{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-09-20", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2017-283_2017-09-20.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2017_283_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778e41c06774b21b666401e5db8072b380ff6a54e80c355f9cce495cc3554a1d28678d30002dc1015df2311d9246ef18d19?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778e41c06774b21b666401e5db8072b380ff6a54e80c355f9cce495cc3554a1d28678d30002dc1015df2311d9246ef18d19&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2017_283", "Checksum": "7df497381fafc795f0444a1c58be91b3"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2017 283"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 20.09.2017 KES 2017 283"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 20.09.2017 KES 2017 283"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 20.09.2017 KES 2017 283"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Bähler (Instruktionsrichter)\nGerichtsschreiberin Weingart\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nC.________\nBeschwerdegegnerin\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Seeland,\nStadtplatz 33, Postfach 29, 3270 Aarberg\nVorinstanz\n\nGegenstand Abweisung des Antrages auf Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge über D.________ gemäss Art. 298b Abs. 1 und 2 ZGB\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Seeland vom 29. März 2017\n(10975873/2016-4973)\n\nRegeste:\nBeachtung des Verursacherprinzips bei der Verlegung der Gebühr für die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge nach Anhang 10, Ziffer 1.2.2 GebV (E. 14).\nArt. 108 Abs. 3 VRPG: Für die Auferlegung von Parteikosten an das Gemeinwesen zugunsten einer Partei bedarf es der Fehlleistung der Behörde zu Lasten dieser Partei (E. 19).\nRedaktionelle Vorbemerkungen:\nDie Vorinstanz wies den Antrag des Kindsvaters auf Erteilung der gemeinsamen elterlichen\nSorge über seinen Sohn ab, wogegen der Kindsvater beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht Beschwerde einreichte. Noch während hängigem Beschwerdeverfahren einigten sich die Kindseltern aussergerichtlich über die Zuteilung der elterlichen Sorge, wodurch\ndas Beschwerdeverfahren gegenstandslos wurde und nur noch die Liquidation der vor- und\noberinstanzlichen Verfahrenskosten vorzunehmen war.\n\nAuszug aus den Erwägungen:\n\n(…)\n\nII.\n\n(…)\n\n14. Für die Liquidation der Verfahrenskosten vor der Vorinstanz gilt Folgendes:\n\n14.1 Die Kosten des Verfahrens vor der KESB werden gemäss Art. 63 KESG der betroffenen Person auferlegt, es sei denn, die besonderen Umstände rechtfertigten eine\nandere Verlegung oder den Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten (Art. 63\nAbs. 1 KESG). Besondere Umstände, die den Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten rechtfertigen, können namentlich vorliegen, wenn von der Anordnung einer Massnahme abgesehen wird. Verfahrenskosten werden jedoch auch in diesem\nFall ganz oder teilweise auferlegt: Entweder der betroffenen Person, sofern sie das\nVerfahren mutwillig oder leichtfertig veranlasst oder dessen Durchführung in rechtlich vorwerfbarer Weise erschwert hat oder der gesuchstellenden Person, sofern sie\nmutwillig oder leichtfertig gehandelt hat (Art. 63 Abs. 2 KESG). In Verfahren betreffend Kindesschutzmassnahmen (Art. 307 bis Art. 311 ZGB) werden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 63 Abs. 3 Bst. d KESG).\n\n14.2 Gemäss Anhang 10 zur Verordnung über die Gebühren der Kantonsverwaltung\n(GebV; BSG 154.21) beträgt die Gebühr für die Zuteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge (Art. 298a ZGB) inklusive Erarbeitung und Genehmigung der Vereinbarung CHF 50.00 bis 750.00 (Ziffer 1.2.2). Für die Entgegennahme von Sorgeerklärungen wird eine Gebühr von CHF 100.00 erhoben (Ziffer 1.2.5). Bei gleichzeitiger Entgegennahme eines Unterhaltsvertrags beträgt die Gebühr CHF 200.00 (Ziffer\n1.2.6).\n\n14.3 Die KESB erhob für die Behandlung des Antrags des Beschwerdeführers auf gemeinsame elterliche Sorge Gebühren von CHF 200.00, was im unteren Bereich von\nZiffer 1.2.2 liegt. Diese Gebühr hätte sie auch bei Gutheissung des Antrags erhoben.\nDavon ausgehend, dass von der gemeinsamen Sorge beide Elternteile betroffen\nsind und grundsätzlich das Verursacherprinzip gilt (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG,\nKommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 1997,\nN. 1 zu Art. 107 VRPG), rechtfertigt es sich, diese Gebühr zu halbieren. Im Verwal-\n\n2\ntungsverfahren gilt nicht das Unterliegerprinzip, und der Beschwerdeführer hat insofern erhöhten Aufwand mitverursacht, als er seinen Antrag nicht innerhalb der Jahresfrist von Art. 12 Abs. 4 Schlusstitel (SchlT) ZGB stellte. Die Verfahrenskosten der\nVorinstanz von CHF 200.00 sind somit dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin je zur Hälfte, ausmachend je CHF 100.00, aufzuerlegen. Ihnen ist von\nder Vorinstanz eine separate Rechnung zuzustellen.\n(…)\n\n"}