{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-03-27", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2016-813_2017-03-27.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2016_813_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7788e94a081b865566c61ebbacce9e5815831533409d8d954d921d1a7e05c2635be8dc87ccd36811c5ec251c9318f0ca0c3?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7788e94a081b865566c61ebbacce9e5815831533409d8d954d921d1a7e05c2635be8dc87ccd36811c5ec251c9318f0ca0c3&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2016_813", "Checksum": "a0caa126252e4a6d43ca7b71900d8617"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2016 813"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 27.03.2017 KES 2016 813"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 27.03.2017 KES 2016 813"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 27.03.2017 KES 2016 813"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. Zivilkammer  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Vorsorgeauftrag gemäss Art. 360 ff. ZGB | Vorsorgeauftrag"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 07:33:30", "Checksum": "6a39b712fbcd394cdc36238fcef5a23f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Zivilkammern 27.03.2017 KES 2016 813\nRegeste:\nVorsorgeauftrag gemäss Art. 360 ff. ZGB | Vorsorgeauftrag\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nKindes- und Erwachsenen- Tribunal de la protection\nschutzgericht de l'enfant et de l'adulte\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern KES 16 813\nTelefon +41 31 635 48 06\nFax +41 31 635 48 14\nObergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 27. März 2017\n\nBesetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), Oberrichter Hurni und Oberrichter D. Bähler\nGerichtsschreiberin Miescher\n\nVerfahrensbeteiligte A.________,\n\nBeschwerdeführerin 1\n\nB.________\n\nBeschwerdeführerin 2\n\nbeide vertreten durch Rechtsanwalt C.________\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Emmental,\nDorfstrasse 21, 3550 Langnau i. E.\n\nVorinstanz\n\nD.________\nvertreten durch Rechtsanwalt E.________\nMitbeteiligter\n\nGegenstand Vorsorgeauftrag\n\nBeschwerde gegen den Entscheid der KESB Emmental vom 28.\nOktober 2016 (Dokument 864312/ Dossier 2016-5557)\nRegeste:\n\n- Voraussetzungen für die Wirksamkeit des gültig errichteten Vorsorgeauftrags gemäss\nArt. 360 ZGB (Ziff. 28 – 34).\n\n- Die Beschwerdeführerin ist für das Verfahren über die Frage der Urteils- und damit Prozessfähigkeit als prozessfähig zu bezeichnen, ansonsten sie keine Möglichkeit hätte,\ndie im Entscheid der KESB festgestellte Urteilsunfähigkeit zu bestreiten (Ziff. 22 und\n23). Für den Rückzug des Rechtsmittels dürfen nicht höhere Anforderungen an die Urteilsfähigkeit der Beschwerdeführerin gestellt werden als für die Ergreifung des\nRechtsmittels (Ziff. 24).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. Die Betroffene (Beschwerdeführerin 1), Jahrgang 1924, errichtete am 31. Januar\n2014 einen notariell beurkundeten Vorsorgeauftrag. Als Beauftragten setzte sie\nD.________ (einen ihrer Söhne) und im Fall von dessen Verhinderung Notar\nF.________ ein (Vorakten p 4). Notar F.________ ist ihr Neffe (Eingabe Beschwerdeergänzung vom 20. Dezember 2016, S. 4, p 53). Der Auftrag war umfassend und beinhaltete insbesondere die Sicherstellung eines geordneten Alltags, die\nWahrung der finanziellen Interessen, Verwaltung des gesamten Vermögens, Verfügungen darüber, Erwerb, Belastung und Veräusserung von Grundstücken, sämtliche zur Erfüllung des Auftrags notwendigen Prozesshandlungen und die umfassende Vertretung im Rechtsverkehr (Ziff. 2 des Vorsorgeauftrags).\n\n2. Am 20. Juli 2016 errichtete die Betroffene eine Patientenverfügung, mit welcher sie\nB.________ (Beschwerdeführerin 2), ihre Treuhänderin, als Vertreterin für medizinische Belange einsetzte (Beschwerdebeilage [BB] 3).\n\n3. Am 22. September 2016 unterschrieb die Betroffene eine vorgedruckte „Beistandserklärung“, mit welcher B.________ mit sofortiger Wirkung zu ihrer Beiständin ernannt werden sollte. Diese wäre beauftragt, alle geschäftlichen und privaten Angelegenheiten anzuordnen und auszuführen. Sie hätte insbesondere sofort die Stiftung «G.________» zu gründen, welche «den Nachlass» (recte wohl: die Nachlassregelung) zu Gunsten der Grosskinder und zu deren Ausbildung «bezweckt».\nDas bisherige Testament, beglaubigt durch Notar F.________, sollte per sofort\nausser Kraft gesetzt werden. B.________ hätte zudem sofort die Kündigungen und\nAuflösungen der Darlehen an H.________ AG und I.________ GmbH zu veranlassen (Vorakten p 20; HR-Auszug BB 5).\n\nBei der Liegenschaften-Verwaltungsgesellschaft H.________. AG handelt es sich\num eine Familienfirma, an welcher die Betroffene bis 2012 als Kommanditärin beteiligt war, und welche heute von den beiden Kindern J.________ und K.________\n\n2\ngeführt wird. Die Betroffene hatte der Gesellschaft (vor langer Zeit) ein zinsloses\nDarlehen von CHF 700‘000.00 gewährt, welches nach wie vor besteht (Beschwerde, KESGer-Akten p 11). Die Betroffene verfügt über ein steuerbares Vermögen\nvon knapp CHF 9 Millionen und ein Einkommen (v.a. Vermögensertrag) von rund\nCHF 380‘000.00 pro Jahr (Vorakten, p 11).\n\n4. Am 12. Oktober 2016 reichte D.________ bei der KESB Emmental eine Gefährdungsmeldung ein und wies auf den bestehenden Vorsorgeauftrag vom 31. Januar\n2014 hin. Er erwähnte, die Betroffene sei nicht mehr in der Lage, administrative\nund finanzielle Aufgaben zu erledigen und habe hierzu eine ihm – D.________ –\nnicht genehme und nicht vertrauenswürdige Person beauftragt, welche sehr hohe\nmonatliche Kosten verursache. Es bestehe ein erhebliches finanzielles Risiko. Seine beiden Geschwister J.________ und K.________ seien über die Gefährdungsmeldung informiert (Vorakten p 7, 6).\n\n"}