{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2017-02-24", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2016-698_2017-02-24.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2016_698_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778c5abac180596fb1452a7f7b0d94f2f9e09399c84f200cbc622476c4a9aedd85dbd90edc23f66a8f84a304b026c417f4c?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778c5abac180596fb1452a7f7b0d94f2f9e09399c84f200cbc622476c4a9aedd85dbd90edc23f66a8f84a304b026c417f4c&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2016_698", "Checksum": "7247b283766d2250552bed579556a8c1"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2016 698"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 24.02.2017 KES 2016 698"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 24.02.2017 KES 2016 698"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 24.02.2017 KES 2016 698"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Februar 2017\n\nBesetzung Oberrichter Schlup (Referent), Oberrichterin Apolloni Meier und\nOberrichter Studiger\nGerichtsschreiberin Nyffeler\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\n\nvertreten durch B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Nord,\nBernstrasse 5, Postfach 207, 3312 Fraubrunnen\nVorinstanz\n\nGegenstand Nachbetreuung durch Anordnung ambulanter Massnahmen\ngemäss Art. 437 ZGB i.V.m. Art. 32 und 33 KESG\n\nBeschwerde gegen den Kammerentscheid der KESB Mittelland\nNord vom 31. August 2016 (823427/2012-7085)\n\nGesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung eines\nRechtsbeistandes für das Beschwerdeverfahren\nRegeste:\n- Die Anordnung einer ambulanten Medikation gemäss Art. 437 ZGB i.V.m. Art. 32 und\n33 KESG (Depotmedikation) gegen den Willen der betroffenen Person stellt eine\nZwangsbehandlung dar, auch wenn diese gemäss Art. 33 Abs. 5 KESG nicht vollstreckt\nwerden kann (E. 36 ff.).\n- Diese Zwangsbehandlung ist mit einem schweren Eingriff in die persönliche Freiheit\nund die Menschenwürde des Betroffenen verbunden und deshalb nur unter den Voraussetzungen gemäss Art. 36 BV zugelassen (E. 41). Art. 434 ZGB findet keine Anwendung (E. 42).\n\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte\n\n1. Das vorliegende Verfahren betrifft die mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Nord (nachfolgend: Vorinstanz) angeordnete\nNachbetreuung von A.________ durch Anordnung ambulanter Massnahmen\ngemäss Art. 437 ZGB i.V.m. Art. 32 und Art. 33 KESG sowie die Abweisung des\nGesuchs um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes (Kammerentscheid der KESB Mittelland Nord vom 31. August 2016).\n\n2. Dem Entscheid ging eine behördliche fürsorgerische Unterbringung (FU) des Beschwerdeführers voraus: Mit Kammerentscheid vom 27. Januar 2014 brachte die\nVorinstanz den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 426 i.V.m. Art. 428 Abs. 1 ZGB\nfür unbestimmte Zeit in den Universitären Psychiatrischen Diensten (nachfolgend:\nUPD) Bern, Bolligenstrasse 111, 3000 Bern 60, unter.\n\n3. Am 4. August 2016 beantragte der zuständige Arzt der UPD Bern bei der Vorinstanz die Aufhebung der behördlichen fürsorgerischen Unterbringung unter gleichzeitiger Verfügung ambulanter Weisungen betreffend den Beschwerdeführer.\n\n4. Mit Schreiben vom 12. August 2016 an die Vorinstanz verlangte der Beschwerdeführer, vertreten durch den Verein C.________, die jährliche Überprüfung der fürsorgerischen Unterbringung sowie die Entlassung. Weiter beantragte er die unentgeltliche Rechtspflege und die Bestellung von Rechtsanwalt B.________ (nachfolgend Rechtsanwalt B.________), als unentgeltlichen Rechtsbeistand (nachfolgend:\nuR-Gesuch), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Für die Einleitung des Verfahrens machte der Verein C.________ einen Honoraranspruch in der Höhe von\nCHF 425.00 geltend, welcher durch die Vorinstanz zu entschädigen sei.\nRechtsanwalt B.________ bestätigte dieses Gesuch um Entlassung des Beschwerdeführers aus der fürsorgerischen Unterbringung und das uR-Gesuch mit\nSchreiben vom 16. August 2016 an die Vorinstanz.\n\n2\n5. Am 26. August 2016 wurde der Beschwerdeführer durch die Vorinstanz persönlich\nangehört.\n\n6. Mit Kammerentscheid vom 31. August 2016 entschied die Vorinstanz folgendes:\n1. Die mit Entscheid der KESB Mittelland Nord vom 27.01.2014 angeordnete fürsorgerische Unterbringung von A.________ wird aufgehoben.\n\n2. Für A.________ werden gestützt auf Art. 437 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 32 und Art. 33 KESG die\nfolgenden ambulanten Massnahmen angeordnet:\n\na) regelmässige teilstationäre Behandlung in der UPD Bern, aktuell auf Station Lenoir, zwecks\nVerabreichung der Depotmedikation, zur Verlaufskontrolle und zu therapeutischen Gesprächen bei einem Psychiater (nach Anordnung der UPD);\nb) einmal pro Woche Termine mit der Betreuungsperson der Wohnbegleitung der Heilsarmee\nBern sowie einmal pro Woche Termine mit der zuständigen Betreuungsperson des intensiven Case Managements der UPD Bern (nach Absprache);\nc) regelmässiger Besuch des Beschäftigungsangebotes der D-Stiftung.________\n\n"}