurni und Oberrichterin Apolloni Meier\nGerichtsschreiberin Weingart\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nBeschwerdeführer 1\n\nB.________\nBeschwerdeführer 2\n\nC.________\nBeschwerdeführer 3\n\nD.________\nBetroffener\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland\nSüd, Tägermattstrasse 1, Postfach 1224, 3110 Münsingen\nVorinstanz\n\nGegenstand Ablehnung des Antrages auf Ernennung von B.________ zum\nPrivatbeistand / Ernennung von E.________, Sozialdienst Münsingen, zur neuen Berufsbeiständin/Anpassung der Massnahme\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Süd vom 6. Juli 2017 bzw. das\nRektifikat vom 14. Juli 2017 (11054146/2012-4697)\nRegeste:\nLiegen innerfamiliäre Konflikte vor, ist es nicht angezeigt, ein Familienmitglied als private\nBeistandsperson einzusetzen (E. 36).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. D.________ (nachfolgend Betroffener), stand aufgrund einer geistigen Behinderung (Trisomie 21) unter erstreckter elterlicher Sorge. Am 18. September 2006\nwurde er von der Vormundschaftsbehörde Thun unter Vormundschaft gestellt. Die\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Süd änderte die Massnahme am 26. Mai 2016 in eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und\nVermögensverwaltung gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 des Schweizerischen\nZivilgesetzbuches (ZGB; SR 210). Seit 2006 amtete seine Schwester G.________\nals Vormundin, später als Beiständin.\n\n2. Der Betroffene pflegt zu seiner Herkunftsfamilie, d.h. zu seiner Mutter, den drei\nBrüdern und seiner Schwester, ein enges Verhältnis. Ab 2006 wohnte er bei seinem Bruder B.________, anschliessend ab 2008 bei Bruder C.________ mit Tagesstruktur in der Wohn- und Beschäftigungsgruppe (WBG) Wichtrach der Stiftung\nAarhus. Seit 2014 lebt er in der WBG Aarhus und besucht am Wochenende abwechslungsweise seine Geschwister und die Mutter.\n\n3. Am 30. Dezember 2016 meldete die Beiständin G.________ der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB Mittelland Süd persönliche Differenzen mit ihrem\nBruder B.________ und ihrer Mutter. B.________ habe ein Hausverbot gegenüber\nder Beiständin erlassen, welches später noch um ein Kontaktverbot erweitert worden sei. Unter diesen Umständen könne sie ihrer Verantwortung als Beiständin\nnicht mehr ausreichend nachkommen, weshalb keine weiteren Besuche bei\nB.________ sowie der Mutter des Betroffenen, welche bei B.________ wohne,\nstattfinden könnten.\n\n4. Die KESB eröffnete am 12. Januar 2017 ein Erwachsenenschutzverfahren und\nregelte vorsorglich den Kontakt zwischen dem Betroffenen und seinem Bruder\nB.________ und seiner Mutter. Weiter beauftragte die KESB den Sozialdienst\nMünsingen mit Sachverhaltsabklärungen.\n\n5. Am 20. Januar 2017 beantragten die Mutter des Betroffenen sowie die drei Brüder\n(A.________, B.________ und C.________) bei der KESB, es sei ein Mandatsträgerwechsel vorzunehmen und als Beistand neu B.________ einzusetzen.\n\n6. Mit Schreiben vom 14. Juni 2017 lud die KESB die Familienangehörigen des Betroffenen zum Gespräch ein, wo ihnen Gelegenheit geboten werde, sich zur vorliegenden Situation sowie zur Frage der geeigneten Beistandsperson für D.________\nzu äussern (vgl. Vorakten Band 3, Faszikel 8).\n\n2\n7. Auf die auf den 28. Juni 2017 anberaumte Anhörung verzichteten die Brüder und\ndie Mutter des Betroffenen. Die Schwester erklärte sich im Rahmen ihrer Anhörung\nmit der Niederlegung ihres Amtes als Beiständin einverstanden (vgl. Vorakten\nBand 3, Faszikel 8).\n\n8. Mit Entscheid vom 6. Juli 2017 entliess die KESB die bisherige Beiständin per\n30. September 2017 aus dem Amt (Ziff. 1) und ernannte als neue Beiständin ab\n1. Oktober 2017 E.________ (Ziff. 3). Die bestehende Beistandschaft wurde um\nden Aufgabenbereich erweitert, auch das soziale Wohl des Betroffenen zu fördern\nund ihn bei allen dafür erforderlichen Vorkehrungen soweit nötig zu vertreten. Die\nBeistandsperson habe insbesondere das Besuchsrecht der Familienangehörigen\nzu regeln und die alltäglichen Betreuungshandlungen mit den Familienangehörigen\nzu koordinieren (Haare schneiden, Kleider einkaufen, Geburtstagsfest organisieren\netc.) sowie bei Bedarf, d.h. bei Uneinigkeit der Familienangehörigen, darüber abschliessend zu entscheiden (Ziff. 5).\n\n"}