{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-03-24", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2016-879_2017-03-24.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2016_879_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778c1552de66aa32372eb4799a9607326b655f9d3762cd5d404bab1846833d6c887cbcfce2479234e7a2d42487422d6af9e?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778c1552de66aa32372eb4799a9607326b655f9d3762cd5d404bab1846833d6c887cbcfce2479234e7a2d42487422d6af9e&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2016_879", "Checksum": "6def864670aeebc450b6fae2a1d5869b"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2016 879"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 24.03.2017 KES 2016 879"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 24.03.2017 KES 2016 879"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 24.03.2017 KES 2016 879"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. Zivilkammer  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Anrechnung eines Freizügigkeitsguthabens als Vermögen i.S.v. Art. 404 Abs.3 ZGB i.Vm. Art. 9 ESBV | kombinierte Beistandschaft"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 07:34:00", "Checksum": "1a443b2a14cebf7a4779aa579e71d13f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Zivilkammern 24.03.2017 KES 2016 879\nRegeste:\nAnrechnung eines Freizügigkeitsguthabens als Vermögen i.S.v. Art. 404 Abs.3 ZGB i.Vm. Art. 9 ESBV | kombinierte Beistandschaft\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nKindes- und Erwachsenen- Tribunal de la protection\nschutzgericht de l'enfant et de l'adulte\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern KES 16 879\nTelefon +41 31 635 48 06\nFax +41 31 635 48 14\nObergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. März 2017\n\nBesetzung Oberrichter Schlup (Referent), Oberrichterin Apolloni Meier und\nOberrichter Trenkel\nGerichtsschreiberin Nyffeler\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nBeiständin: B.________\nBeschwerdeführerin\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern, Weltpoststrasse 5, Postfach 128, 3000 Bern 15\nVorinstanz\n\nGegenstand Genehmigung des Berichts und der Rechnung sowie Entlastung\nder Beiständin – Kosten\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der KESB Bern\nvom 3. November 2016 (877664/2012-9093)\nRegeste:\nDie verbeiständete Person hat sich ihr Freizügigkeitsguthaben, welches sie gestützt auf\nArt. 16 Abs. 1 FZV vor Eintritt des Rentenalters beziehen könnte, als Vermögen i.S.v. Art.\n404 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 9 ESBV anzurechnen, auch wenn sie von der Sozialhilfe unterstützt wird. Beträgt dieses – wie vorliegend – mindestens CHF 15‘000.00, sind die Entschädigung und der Spesenersatz für den Beistand (entsprechend dem im öffentlichen\nRecht geltenden Verursacherprinzip) mithin aus dem Vermögen der betroffenen Person zu\nbezahlen (Art. 9 ESBV). Es liegt kein Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot gemäss\nArt. 8 BV vor (Ziff. 18 – 20).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. Mit Kammerentscheid vom 3. November 2016 genehmigte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern (nachfolgend: Vorinstanz) den Bericht und\ndie Rechnung der Beiständin von A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin)\nfür die Zeit vom 1. Juli 2014 bis 30. Juni 2016 vorbehältlich der gesetzlichen Verantwortlichkeit gemäss Art. 454 Abs. 4 ZGB (Ziff. 1 des angefochtenen Entscheiddispositivs). Die Entschädigung der Beiständin in der Höhe von CHF 3‘000.00, die\nSpesen der Beiständin im Betrage von CHF 340.00 sowie die Verfahrenskosten\nvon CHF 350.00 wurden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt (Ziff. 3–\n5).\n\n2. Gegen die Auferlegung der Kosten in den Dispositivziffern 3–5 des vorinstanzlichen\nEntscheides sowie die Auferlegung der Verfahrenskosten erhob die Beiständin der\nBeschwerdeführerin mit Eingabe vom 23. Dezember 2016 Beschwerde beim Kin-\ndes- und Erwachsenenschutzgericht des Kantons Bern (nachfolgend KESGer; pag.\n1 ff.). Sie beantragte die Vorfinanzierung der Entschädigung und des Spesenersatzes der Beiständin durch den Kanton sowie den Verzicht auf die Auferlegung der\nVerfahrenskosten. Darüber hinaus beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (nachfolgend: uR; pag. 8 f.).\n\n3. Mit Verfügung vom 28. Dezember 2016 forderte der Instruktionsrichter die Beiständin auf, dem KESGer bis am 16. Januar 2017 zur abschliessenden Klärung der\nVertretungssituation entweder eine Vollmacht der Beschwerdeführerin einzureichen\noder die Beschwerde vom 23. Dezember 2016 von der Beschwerdeführerin mitunterzeichnen zu lassen und in dieser Form nochmals einzureichen (pag. 13 ff.).\n\n4. Mit Eingabe vom 5. Januar 2017 reichte die Vorinstanz eine Stellungnahme zur\nBeschwerde ein. Sie beantragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (pag.\n19 ff.).\n\n2\n5. Am 13. Januar 2016 (Postaufgabe: 10. Januar 2017) reichte die Beiständin die\nBeschwerde vom 28. Dezember 2016 mitunterzeichnet durch die Beschwerdeführerin erneut ein (pag. 23 ff.). Ebenso reichte sie das uR-Gesuchsformular mit den\nerforderlichen Unterlagen als Beilage nach (Beschwerdebeilagen [BB] 6–8).\n\nII.\n\n6. Angefochten ist ein Kammerentscheid der KESB. Gegen solche Entscheide kann\ninnert 30 Tagen seit Mitteilung Beschwerde beim KESGer erhoben werden\n(Art. 314 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 450 und Art. 450b Abs. 1 ZGB sowie Art. 65 des\nGesetzes über den Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG; BSG 213.316] und\nArt. 28 Abs. 4 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG\n162.11]). Das KESGer ist damit zur Behandlung der eingereichten Beschwerde zuständig.\n\n7. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach den Bestimmungen gemäss Art. 450 ff. ZGB. Subsidiär gelangt kantonales Verfahrensrecht, namentlich Art. 65 ff. KESG, zur Anwendung (vgl. Art. 1 Abs. 1 lit. d KESG).\nDieses verweist seinerseits in Art. 72 KESG auf die Bestimmungen des Gesetzes\nüber die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).\n\n8. Angefochten sind einzig die Dispositivziffern 3–5 des Kammerentscheides der Vorinstanz vom 3. November 2016. Es ist deshalb festzustellen, dass die Ziffern 1–2\ndieses Entscheides in Rechtskraft erwachsen sind.\n\n"}