{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-01-09", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2016-836_2017-01-09.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2016_836_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778b031afa8072c4fce9929f5634165b6d7d01e91f1fe55c9fb15ca565025801fe606442cdde6bb392408c4a3544db9e1a6?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778b031afa8072c4fce9929f5634165b6d7d01e91f1fe55c9fb15ca565025801fe606442cdde6bb392408c4a3544db9e1a6&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2016_836", "Checksum": "1c548de54ece2860df2cf92a637e54f4"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2016 836"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 09.01.2017 KES 2016 836"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 09.01.2017 KES 2016 836"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 09.01.2017 KES 2016 836"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Bähler und\nOberrichter Kiener\nGerichtsschreiberin Weingart\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nBeiständin: B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern, Weltpoststrasse 5, Postfach 128, 3000 Bern 15\nVorinstanz\n\nGegenstand Anordnung ambulanter Massnahmen gemäss Art. 437 ZGB i.V.m.\nArt. 33 KESG\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern vom 30. November 2016\n(890822/2012-5763)\nRegeste:\n- Die Anordnung ambulanter Massnahmen nach Art. 437 ZGB i.V.m. Art. 33 KESG stellt\neine Weisung dar, deren Nichteinhaltung zu weiteren Massnahmen führen kann (E. 21).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer), geb. ________, wurde am 24. Oktober 2016 aufgrund einer periodisch verlaufenden paranoiden Schizophrenie auf\närztliche Anordnung hin im Psychiatriezentrum Münsingen (PZM) fürsorgerisch untergebracht und am 29. November 2016 wieder entlassen (vgl. Vorakten, nicht paginiert).\n\n2. Mit Entscheid vom 30. November 2016 ordnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern (nachfolgend Vorinstanz) die folgenden ambulanten\nMassnahmen an (Dispositivziffer 1):\n\na) Regelmässige ambulante Therapie im Ambulatorium der UPD Bern, Bolligenstrasse 111, 3000\nBern 60, gemäss ärztlicher Verordnung;\nb) Monatliche Depotmedikation gemäss ärztlicher Verordnung.\n\nDiese Massnahmen wurden unbefristet erlassen, wobei spätestens per 30. November 2018 die Einhaltung und Weiterführung überprüft werden soll (Dispositivziffer 3). Das Ambulatorium der UPD Bern wurde sodann aufgefordert, der KESB\nmitzuteilen, wenn der Beschwerdeführer der Weisung gemäss Ziffer 1 nicht nachkommt und Antrag zu stellen, wenn die Anordnungen veränderten Verhältnissen\nangepasst werden müssen (Dispositivziffer 2). Einer allfälligen Beschwerde wurde\ndie aufschiebende Wirkung entzogen.\n\n3. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit undatierter Eingabe\n(Postaufgabe am 4. Dezember 2016) Beschwerde bei der Zivilabteilung des Obergerichts des Kantons Bern, Kindes- und Erwachsenenschutzgericht (KESGer) und\nbeantragte dessen Aufhebung.\n\n4. Mit Schreiben vom 9. Dezember teilte die Vorinstanz dem KESGer mit, dass sie auf\neine Vernehmlassung verzichte und verwies stattdessen auf den angefochtenen\nEntscheid und die beigelegten Akten.\n\nII.\n\n5. Angefochten ist ein Entscheid der KESB. Gegen solche Entscheide kann innert\ndreissig Tagen seit Mitteilung Beschwerde beim KESGer erhoben werden (Art. 314\nAbs. 1 i.V.m. Art. 450 und Art. 450b Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches\n[ZGB; SR 210] sowie Art. 65 des Gesetzes über den Kindes- und Erwachsenen-\n\n2\nschutz [KESG; BSG 213.316] und Art. 28 Abs. 4 des Organisationsreglements des\nObergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Das KESGer ist damit zur Behandlung der\neingereichten Beschwerde zuständig.\n\n6. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach den Bestimmungen gemäss Art. 450 ff. ZGB. Subsidiär gelangt kantonales Verfahrensrecht, namentlich Art. 65 ff. KESG, zur Anwendung (vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. d KESG).\nDieses verweist seinerseits in Art. 72 KESG auf die Bestimmungen des Gesetzes\nüber die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).\n\n7. Auf die frist- (Art. 450b Abs. 1 ZGB bzw. Art. 42 Abs. 2 VRPG) und formgerecht\n(Art. 450 Abs. 3 ZGB) erhobene Beschwerde ist einzutreten.\n\n8. Da sich keine fachspezifischen Fragen des Erwachsenenschutzes stellen, erfolgt\ndie Beurteilung der vorliegenden Beschwerde durch drei hauptamtliche Richterinnen und Richter (Art. 45 Abs. 3 Satz 1 und Bst. b des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).\n\nIII.\n\n9. Am 30. September 2016 ging bei der Vorinstanz eine Gefährdungsmeldung der\nUniversitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) vom 28. September 2016 ein.\nDarin wurde berichtet, dass der Beschwerdeführer unter einem erneuten Schub\nseiner schweren psychischen Erkrankung (episodisch verlaufende paranoide Schizophrenie) leide und sich und andere dadurch erheblich gefährden könnte. Die\npsychische Verfassung des Beschwerdeführers solle fachärztlich abgeklärt werden.\nAufgrund von Drohungen gegen Mitarbeitende der UPD solle dies in einer anderen\nInstitution als der UPD geschehen.\n\n"}