{"Signatur": "BE_OG_001", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2016-10-12", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2016-351_2016-10-12.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/KES_2016_351_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778701ab73a5b225b2d729360033adec4fdb4aa0acbd57ed9970ecf131e818d01023460004a6953eae256b9529c0c748fe0?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778701ab73a5b225b2d729360033adec4fdb4aa0acbd57ed9970ecf131e818d01023460004a6953eae256b9529c0c748fe0&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KES_2016_351", "Checksum": "dd3fc002270e03ea6e8ab1e6ed64a721"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KES 2016 351"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern 12.10.2016 KES 2016 351"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile 12.10.2016 KES 2016 351"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern 12.10.2016 KES 2016 351"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambres civile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "2. 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Oktober 2016\n\nBesetzung Oberrichter Bähler (Referent), Oberrichterin Grütter und Oberrichter Kiener\nGerichtsschreiberin Weingart\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland\nNord, Bernstrasse 5, Postfach 207, 3312 Fraubrunnen\nVorinstanz\n\nC.________\nMitbeteiligte\n\nGegenstand Weisung gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB\nAnordnung eines Fachgutachtens gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m.\nArt. 446 ZGB über die Erziehungsfähigkeit von C.________ und\nA.________\n\nBeschwerde gegen den Kammerentscheid vom 13. April 2016\n(2016/38)\nRegeste:\n- Eine Gehörsverletzung durch Akteneinsichtsverweigerung nach Entscheideröffnung\nwird durch nachträgliche Einsichtsgewährung und Beschwerdeergänzung geheilt\n(E. 19).\n- Die Anordnung eines Gutachtens über die Erziehungsfähigkeit eines Elternteils stellt\neinen gerechtfertigten Eingriff in dessen Persönlichkeitsrechte dar (E. 20).\n- Bei Vorliegen genügender Anhaltspunkte kann die Weisung erlassen werden, dass die\nEltern die von den Kindern signalisierten Grenzen zu respektieren haben (E. 21).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1. A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) ist verheiratet mit C.________ und\nlebt mit ihr sowie deren Tochter D.________, geb. 5. September 2011, im gemeinsamen Haushalt. C.________ ist zudem die Mutter von E.________, geb. 21. Dezember 2001.\n\n2. Die Vormundschaftsbehörde der Stadt J.________ errichtete am 17. Januar 2007\neine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen\nZivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) über E.________ und entzog der Kindsmutter\ndas Aufenthaltsbestimmungsrecht nach Art. 310 ZGB. Seither lebt E.________ bei\neiner Pflegefamilie. An jedem zweiten Wochenende von Samstagmorgen bis Sonntagabend sowie während jeweils maximal zwei Wochen während den Schulferien\nhält sie sich bei ihrer Mutter, der Halbschwester und dem Beschwerdeführer auf.\n\n3. Mit Kammerentscheid vom 13. April 2016 verfügte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Mittelland Nord (nachfolgend Vorinstanz) eine Reihe von Massnahmen bezüglich E.________ und D.________. Unter anderem wurden\nC.________ und A.________ gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB angewiesen, die durch\nE.________ und D.________ signalisierten Grenzen zu respektieren (Dispositivziffer 3). Darüber hinaus wurde die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie beauftragt, im Hinblick auf eine allfällige Ausweitung des\nBesuchsrechts ein Gutachten über die Erziehungsfähigkeit von C.________ und\nA.________ zu erstellen und dabei diverse vorformulierte Fragen zu beantworten\n(Dispositivziffer 10). Die Kindseltern wurden gemäss Art. 448 Abs. 1 ZGB i.V.m.\nArt. 50 des Gesetzes über den Kindes- und Erwachsenenschutz (KESG; BSG\n213.316) auf ihre Verpflichtung hingewiesen, bei der Erstellung des Gutachtens aktiv und konstruktiv mitzuwirken (Dispositivziffer 11). Weiter wurde die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Bern gebeten, der\nKESB Meldung zu erstatten, sollten C.________ und A.________ ihre Mitwirkung\nverweigern (Dispositivziffer 12).\n\n4. Nach Erhalt des Kammerentscheids wandte sich der Beschwerdeführer an Rechtsanwalt B.________. Dieser ersuchte die Vorinstanz am 28. April 2016 um Akten-\n\n2\neinsicht, welche er jedoch bis zum Ablauf der Beschwerdefrist nicht erhielt, da die\nVorinstanz der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen und die Akten\nbereits der Gutachterin zugestellt hatte.\n\n5. Am 18. Mai 2016, dem letzten Tag der Frist, reichte Rechtsanwalt B.________ im\nNamen des Beschwerdeführers eine Beschwerde gegen den Kammerentscheid\nvom 13. April 2016 ein. Er beantragte, dieser sei aufzuheben und die Sache sei zu\nneuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (pag. 1 ff.).\n\n6. Mit Verfügung vom 20. Mai 2016 wurde die aufschiebende Wirkung der Beschwerde in Bezug auf die Dispositivziffern 10 bis 12 des Kammerentscheids wiederhergestellt, hingegen in Bezug auf die Dispositivziffer 3 abgewiesen (pag. 17 ff.).\n\n"}